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Umfrage: Grippeimpfung in der Apotheke – ja oder nein?

Im April 2026 sind unter dem Titel „Was Risikogruppen zur Grippeimpfung bewegt – und was sie hindert“ die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Impress: Impfverhalten verstehen, Preparedness steigern. Schwerpunkt: Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung“ erschienen.
Darin dokumentiert das Robert Koch-Institut unter anderem die Bereitschaft und die Inanspruchnahme der Grippeimpfung durch Menschen mit Impfempfehlung sowie deren bevorzugte Impforte.
Als Basis für die Auswertung diente eine im Oktober 2025 durchgeführte Online-Befragung von 3.289 Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung. Die Gruppe setzte sich zu etwa gleichen Teilen aus ab 60-Jährigen und aus Menschen mit impfrelevanter Grunderkrankung zusammen; 1.087, also ein Drittel der Befragten, vereinten beide Merkmale.
450 Personen gehörten einer medizinischen Berufsgruppe an. Die vierte Personengruppe, für die die STIKO eine jährliche Grippeimpfung empfiehlt – Schwangere ab dem zweiten Trimester –, tauchen in der Statistik nicht gesondert auf.
Zur Erinnerung: Was sind impfrelevante Grunderkrankungen?
Zu den impfrelevanten Grunderkrankungen gehören chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, der Leber, der Nieren und des Herz-Kreislauf-Systems sowie angeborene oder erworbene Immunschwächen, Stoffwechselerkrankungen und Adipositas.
Umfrage: Würden sich Betroffene in Apotheken impfen lassen?
Seit Anfang 2022 können sich Personen ab 18 Jahren in Apotheken offiziell gegen Grippe (und COVID-19) impfen lassen. Zuvor wurde dies zwei Jahre in Modellprojekten erprobt.
Für die Grippesaison 2024/25 lieferte die Umfrage des Robert Koch-Instituts die folgenden Ergebnisse in Bezug auf Kenntnis, Akzeptanz und Nutzung dieser Möglichkeit:
47,6 Prozent der Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung wussten, dass sie sich in der Apotheke impfen lassen können. 41,4 Prozent war en auch bereit oder eher bereit, sich in einer Apotheke impfen zu lassen. Dem stehen 37,9 Prozent gegenüber, die nicht oder eher nicht bereit waren. Der Rest war unentschlossen.
Ein interessanter Nebenaspekt: Die Bereitschaft zur Impfung in Apotheken unterschied sich nicht zwischen Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung und der Allgemeinbevölkerung. In Letzterer waren 44,8 Prozent dafür oder eher dafür und 35,9 Prozent dagegen oder eher dagegen.
Apotheke als Impfort noch wenig genutzt
Tatsächliche Grippeimpfungen von Menschen mit Impfempfehlung fanden in der Saison 2024/25 nur zu 1,5 Prozent in Apotheken statt. 88 Prozent erhielten ihre Immunisierung in Arztpraxen, 7,4 Prozent am Arbeitsplatz und die restlichen 3,1 Prozent beim Gesundheitsamt, in einem Krankenhaus oder an einem anderen Ort.
Unabhängig vom Impfort wurde die Grippeimpfung am häufigsten von ab 60-Jährigen mit und ohne Grunderkrankung genutzt (68,3 beziehungsweise 51,3 Prozent). Deutlich niedriger waren die Impfquoten bei Menschen unter 60 Jahren mit Grunderkrankung (24,9 Prozent) und medizinischem Personal (29,2 Prozent).
In Bezug auf die Immunisierung in der Apotheke stellt das Robert Koch-Institut abschließend fest, dass diese Möglichkeit nur teilweise bekannt ist und sehr selten genutzt wird. Die Ausweitung des Impfangebots auf Apotheken sollte nach seiner Ansicht deutlicher kommuniziert werden. Quelle: RKI