In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
Was ist eigentlich das Dunbar-Syndrom?

Das Dunbar-Syndrom entsteht, wenn ein Zwerchfellband den Truncus coeliacus – eine gemeinsame Abzweigung mehrerer Arterien von der Bauchaorta ungefähr auf Höhe des 12. Brustwirbels – umschließt und zusammenpresst. Deshalb wird die Erkrankung im wissenschaftlichen Umfeld meist Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom genannt.
Das Syndrom können nur Menschen entwickeln, bei denen das Zwerchfellband die Bauchaorta auf der Höhe des Arterienknotenpunktes kreuzt. Und auch von diesen entwickelt nur etwa jeder Hundertste Beschwerden durch eine Kompression.
Betroffen sind meist schlanke Patienten zwischen 20 und 40 Jahren ohne zugrundeliegende kardiovaskuläre Risikofaktoren. Frauen entwickeln das Syndrom häufiger als Männer.
Es existieren unterschiedliche Aussagen dazu, ob die Kompression während des Ein- oder Ausatmens auftritt.
Gut zu wissen: Eine Krankheit, viele Namen
Das Dunbar-Syndrom wurde 1963 von Pekka-Tapani Harjola und zwei Jahre später von J. David Dunbar und Samuel Marable beschrieben.
Neben Dunbar-Syndrom und Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom wird es auch als Harjola-Marable-Syndrom, Ligamentum-arcuatum-Syndrom oder Ganglion-coeliacum-Kompressionssyndrom bezeichnet.
Symptome des Dunbar-Syndroms
Die betroffenen Personen beklagen Übelkeit, Erbrechen und brennende, krampfartige Schmerzen, die oft im Oberbauch oder Epigastrium („Magengrube“) angesiedelt sind und nicht selten nach Mahlzeiten auftreten. Die Schmerzen können zu einem Gewichtsverlust bis hin zur Abmagerung führen.
Verschiedene Theorien versuchen die Schmerzen zu erklären. Einige machen die Minderdurchblutung der durch die betroffenen Arterien versorgten Bauchorgane verantwortlich, andere die Kompression des nahe gelegenen Nervenknotens Ganglion coeliacum.
Als Komplikationen können aus der Kompression der Arterie zum Beispiel eine Magenlähmung oder ein Aneurysma (Aufweitung von Blutgefäßen) entstehen.

Therapie und Prognose des Dunbar-Syndroms
Die kausale Behandlung des Truncus-coeliacus-Kompressionssyndroms besteht in der chirurgischen Spaltung des einengenden Zwerchfellbandes und dessen Ablösung von der Arterie. Unter Umständen wird zusätzlich das Ganglion coeliacum entfernt.
Falls der Blutfluss weiterhin vermindert ist, können ein Bypass oder andere gefäßchirurgische Interventionen Abhilfe schaffen. Die Symptome bessern sich nach der Operation meist umgehend.
Die Erfolgsquote liegt bei rund 75 Prozent, wobei die folgenden Personengruppen geringere Chancen auf eine vollständige Heilung haben:
- jüngere Patienten
- Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen
- Personen mit erhöhtem Alkoholkonsum
- Patienten ohne Gewichtsverlust
- Betroffene, die keine Schmerzen im Zusammenhang mit den Mahlzeiten haben
Quellen:
https://flexikon.doccheck.com/de/Dunbar-Syndrom
https://de.wikipedia.org/wiki/Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom
Das Dunbar-Syndrom in Kürze
Krankheitsbild: Kompression des Arterienknotenpunkts Truncus coeliacus
Betroffene: circa ein Prozent der Menschen, bei denen das Zwerchfellband den Truncus coeliacus kreuzt
Symptome: Bauchschmerzen, meist mit Übelkeit und Erbrechen
Therapie: chirurgische Ablösung des Zwerchfellbandes vom Truncus coeliacus
Prognose: vollständige Heilung nach der Operation bei rund 75 Prozent der Patienten