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Voxsio®: Erstes flüssig-orales Arzneimittel bei Folatmangel

Bereits im frühen Kindesalter kommt es häufig zu einem cerebralen Folatmangel, der in Folge zu neurologischen Entwicklungsstörungen führt.
Mit der Einführung von Voxsio® hat das deutsche Pharmaunternehmen InfectoPharm erstmals eine flüssig-orale Therapie mit dem Wirkstoff Levoleucovorin (Levofolinsäure) zur Behandlung eines cerebralen Folatmangels in Deutschland auf den Markt gebracht. Die Tropfen kommen laut Hersteller primär bei Säuglingen und Kleinkindern zum Einsatz und schließen damit eine bisher bestehende therapeutische Lücke.
Gut zu wissen: Was ist ein cerebraler Folatmangel?
Ein cerebraler Folatmangel (CFD) ist eine seltene, aber schwerwiegende neurologische Erkrankung, die meist im frühen Kindesalter auftritt. Sie ist gekennzeichnet durch einen Mangel des aktiven Folats (5-Methyltetrahydrofolat, 5-MTHF) im Zentralnervensystem, während die Folatspiegel im Blut oft unauffällig sind.
Betroffene Kinder weisen Entwicklungsverzögerungen, Bewegungs- und Sprachstörungen, oftmals auch autistische Züge sowie eine verlangsamte kognitive Entwicklung auf. Eine Diagnose kann ausschließlich durch eine Lumbalpunktion festgestellt werden.
Die Ursachen für einen cerebralen Folatmangel können eine mangelnde intestinale Resorption, eine fehlende enzymatische Aktivierung oder ein Transportdefekt an der Blut-Liquor-Schranke sein.
Voxsio®: Levofolinsäure bei Folatmangel
Voxsio® 22,22 mg/ml Lösung zum Einnehmen enthält Levoleucovorin (Levofolinsäure) als aktive Form der Folsäure (Vitamin B9). Das Arzneimittel kommt bei Kindern und Erwachsenen zur Behandlung von Folatmangelzuständen zum Einsatz, die durch diätetische Maßnahmen nicht behandelbar sind.
Außerdem gilt das Präparat als Antidot nach therapeutisch beabsichtigter hoher Dosis oder unabsichtlicher Überdosierung mit Methotrexat, Trimetrexat, Trimethoprim oder Pyrimethamin.
Levofolinsäure in kindgerechter Darreichungsform
Mit Voxsio® steht nun erstmals eine Lösung in Tropfenform zur Verfügung. Dies ermöglicht eine hohe Compliance und leichtere Anwendung insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern gegenüber bisher verfügbaren Tabletten.
Die empfohlene Dosis zur Behandlung eines Folatmangels beträgt 3 bis 5 mg, dies entspricht 3 bis 5 Tropfen (1 Tropfen = 1 mg Levoleucovorin). Die Lösung wird alle 24 Stunden, in der Regel für zehn bis 15 Tage, verabreicht. Bei einem anhaltenden Folatmangel kann nach Ermessen des Arztes eine längere Therapiedauer erforderlich sein.
Vor der ersten Anwendung muss die Dosierpumpe mit zehn Pumpstößen aktiviert werden, danach ist sie bei jeder weiteren Anwendung sofort einsatzbereit. Die Dosis wird auf einen Löffel getropft und kann auf nüchternen Magen oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.
Gut zu wissen: Vorsicht bei Epilepsie
Bei der Einnahme von Voxsio® ist insbesondere Vorsicht geboten bei Menschen mit Epilepsie. Der Grund: Folate können in hoher Dosis die Plasmaspiegel von Antikonvulsiva wie Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Succinimid senken und dadurch einen Anstieg epileptischer Anfälle hervorrufen.
Das verschreibungspflichtige Arzneimittel ist geschmacks- und geruchsneutral, in einer 20-ml-Packungsgröße in den Apotheken erhältlich und ohne Altersbeschränkung zugelassen. Es ist im Kühlschrank bei 2–8 °C zu lagern und nach Anbruch zwölf Wochen verwendbar. Quellen:
- PM InfectoPharm, https://www.infectopharm.de/news/pressemitteilungen-launch-voxsio/
- Fachinfo Voxsio®, https://data-storage.live/data/unsec/fi-voxsio.pdf