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Jod: Vorschläge für Höchst­mengen in Lebensmitteln

Drei Glasflaschen mit Milch, davor drei Schalen mit Haferflocken, Mandeln und Sojabohnen
Neben Salz könnten auch Milchersatzprodukte bald mit Jod angereichert werden. | Bild: matka_Wariatka / AdobeStock

Im Dezember 2025 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Stellungnahme „Höchstmengenvorschläge für Jod in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln“ herausgegeben.  

Der Grund: Die bisherige Praxis, nur Salz mit Jod anzureichern, könnte sich künftig dahingehend ändern, dass auch Milchersatzprodukte mit dem lebenswichtigen Spurenelement versetzt werden.  

Damit die Lebensmittelindustrie bei einer Anreicherung aber angemessene und unbedenkliche Mengen verwendet, fasst das BfR in seiner Stellungnahme Vorschläge für verschiedene Lebensmittelkategorien und Nutzergruppen zusammen.

Wie viel Jod soll Milchersatzprodukten zugesetzt werden?

Das BfR empfiehlt, Lebensmitteln, die als Ersatz für Milch oder Milchprodukte konsumiert werden, maximal 14 µg pro 100 g beziehungsweise 100 ml zuzusetzen. Das entspricht dem Mittelwert der natürlichen Jodkonzentration in Milch und Milchprodukten.  

Bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) für Personen ab 15 Jahren soll die empfohlene Tagesgesamtdosis des NEM mit höchstens 100 µg Jod angereichert werden.  

Für Schwangere und Stillende beträgt die Höchstmengenempfehlung 150 µg Jod pro Tagesdosis des Nahrungsergänzungsmittels, da diese Personengruppen einen erhöhten Jodbedarf haben.  

Gut zu wissen: Wie viel Jod sollte pro Tag aufgenommen werden?

Im Jahr 2025 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ihre Referenzwerte für die Jodzufuhr angepasst. Zuvor berücksichtigten die Zahlen einen Zuschlag, um Versorgungslücken auszugleichen. Allerdings beziehen sich die Referenzwerte für andere Nährstoffe stets auf gesunde Menschen ohne Nährstoffmangel. Dies wurde für Jod nun angepasst.

Die aktuellen Referenzwerte für eine Jodzufuhr sind:

  • Kinder bis unter 1 Jahr: 80 µg/Tag
  • Kinder von 1 bis unter 7 Jahre: 90 µg/Tag
  • Kinder von 7 bis unter 13 Jahre: 120 µg/Tag
  • ab 13 Jahren: 150 µg/Tag
  • Schwangere 220 µg/Tag und Stillende 230 µg/Tag

Für Schwangere und Stillende wird empfohlen, die Zufuhr zusätzlich zur Ernährung mit einem Supplement abzudecken. /mg

Warum könnten Milchersatzprodukte künftig jodiert werden?

Im Rahmen der Jodprophylaxe wird in Deutschland bisher nur die Jodanreicherung von Salz empfohlen: Der derzeit rechtlich erlaubte Höchstgehalt beträgt 2.500 µg (25 mg) Jod pro kg Salz, wobei das Bundesinstitut für Risikobewertung auch eine theoretische Erhöhung auf 30 mg als unbedenklich für Erwachsene und Kinder einstuft.

Eine darüber hinausgehende Jodanreicherung von sonstigen Lebensmitteln empfiehlt das BfR bisher nicht. Es gibt jedoch Überlegungen, Milchersatzprodukte von der gängigen Praxis auszunehmen, da Milch und Milchprodukte eine der Hauptquellen für Jod sind, gleichzeitig aber von einer steigenden Anzahl von Menschen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt konsumiert werden.  

Andere Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs sollen auch künftig nicht mit Jod angereichert werden.  

Gut zu wissen: Warum ist eine Jodierung von Speisesalz wichtig?

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das vom Körper nicht selbst gebildet werden kann und deshalb regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Es ist unentbehrlich für die Bildung von Schilddrüsenhormonen und trägt unter anderem zur Knochenbildung und der Entwicklung des Nervensystems bei. 

Bei etwa einem Drittel der Erwachsenen und knapp der Hälfte der Kinder und Jugendlichen hierzulande liegt die Jodzufuhr jedoch unterhalb des geschätzten durchschnittlichen Bedarfs. Damit ist Deutschland Jodmangelgebiet.