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Höhenkrankheit – Gefahr in den Bergen

drei Wanderer mit Rücksack besteigen einen Berg; im Hintergrund Berg mit Schnee bedeckt
Die Höhenkrankheit, auch bekannt als Bergkrankheit, entsteht durch Sauerstoffmangel in großen Höhen ab circa 2.500 m. | Bild: DanielPrudek / iStock

Ferienzeit und Bergsaison stehen bevor. Dann zieht es wieder zahlreiche Wanderer und Trekkingtouristen in die Alpen, wo sich Sport und Naturerlebnis zum Aktivurlaub vor beeindruckender Gipfelkulisse verbinden.  

So mancher Abenteurer wagt sich gar an ausgedehnte Touren in den Anden oder dem Himalaya. Vor allem dort, durchaus aber auch schon in den höheren Lagen der Alpen, lauert ein neurologisches Syndrom, das auch für geübte Alpinisten gefährlich werden kann: die Höhen- oder Bergkrankheit.  

Wann tritt diese auf, und wer ist am ehesten betroffen? Wie können Bergurlauber sie kurieren – oder noch besser: ihr vorbeugen? Hier alles Wichtige zu einer häufigen, aber gut kontrollierbaren Erkrankung.

Höhenkrankheit: Sauerstoffmangel in großer Höhe

Mit zunehmender Höhe sinken der Luftdruck und damit der Sauerstoffgehalt der Atemluft. Das wirkt sich bereits früh – oft schon ab etwa 1.500 Metern – auf die Leistungsfähigkeit aus, und zwar unabhängig von der individuellen Fitness.

Ab 2.500 bis 3.000 Metern kommt es neben der bereits verminderten Sauerstoffaufnahme zu einer Verengung der Blutgefäße in der Lunge (pulmonale Vasokonstriktion) und somit zu einem weiteren Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut.  

Es tritt eine Sauerstoffunterversorgung des Körpers (Hypoxie) ein. Die körpereigene Atemregulation wirkt dem nicht entgegen, da sie vornehmlich auf den Kohlendioxidgehalt reagiert, dieser aber bei abnehmendem Luftdruck nicht ansteigt.

Symptome der Höhenkrankheit

Leitsymptom der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, die meist gleichzeitig an Stirn und beiden Schläfen auftreten. Dazu kommen häufig Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwäche, Atemnot, Schwindel, erhöhte Herzfrequenz, Benommenheit bis hin zur Apathie und gelegentlich Tinnitus.  

Die Symptome treten häufig erst sechs bis zwölf Stunden nach dem Aufstieg auf, also bei der Übernachtung, wo sie zusätzlich für Schlafstörungen sorgen.  

Sehr selten macht sich die Höhenkrankheit bereits zwischen 2.000 und 2.500 Metern bemerkbar. Ab 5.000 Metern ist sie ein häufiges Phänomen. Achtung: Auch Höhenunterschiede, die ohne körperliche Anstrengung mit Bergbahnen bewältigt werden, tragen zum Entstehen der Höhenkrankheit bei.

Gut zu wissen: Eine Erkrankung mit vielen Namen

Die Höhen- oder Bergkrankheit wird auch akute Höhenerkrankung, AMS (engl. „acute mountain sickness“) und D’Acosta-Krankheit (nach dem im 16. Jahrhundert in Südamerika tätigen spanischen Missionar José de Acosta) genannt.

Risikofaktoren und Komplikationen der Bergkrankheit

Risikofaktoren sind ein Aufstieg von mehr als 500 Metern pro Tag ab 2.000 Metern, Dehydratation und ein bereits früher erlebtes Auftreten der Höhenkrankheit.

Frauen sind häufiger betroffen, ebenso jüngere Menschen bis 45 Jahre sowie Personen, die an Migräne leiden oder kürzlich einen Atemwegsinfekt hatten. Fehlende Fitness ist dagegen kein Risikofaktor.

Als Komplikation kann die Höhenkrankheit in ein akutes Höhenhirnödem übergehen, das einen plötzlichen Leistungsabfall, starke Atemnot und Husten auslöst. Kommen blutiger Auswurf und Lungenrasseln dazu, besteht akute Lebensgefahr.  

Noch seltener und gefährlicher ist ein Höhenlungenödem, das Gangunsicherheit verbunden mit Bewusstseinseintrübungen, Halluzinationen oder neurologischen Ausfällen auslöst.

Behandlung und Vorbeugung der Höhenkrankheit

Wer akut höhenkrank ist, sollte den Aufstieg erst fortsetzen, wenn die Symptome verschwunden sind. Gegen die Kopfschmerzen helfen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS), bei Bedarf ergänzt um Antiemetika.

Tritt keine Verbesserung ein, sollten Betroffene mindestens 500 Höhenmeter absteigen und erst wieder aufsteigen, wenn die Höhenkrankheit ohne Einsatz von Arzneimitteln völlig verschwunden ist.

Bei Verdacht auf ein Höhenhirnödem oder Höhenlungenödem müssen Betroffene sofort in Begleitung absteigen und einen Arzt aufsuchen.  

Die effektivste Vorbeugung gegen die Höhenkrankheit beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • gute Tourenplanung (moderates Aufstiegstempo und ausreichende Akklimatisierung)
  • hohe Flüssigkeitszufuhr
  • kohlenhydratreiche Nahrung
  • bei großen Höhen ausreichende Akklimatisierung

Tourenplanung als Schlüssel gegen Bergkrankheit

Wer einen Bergurlaub gut plant, hat die besten Chancen, eine Höhenkrankheit zu vermeiden.  

So sollten Wanderer bei Touren über 3.000 Metern auf eine geeignete Schlafhöhendifferenz achten. Das heißt, sie steigen täglich nur 300 bis 500 Meter bis zur nächsten Hütte auf und legen alle drei bis vier Tage einen Tag Pause ein.  

Steigt man einmal deutlich weiter auf, kann eine zweitägige Pause das höhere Risiko für die Bergkrankheit wieder ausgleichen. Im Idealfall findet die erste Übernachtung auf höchstens 2.500 Metern statt.

Für Touren über 4.500 Metern wird empfohlen, vorab eine Woche auf einer Höhe zwischen 2.000 und 3.000 Metern zuzubringen und dabei bereits Tageswanderungen in größeren Höhen durchzuführen. Quellen:
- https://www.alpenverein.de/artikel/hoehenkrankheit_bfd22b0c-ebb3-4eb2-a39a-e788838da1ec
- https://www.adac.de/gesundheit/krankheiten/hoehenkrankheit/
- https://flexikon.doccheck.com/de/Akute_Höhenkrankheit
- https://de.wikipedia.org/wiki/Höhenkrankheit#