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Mitgefühl fördert das Wohlbefinden

Hand liegt unterstützend auf der Schulter eines anderen Menschen
Mitgefühl stärkt nicht nur andere, sondern auch das eigene Wohlbefinden. | Bild: pressmaster / AdobeStock

Ein Team von Psychologen von der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim hat laut eigener Aussage erstmals zweifelsfrei den Zusammenhang zwischen Mitgefühl und Wohlbefinden belegt.  

Für ihre Übersichtsarbeit wählten sie aus über 4.000 Studien 42 aus, die die Anforderungen an das Forschungsgebiet bestmöglich erfüllten. Die Teilnehmer waren Männer und Frauen über 18 Jahre, die aus westlichen wie auch östlichen Ländern stammten.

37 Studien wurden analysiert, um herauszufinden, ob ein messbarer Zusammenhang zwischen größerem Mitgefühl und höherem Wohlbefinden besteht.  

Fünf weitere Studien befassten sich mit den Auswirkungen von Interventionen, die das Mitgefühl erhöhen sollten, auf das eigene Wohlbefinden. Sie stellten also – unter Vorbehalt – einen Kausalzusammenhang her.

Zusammenhang zwischen Mitgefühl und Wohlbefinden

Die neue Studie zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Mitgefühl für andere und dem eigenen Wohlbefinden. Im Einzelnen ergaben sich folgende Erkenntnisse:

  • Mehr Mitgefühl für andere geht mit einem moderat erhöhten Wohlbefinden einher.
  • Der Effekt betrifft verschiedene Kategorien wie seelisches, mentales und soziales Wohlbefinden gleichermaßen.
  • Alter, Geschlecht und Lebensort beeinflussen den Zusammenhang zwischen Mitgefühl und Wohlbefinden nicht in signifikantem Ausmaß.  
  • Teilnehmer von mitgefühlsbasierten Trainings zeigten hinterher moderat mehr Wohlbefinden.

Methodische Einschränkungen der Forschungsarbeit

Obwohl fünf der zugrundeliegenden Einzelstudien – diejenigen mit mitgefühlsbasierten Interventionen – möglicherweise auf einen kausalen Zusammenhang hinweisen, stellt das Mannheimer Forschungsteam klar, dass das retrospektive Studiendesign ohne Kontrollgruppe insgesamt keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen kann.

Zudem muss eine Übersichtsarbeit immer aus verschiedenen Studiendesigns abstrahieren, was die Gefahr von Verzerrungen birgt.  

Dennoch betonen die Wissenschaftler die Signifikanz ihrer Ergebnisse. Dies sei die erste Übersichtsarbeit, die einen Zusammenhang zwischen dem Mitgefühl für andere und dem eigenen Wohlbefinden streng evidenzbasiert aufzeige. Quelle:
https://www.nature.com/articles/s41598-025-23460-7