In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
PTAheute-Pinnwand KW 32/2026: Semaglutid, Durchfall-Ausbruch, Ebola-Studien

Täglich erreichen uns zahlreiche Meldungen rund um Pharmazie, Gesundheit und Apothekenmarkt. Hier finden Sie eine Übersicht über die News und Pressemeldungen der aktuellen Woche:
Neuer Höchstwert bei Arzneiverordnungen
Erwerbstätige haben nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) im vergangenen Jahr so viele Arzneimittel verschrieben bekommen wie noch nie. Insgesamt lösten die bei der TK versicherten 6,2 Millionen Erwerbspersonen Rezepte für mehr als 34 Millionen Präparate ein, wie eine Auswertung zeigt.
Am häufigsten wurden demnach Herz-Kreislauf-Medikamente verordnet, wie zum Beispiel Blutdrucksenker. Laut TK steigen die verordneten Dosen hier seit 25 Jahren kontinuierlich an. Dabei bekommen Männer fast doppelt so viele Herzmedikamente verschrieben wie Frauen.
Es folgen Präparate gegen Magen-Darm-Beschwerden und Sodbrennen sowie Mittel für das Nervensystem, wie zum Beispiel Antidepressiva.
Insgesamt wurden mehr als 2 Milliarden definierte Tagesdosen abgerechnet, also im Durchschnitt pro Tag gegen bestimmte Krankheiten verordnete Dosen. Laut der Erhebung ist damit der Umfang der Verordnungen gegenüber dem Vorjahr um rund 2,6 Prozent gestiegen. Quelle: dpa / mg
GLP-1-Rezeptor-Agonisten bald als GKV-Leistung?
Die neue Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Sonja Optendrenk, erklärt gegenüber Pressevertretern, dass der G-BA offen sei, über eine Kostenübernahme von GLP-1-Rezeptor-Agonisten durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu diskutieren.
Sie schlägt vor, dass der G-BA im Auftrag des Gesetzgebers untersuchen könne, welche Patientengruppen GLP-1-Rezeptor-Agonisten bekommen sollten, wie lange eine solche Therapie dauern sollte und welche Begleitmaßnahmen nötig seien.
Optendrenk bemerkt, dass andere Länder in der Akzeptanz von Adipositas als eigenständige Erkrankung viel weiter seien als Deutschland. Dass auch Abnehmmittel, die explizit zur Behandlung von Adipositas zugelassen seien, unter den sogenannten Lifestyle-Paragrafen fallen, sei für Betroffene ein Zeichen dafür, dass Anerkennung fehle. Quelle: Deutsches Ärzteblatt / mg
Chargenrückruf: Hydrea 500 mg Hartkapseln
Der Originalhersteller von Hydrea 500 mg Hartkapseln ruft im Ausland bestimmte Chargen zurück, da es nach 24 Monaten zu Verklumpungen des Pulvers in der Kapsel kommen kann.
Deshalb ruft nun auch EurimPharm folgende Chargen von Hydrea (Hydroxycarbamid) 500 mg Hartkapseln, 100 Stück (PZN 02572350) zurück:
Ch.-B.: 4A8795 (Umpack-Ch.B.: 1000775175), 4L9807 (Umpack-Ch.B.: 1000807494)
Vorhandene Packungen sollen zur Gutschrift ausreichend frankiert an die folgende Firmenadresse zurückgesendet werden (Portokosten werden erstattet):
EurimPharm Arzneimittel GmbH
EurimPark 8
83416 Saaldorf-Surheim. Quelle: AMK
Durchfall-Ausbruch in USA
Wegen eines Parasiten sind mehr als 10.000 Menschen in den USA an Durchfall erkrankt. Der US-Gesundheitsbehörde (CDC) seien mehr als 12.255 weitere unbestätigte Fälle bekannt, die zusätzliche Untersuchungen erforderten. Bisher habe die Erkrankung zu 517 Krankenhausaufenthalten und 2 Todesfällen geführt, erklärte die Behörde weiter.
Die Todesopfer im US-Bundesstaat Michigan hatten erhebliche Vorerkrankungen, wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaats erklärte. Die sog. Cyclosporiasis-Infektionen seien im Allgemeinen keine lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Nahezu alle Bundesstaaten meldeten mittlerweile Fälle. Für einen Ausbruch in neun Staaten verdächtigen die Behörden Eisbergsalat eines Lieferanten aus Mexiko als Ursache. Die Ermittlungen dazu liefen, heißt es auf der CDC-Seite.
