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Ebola – hochansteckend und lebensgefährlich

Ebolaviren sind große RNA-Viren von lang gestreckter, fadenförmiger Gestalt, die sich in fast allen Zellen des infizierten Wirts mit hoher Geschwindigkeit vermehren können. Die Gattung Orthoebolavirus (früher: Ebolavirus) aus der Familie der Filoviridae umfasst fünf Arten
- Zaire-Ebolavirus (EBOV),
- Sudan-Ebolavirus (SUDV),
- Reston-Ebolavirus (RESTV),
- Taï-Forest-Ebolavirus (TAFV) und
- Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV).
Letztere ist durch den Ausbruch im Mai 2026 in der Demokratischen Republik Kongo zurzeit in aller Munde. Da mindestens auch das Nachbarland Uganda betroffen ist und es bislang keinen zugelassenen Impfstoff gegen diese Variante gibt, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine „gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ ausgerufen. Bis zum 25. Mai 2026 wurden mindestens 234 Todesfälle und über 1.018 Infizierte gemeldet.
Gut zu wissen: Woher stammt der Name „Ebola“?
Die Bezeichnung geht auf den Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zurück, in dessen Nähe diese Viren 1976 den ersten allgemein bekannten großen Ausbruch verursacht hatten.
Außer dem Reston-Ebolavirus lösen alle Arten beim Menschen Ebolafieber – auch Ebolakrankheit oder Ebolavirus-Krankheit genannt – aus, das durch Fieber über 38,5 Grad in Verbindung mit inneren und äußeren Blutungen gekennzeichnet ist.
Die damit einhergehenden Organschädigungen führen über alle Virusarten gerechnet in rund der Hälfte der Erkrankungsfälle zum Tode. Die hohe Sterblichkeit zeigt, dass das Ebolavirus nicht an den Menschen als Wirt angepasst ist, durch dessen Tod es seinen eigenen Lebensraum zerstört.
Infektion mit dem Ebolavirus
Ebolafieber ist eine Zoonose, also eine von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragbare Infektionskrankheit.
Der hochkontagiöse Erreger kann von erkrankten Menschen durch alle Arten von Körperflüssigkeiten, von Tieren durch deren Ausscheidungen oder Verzehr deren Fleisches und von kontaminierten Gegenständen durch Schmierinfektion auf den Menschen übertragen werden.
Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und 21 Tagen und beträgt meist sechs bis zwölf Tage.
Das natürliche Reservoir des Virus ist nicht abschließend geklärt, vermutet werden jedoch Flughunde. Wahrscheinlich ist eine Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, die in Teilen West- und Zentralafrikas als „Buschfleisch“ verzehrt werden.
Auch die Verunreinigung von Früchten oder Blättern durch Flughundspeichel oder -kot und die anschließende Aufnahme durch andere Tierarten oder den Menschen werden als Übertragungsweg diskutiert.
Symptome des Ebolafiebers
Nach Ablauf der Inkubationszeit treten zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen auf, die mitunter von Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall begleitet werden. Auch Hautausschläge kommen regelmäßig vor.
Weitere mögliche Symptome sind Kraftlosigkeit, Schmerz im Unterleib, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Rötung der Schleimhäute in der Mundhöhle, Schluckstörung und Bindehautentzündung, Schwindelanfälle, Halsschmerzen und Ödeme.
Oftmals folgt auf diese erste Phase der Erkrankung eine ein- bis zweitätige Remission (Abklingen der Symptome), bevor ein hämorrhagisches, also mit Blutungen verbundenes Fieber beginnt.
In dieser zweiten Phase, die einen schweren Verlauf kennzeichnet, erleiden die Patienten Schleimhautblutungen, vor allem aus dem Magen-Darm-Trakt, aber auch aus anderen Organen wie der Niere, was sich durch Blut im Stuhl und Urin äußert. Auch Hämatome und Hautblutungen sind häufig.
Bei vielen Patienten kommt es zu Schockzuständen und Kreislaufzusammenbrüchen. Die Nierenschädigung führt schließlich zum Nierenversagen.
Bei vergangenen Ebola-Ausbrüchen wurde auch von neuropsychiatrischen Auffälligkeiten wie Krämpfen und Delirium sowie von Verwirrtheit und Hörverlust berichtet.
Bei tödlichen Verläufen wird der Tod durch eine Form des septischen Schocks mit multiplem Organversagen hervorgerufen. Jüngere Patienten haben eine bessere Überlebenschance als Infizierte über 45 Jahren.
