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Studie: Qigong senkt erhöhten Blutdruck

Gruppe führt Qigong-Übungen durch, im Vordergrund macht ein Trainer die Übungen vor
Qigong kombiniert sanfte Bewegungen, bewusste Atmung und geistige Konzentration. | Bild: SeventyFour / iStock

Menschen mit erhöhtem oder hohem Blutdruck (Hypertonie) sollen ihre körperliche Aktivität steigern, um den Blutdruck und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.  

Die betreffenden medizinischen Leitlinien empfehlen dafür mäßig intensives Ausdauertraining wie zügiges Gehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren für mindestens 150 Minuten pro Woche oder alternativ 75 Minuten intensives Ausdauertraining, jeweils ergänzt durch Krafttraining.  

Qigong als Alternative bei Hypertonie

Um eine Alternative zu diesen Sport- und Bewegungsarten zu testen, untersuchten chinesische Forschende um Boxuam Pu vom Nationalen Zentrum für kardiovaskuläre Erkrankungen in Peking die Wirkungen der Qigong-Form Baduanjin auf den Blutdruck.  

Die traditionellen chinesischen Übungen verbinden langsame, rhythmische Bewegungen, die Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft trainieren, mit tiefem Atmen und fokussierter Achtsamkeit.  

Der Vorteil: Dank der niedrigen bis mittleren Intensität und der Sicherheit der Bewegungen können diese, anders als beispielsweise Schwimmen oder Radfahren, von den meisten Menschen und an nahezu jedem Ort praktiziert werden.

Studie untersucht Blutdruckreduktion durch Qigong 

An der chinesischen Blutdruckstudie nahmen 216 Personen im Alter ab 40 Jahren und mit einem Praxisblutdruck von 130 bis 139 mmHg (systolisch) teil – knapp zwei Drittel davon waren Frauen. 

Sie wurden im Verhältnis 2:1:1 auf drei Gruppen aufgeteilt: Die erste praktizierte Baduanjin, die zweite eigenverantwortlich und individuell gestaltetes Ausdauertraining und die dritte schnelles Gehen.  

Jeder sollte die jeweilige Sportart während der Studienlaufzeit von 52 Wochen an mindestens fünf Tagen der Woche für mindestens 30 Minuten ausüben. Die Baduanjin-Gruppe erhielt vorab einen Einführungskurs sowie ein Trainingsvideo und in den ersten drei Monaten ein Telemonitoring, um die richtige Ausübung zu unterstützen.  

Ziel der Studie war es, die Veränderungen im ambulanten systolischen 24-Stunden-Blutdruck nach zwölf beziehungsweise 52 Wochen für die drei Gruppen zu ermitteln und zu vergleichen. Der Durchschnitt lag vor der Sportintervention bei 123,1 mmHg.

Blutdruckreduktion durch Qigong wie beim zügigen Gehen

Der Vergleich zeigte, dass die Qigong-Variante Baduanjin dem zügigen Gehen ebenbürtig und dem eigenverantwortlichen Ausdauertraining überlegen war.  

So sank der ambulante systolische 24-Stunden-Blutdruck nach zwölf Wochen beim Baduanjin um 2,0 mmHg, während er beim selbstgewählten Training um 0,9 mmHg stieg. Nach 52 Wochen war der Blutdruck beim Baduanjin im Vergleich zum Studienbeginn immer noch 1,5 mmHg geringer, während er beim selbstgewählten Training bereits um 1,5 mmHg gestiegen war.  

Beim zügigen Gehen war der Blutdruck nach 52 Wochen um durchschnittlich 0,6 mmHg gesunken. Die Verbesserung ist jedoch geringer als beim Baduanjin. Der Unterschied wurde von den Forschenden jedoch als nicht signifikant eingestuft.  

Die positive Wirkung von Baduanjin zeigte sich auch beim systolischen Praxisblutdruck: Er lag nach zwölf Wochen um 5,4 mmHg und nach 52 Wochen um 5,2 mmHg niedriger als zu Studienbeginn. Auch hier war die Verbesserung signifikant größer als bei Sport nach eigener Wahl, aber nicht signifikant größer als beim schnellen Gehen.  

Der Vorteil von Baduanjin gegenüber frei gestaltetem Training zeigte sich laut Studienautoren unabhängig von Alter, Geschlecht, einer Diabeteserkrankung und der wöchentlichen Bewegungsdauer. Ausschließlich Personen mit Adipositas erreichten nach 52 Wochen mit individuell gestaltetem Training eine stärkere Blutdrucksenkung als mit Baduanjin.

Qigong: Wirksame Lebensstilmaßnahme bei Hypertonie

Alle drei Interventionen erwiesen sich als sicher. Die Forschenden haben jedoch laut eigener Aussage mit ihrer Studie einen effektiven Weg zur Blutdrucksenkung gefunden, der sich langfristig gut umsetzen lasse. Denn: Das größte Hemmnis für den Erfolg von Lebensstilinterventionen sei üblicherweise die Therapietreue (Adhärenz).  

Sie betonen deshalb die mit Baduanjin erreichten Langzeitergebnisse: „Sie zeigen sein Potenzial als skalierbare und nachhaltige Maßnahme“. Die Autoren empfehlen Baduanjin gleichberechtigt mit schnellem Gehen als „wirksame und jederzeit verfügbare Lebensstilmaßnahme für Menschen mit erhöhtem Blutdruck“. Quellen:
- https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Qigong-Uebungen-senken-erhoehten-Blutdruck-462212.html
- https://www.jacc.org/doi/10.1016/j.jacc.2026.01.014