Der Parasit wird nach Angaben der CDC über mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder Wasser übertragen. Er befällt den Dünndarm und verursacht wässrigen Durchfall mit häufigem, teils heftigem Stuhlgang. Cyclospora-Ausbrüche treten in der Regel im Sommer auf und werden mit dem Verzehr von frischem Obst und Gemüse in Verbindung gebracht. Quelle: dpa / mg
Stiftung Warentest empfiehlt nur wenige Nagelpilz-Mittel – darunter Canesten® Extra Nagelset
Die Stiftung Warentest hat 33 Präparate gegen Nagelpilz unter die Lupe genommen und empfiehlt nur sechs davon. Bestnoten erhielten das Canesten® Extra Nagelset mit den Wirkstoffen Bifonazol und Harnstoff, das den befallenen Nagel zunächst auflöst, sowie der Terbinafin-Nagellack von 1A Pharma. Beide gelten als „auch geeignet“.
Eindeutig fällt das Urteil bei den freiverkäuflichen Produkten aus Drogerie und Online-Handel aus. Alle fünf getesteten Präparate stuft die Stiftung Warentest als „wenig geeignet“ ein. Wer auf solche Mittel als alleinige Therapie setzt, riskiert nach Einschätzung des Verbrauchermagazins, die Infektion zu verschleppen und andere im Umfeld anzustecken.
Alle Details und Hintergründe zum Test können Sie in unserem Artikel nachlesen.
Chargenrückruf: Litalir 500 mg Hartkapseln
Der Originalhersteller von Litalir 500 mg Hartkapseln ruft im Ausland bestimmte Chargen zurück, da es nach 24 Monaten zu Verklumpungen des Pulvers in der Kapsel kommen kann.
Deshalb ruft nun auch EurimPharm folgende Chargen von Litalir (Hydroxycarbamid) 500 mg Hartkapseln, 100 Stück (PZN 03417479), zurück:
Ch.-B.: 4L9716 (Umpack-Ch.B.: 1000792649), 4L9735 (Umpack-Ch.B.: 1000797290)
Noch vorhandene Packungen sollen zur Gutschrift ausreichend frankiert an die folgende Firmenadresse zurückgesendet werden (Portokosten werden erstattet):
EurimPharm Arzneimittel GmbH
EurimPark 8
83416 Saaldorf-Surheim. Quelle: AMK
Unbekanntes Virus bei Rindern in Süddeutschland nachgewiesen
Wie das „Deutsche Ärzteblatt“ berichtet, ist ein neues Virus nach Europa eingeschleppt worden und breitet sich nun bei Rindern in Süddeutschland aus. Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen.
Medienberichten zufolge habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) anhand von vier Proben festgestellt, dass es sich um ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe handelt. Viren dieser Gruppe kämen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor.
Aktuell seien etwa 100 Betriebe in Südbaden betroffen, Todesfälle unter den Tieren seien aber nicht bekannt. „Der Krankheitsverlauf ist nach bisherigem und aktuellem Kenntnisstand typischerweise mild, betroffene Tiere erholen sich innerhalb weniger Tage wieder“, wird das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Deutschen Ärzteblatt zitiert.
Für Menschen besteht nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko. Quelle: Deutsches Ärzteblatt / mg
Größtes Darmmodell Europas in Berlin vorgestellt
Im Rahmen des Felix Burda Award am 21. Juni 2026 in Berlin hat die Felix Burda Stiftung die nun vierte Generation ihres Darmmodells erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Vor der AXICA am Pariser Platz konnten die Gäste der Preisverleihung das neue Aufklärungstool auf 20 Metern Länge durchschreiten.
Seit 2008 ist das größte begehbare Darmmodell Europas das Herzstück der Live-Kommunikation der Felix Burda Stiftung. In 18 Jahren haben über 650.000 Menschen in acht Ländern den Spaziergang durch den menschlichen Darm gewagt und sich dabei über Darmkrebsvorsorge, Früherkennung, Risikofaktoren und entzündliche Darmerkrankungen informiert. Mieter nutzen das Modell für ihre Gesundheitsaktionen. Das überarbeitete vierte Modell löst seinen Vorgänger aus dem Jahr 2015 ab.