Therapie des Ebolafiebers
Als Therapie stehen bislang Maßnahmen zur Bekämpfung oder Linderung einzelner Krankheitssymptome zur Verfügung. So werden Betroffene intensivmedizinisch betreut, erhalten Arzneimittel zur Fiebersenkung (Antipyretika), ausreichend Flüssigkeit, Elektrolyte und Glucose sowie gegebenenfalls Schmerz- und Gerinnungsmittel.
Gegebenenfalls sind Transfusionen von Blutprodukten indiziert. Antibiotika und Antimykotika dienen der Kontrolle von Sekundärinfektionen.
Im Frühstadium des Ebolafiebers gibt es vereinzelt Erfolge mit Rekonvaleszentenserum, also Blutserum, das von Überlebenden gewonnen wurde. Dank der von den Genesenen gebildeten Antikörpern lässt sich das Rekonvaleszentenserum zur passiven Immunisierung nutzen.
Während der Behandlung müssen die Patienten isoliert und Oberflächen sowie Behandlungsutensilien konsequent desinfiziert werden, um eine Infektion des medizinischen Personals oder anderer Patienten zu verhindern.
Eine spezielle medikamentöse Behandlung für das 2026 im Kongo und Uganda ausgebrochene Bundibugyo-Ebolavirus gibt es derzeit nicht. Als mögliches Therapeutikum gilt des Virostatikum Remdesivir, das von Gilead Sciences zur Behandlung von Ebolafieber und Marburgfieber entwickelt wurde.
Gut zu wissen: Nachweis und Meldepflicht bei Ebolafieber
Das Virus kann nur durch Labordiagnostik im Blut, Urin oder Speichel zweifelsfrei nachgewiesen werden. Auch ein Nachweis der speziellen Antikörper ist möglich, allerdings werden diese häufig erst im späteren Verlauf der Erkrankung gebildet.
Der Umgang mit Ebolaviren darf nur in Hochsicherheitslaboren erfolgen.
In Deutschland, Österreich, der Schweiz und in vielen anderen Ländern besteht eine Meldepflicht bei Verdacht auf Ebolafieber, bei direktem oder indirektem Erregernachweis, bei Ausbruch der Erkrankung, beim hämorrhagischen Krankheitsverlauf oder bei Tod durch das Ebolafieber.
Für die Erkrankung von Affen besteht in Deutschland Anzeigepflicht nach dem Tiergesundheitsgesetz.
Folgen einer Ebola-Infektion
Eine überstandene Erkrankung nach Infektion mit Ebolaviren macht die betroffene Person immun gegen den auslösenden Erreger. Die Immunität erstreckt sich jedoch nicht auf andere Arten von Ebolaviren.
Überlebende einer Ebola-Infektion können langfristige Beschwerden entwickeln, die unter dem Begriff „Post-Ebola-Syndrom“ zusammengefasst werden. Zu den bekannten Spätfolgen zählen Gelenkschmerzen, Störungen der Augen wie Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut) sowie neurologische Symptome.
Diese Folgeekrankungen werden vermutlich durch Autoimmunmechanismen verursacht. In Einzelfällen ist bei schwerem Verlauf eine entzündungshemmende Therapie mit NSAR und Glucocorticoiden notwendig.
Prophylaxe des Ebolafiebers
Zur Ebola-Prophylaxe wird spätestens seit 2012 an der Entwicklung von Impfstoffen gearbeitet. Da die meisten bisherigen Ausbrüche vom Zaire-Ebolavirus (EBOV) verursacht wurden, richten sich die Impfstoffe gegen diese spezielle Virusart.
Etabliert sind vor allem der 2019 in der Europäischen Union zugelassene rekombinante Lebendimpfstoff Ervebo des US-Pharmaunternehmens MSD sowie das bis vor Kurzem in der EU zugelassene Zwei-Dosen-Impfschema Zabdeno/Mvabea des deutschen Herstellers Janssen Cilag, das gegen mehrere Filoviren wirksam ist.
Um das 2026 ausgebrochene Bundibugyo-Ebolavirus zu bekämpfen, forschen verschiedene Institutionen und Unternehmen vor allem an multivalenten Impfstoffen, die sich die Verwandtschaft der Virusarten zunutze machen.
So arbeitet beispielsweise ein internationales Forscherteam um Jiachen Zhang von der University of Science and Technology of China in Hefei aktuell an einem Breitband-mRNA-Impfstoff gegen die drei gefährlichsten Ebolaviren EBOV, SUDV und BDBV. Quellen:
- https://flexikon.doccheck.com/de/Ebola
- https://de.wikipedia.org/wiki/Ebolafieber
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/breitband-impfstoff-in-der-entwicklung-165536/