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Warum macht Hunger schlechte Laune?

Blonde Frau zieht genervtes Gesicht
Wenn wir wissen, dass wir Hunger haben, macht uns das schlechte Laune. | Bild: peopleimages.com / AdobeStock

Die meisten kennen es: Wenn die letzte Mahlzeit zu lange her ist, wird man schneller unkonzentriert, ungeduldig und durchaus auch einmal unfair gegenüber seinen Mitmenschen. Der Hunger scheint sich direkt auf unseren Gemütszustand auszuwirken.  

Doch ganz so einfach ist es nicht: Nicht der körperliche Notstand, sondern das Wissen darum bringt Menschen aus dem Konzept. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsche Forschergruppe nach Tests an 90 Personen. 

Hunger und schlechte Laune – eine neue Studie

Die an der neuen Studie beteiligten Wissenschaftler aus Bonn und Tübingen wollten wissen, ob hungrige Menschen durch unbewusste Stoffwechselprozesse „hangry“ werden oder ob sie sich erst einmal ihres Hungers bewusst werden müssen.

Zu diesem Zweck untersuchten sie bei 90 gesunden Frauen und Männern über einen Zeitraum von vier Wochen, wie sich Glukosespiegel, Hungergefühl und Stimmung gegenseitig beeinflussten.  

Dafür trugen die Teilnehmer kontinuierliche Glukosesensoren, die normalerweise von Diabetikern genutzt werden, und beantworteten über eine App zweimal täglich Fragen zu ihrem momentanen Hungergefühl, ihrer Sättigung und Stimmung.

Bewusster Hunger trübt die Stimmung

Die Forscher erhielten in ihren Befragungen signifikante Hinweise darauf, dass nicht ein niedriger Glukosespiegel an sich, sondern erst die subjektive Wahrnehmung des metabolischen (Mangel-)Zustands zu schlechter Laune führte.  

„Wenn der Glukosewert sinkt, verschlechtert sich auch die Stimmung. Aber dieser Effekt entsteht nur, weil die Menschen sich dann auch hungriger fühlen“, erklärt Erstautorin Kristin Kaduk, Postdoktorandin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen.  

Ein überraschendes Detail: Studienteilnehmer, die Veränderungen ihres Glukosespiegels besonders genau wahrnahmen, zeigten weniger Stimmungsschwankungen.

„Ein gutes Gespür für körpereigene Signale scheint dabei zu helfen, emotionale Stabilität zu bewahren – selbst wenn der Energiehaushalt schwankt“, folgert Co-Autor Nils Kroemer.  

Die Forscher sehen in ihren Ergebnissen neue Evidenz für die Bedeutung der bewussten Wahrnehmung innerer Körperzustände bei der Regulation von Emotionen. Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/news/warum-hunger-schlechte-laune-macht-509bcc9f-1a30-48a0-b2bd-3a953b19150a
https://www.thelancet.com/journals/ebiom/article/PIIS2352-3964