In vier Abschnitten schlüpfen die Besucher in die Rolle eines Endoskops und durchwandern den gesunden Darm, sehen Vorstufen von Darmkrebs, ein Karzinom, sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED).
Das neue Modell bietet nun u. a. komplett überarbeitete Informationstafeln mit neuen Texten und erstmals auch Erläuterungen in englischer Sprache. Der Boden wurde mit Bodenplatten aus rutschfestem Gummibelag erneuert, um einen barrierefreien Besuch zu gewährleisten. Quelle: PM Felix Burda Stiftung / mg
Informationsschreiben zu Memantin AbZ Starterpackung 5 mg/10 mg/15 mg/20 mg Filmtabletten
Im Rahmen der securPharm-Prüfung wird bei Memantin AbZ Starterpackung 5 mg/10 mg/15 mg/20 mg, Filmtabletten, für Packungen der Charge 185228 eine von der aufgedruckten PZN abweichende PZN angezeigt.
Die AbZ-Pharma GmbH informiert nun, dass die Produktbezeichnung von
Memantin AbZ Starterpackung 5 mg/10 mg/15 mg/20 mg Filmtabletten (PZN 09929789) in
Memantin AbZ 5 mg/10 mg/15 mg/20 mg Filmtabletten (PZN 18851276)
geändert wurde. Die betroffene Charge wurde beiden PZN zugeordnet. Daher wird im Rahmen der securPharm-Überprüfung weiterhin die bisherige PZN angezeigt, obwohl auf der Packung bereits die neue PZN aufgedruckt ist. Beim Scannen des DataMatrix-Codes wird keine Fehlermeldung erzeugt.
Laut Firma können die Packungen uneingeschränkt im securPharm-System verbucht und regulär abgegeben werden. Die Diskrepanz wird nur bei einem manuellen Vergleich der aufgedruckten mit der angezeigten PZN sichtbar. Quelle: AMK
Indikationserweiterung für Opzelura®
Die Europäische Kommission (EK) hat für Opzelura® (Ruxolitinib-Creme) eine Indikationserweiterung erteilt. Ab sofort darf die Creme auch zur Behandlung der mittelschweren atopischen Dermatitis bei erwachsenen Patienten angewendet werden, wenn topische Corticosteroide und topische Calcineurin-Inhibitoren unzureichend wirksam oder ungeeignet sind.
Es ist damit der erste topische JAK-Inhibitor, der in der EU zur Behandlung der atopischen Dermatitis zugelassen wurde.
Die Entscheidung der Europäischen Kommission folgt auf die positive Stellungnahme des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) vom Juni 2026.
Es handelt sich um die zweite zugelassene Indikation für Opzelura® in Europa. Zuvor hatte die EK das Arzneimittel bereits zur Behandlung der nicht-segmentalen Vitiligo mit Gesichtsbeteiligung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen. Quelle: PM Incyte
Ebola-Medikamentenstudien starten
Im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo haben inzwischen mehrere Medikamenten- und Impfstoffstudien begonnen.
Bei der ersten Medikamentenstudie sind laut WHO 50 Patienten in drei Behandlungszentren eingeschrieben. Insgesamt sollen zehn Zentren in die Studie einbezogen werden, aber dafür brauche es mehr geschultes Personal, um die Patienten gut überwachen zu können.
Mit einer möglichen Prophylaxe werden 25 Menschen behandelt. Dies sind meist Angehörige, die direkt mit einer infizierten Person zu tun hatten.
Und es hat der erste Test mit einem möglichen Impfstoff an gesunden Freiwilligen in Großbritannien begonnen. Ein zweiter Test soll noch Anfang August in Kanada beginnen. Geprüft wird, welche Immunantwort auf die Verabreichung des Impfstoffs erfolgt. Der erste Impfstoff wurde an der Oxford-Universität und dem Serum Institut in Indien entwickelt, der zweite von der Firma Moderna.
Bislang wurden nur Impfstoffe für andere Ebola-Varianten entwickelt. Für die, die im Kongo jetzt schon rund 1.700 Menschenleben gefordert hat, die Bundibugyo-Variante, gibt es noch keinen Impfstoff. Quelle: dpa / mg