Magen-Darm-Beschwerden
Völlegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Sodbrennen – Symptome über die viele Menschen klagen, sei es nach dem Essen oder vor Nervosität. Da liegen Restaurantessen und Magenbeschwerden manchmal genauso nah beisammen wie Urlaub und Reiseübelkeit. In dieser Reihe von Wissen am HV erfahren Sie, wie Sie Ihre Kunden zu den entsprechenden Beschwerden beraten können.
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Was hilft bei Durchfall?

Rückansicht eines Mannes mit Klopapierrolle in der Hand vor einer Toilette stehend
Durchfall kann gut in der Selbstmedikation behandelt werden. | Bild: vchalup / AdobeStock

Durchfall liegt vor, wenn ein Patient mehr als drei ungeformte oder wässrige Stühle pro Tag hat. Der Körper verliert dabei viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. 

Meist ist der Durchfall harmlos und klingt nach einigen Tagen ab. Trotzdem fühlen sich viele Patienten geschwächt. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, weil sie schnell dehydrieren können.

Ursachen für akuten Durchfall

Akuter Durchfall tritt plötzlich auf und dauert in der Regel nur wenige Tage. Häufig steckt eine Infektion des Darms dahinter. Viren wie Noro- oder Rotaviren sind sehr ansteckend. Auch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter sind typische Auslöser. 

Reisedurchfall nach der Aufnahme von verunreinigtem Wasser oder kontaminierten Speisen ist ebenfalls häufig. Weitere Ursachen sind verdorbene Lebensmittel oder Medikamente wie Antibiotika und Abführmittel. Auch Stress, Angst oder große Aufregung können den Darm belasten.

Wann liegt ein chronischer Durchfall vor?

Hält der Durchfall länger als vier Wochen an, spricht man von chronischem Durchfall. Dahinter steckt fast immer eine Grunderkrankung. Das Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa liegen besonders häufig vor. 

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz oder eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) gehören dazu. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Galle können ebenfalls anhaltende Beschwerden verursachen. Chronischer Durchfall muss immer ärztlich abgeklärt werden.

Sofortmaßnahme bei Durchfall: Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Die wichtigste Maßnahme bei jedem Durchfall ist das Auffüllen von Flüssigkeit und Elektrolyten. Geeignet sind spezielle Lösungen aus der Apotheke wie Elotrans® oder Oralpädon®. Sie enthalten Wasser, Salze und Zucker und gleichen die Verluste am besten aus. 

Wer keine Lösung im Haus hat, sollte reichlich Wasser, ungesüßten Kräutertee oder Brühe trinken. Besonders für Kinder und ältere Menschen ist diese Maßnahme entscheidend.

Behandlung von Durchfall mit Medikamenten

In der Selbstmedikation stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Ein bekanntes Mittel ist Loperamid (z. B. Imodium® akut). Es hemmt die Darmbewegung und sorgt dafür, dass der Stuhl fester wird. Der Einsatz ist nur kurzfristig sinnvoll und nicht erlaubt, wenn der Patient Fieber oder blutigen Stuhl hat.

Medizinische Kohle bindet Giftstoffe und Bakterien im Darm. Wichtig ist ein zeitlicher Abstand zu anderen Medikamenten von mindestens zwei Stunden.

Sehr gut verträglich ist auch die Hefe Saccharomyces boulardii (z. B. Perenterol®). Sie kann akute Durchfälle verkürzen und wird auch vorbeugend vor Reisen eingesetzt. Auch Präparate wie Omni-Biotic® Reise können zur Unterstützung der Darmflora verwendet werden.

Eine weitere bewährte Option ist Tannacomp®. Es enthält Gerbstoffe (Tanninalbuminat) und Ethacridinlactat. Gerbstoffe schützen die Darmschleimhaut, wirken zusammenziehend (adstringierend) und verringern den Flüssigkeitsverlust. Ethacridin wirkt antibakteriell und hemmt das Wachstum von Keimen im Darm. 

Tannacomp® eignet sich sowohl bei akuten Durchfällen als auch zur Vorbeugung von Reisedurchfall. Ein Vorteil ist, dass das Präparat den Durchfall reguliert, ohne die Darmbewegung so stark zu hemmen wie Loperamid. Es kann gut mit einer Elektrolyttherapie kombiniert werden.

Auch Probiotika können sinnvoll sein, besonders bei wiederkehrendem oder chronischem Durchfall im Rahmen eines Reizdarmsyndroms. Sie unterstützen eine gesunde Darmflora und helfen, das Gleichgewicht der Bakterien im Darm zu stabilisieren. 

Studien zeigen, dass bestimmte Stämme wie Lactobacillus oder Bifidobakterien die Beschwerden bei Reizdarm mit Durchfällen lindern können. Da die Auslöser und Symptome von Reizdarm sehr individuell sind, empfiehlt sich jedoch immer eine persönliche Beratung in der Apotheke, um das passende Präparat auszuwählen und die Einnahmedauer festzulegen.

Gut zu wissen: Begleitbeschwerden bei Durchfall

Viele Patienten klagen zusätzlich über Bauchkrämpfe oder ein allgemeines Druckgefühl im Magen-Darm-Bereich. Hier kann Buscopan® mit Butylscopolamin krampflösend wirken. 

Als pflanzliche Option bietet sich Iberogast® an. Es beruhigt den Magen, reguliert die Darmbewegung und lindert Beschwerden bei allgemeinen Magen-Darm-Erkrankungen, die auch mit Durchfall einhergehen.

Welche Ernährung wird bei Durchfall empfohlen?

Eine gezielte Ernährung kann den Verlauf von Durchfall zusätzlich positiv beeinflussen. Empfehlenswert sind leicht verdauliche Lebensmittel wie Zwieback, geriebener Apfel, Banane, Haferschleim, Reisbrei oder Möhrensuppe. Diese Nahrungsmittel sind magenfreundlich und liefern Energie. 

Fettige Speisen, blähendes Gemüse, scharf gewürzte Gerichte und frisches Obst, außer Apfel und Banane, sind nicht geeignet.

Gut zu wissen: Cola und Salzstangen bei Durchfall?

Cola und Salzstangen gelten als klassisches Hausmittel gegen Durchfall, die Kombination ist aber ungünstig. 

Cola enthält sehr viel Zucker und Säure, was den Darm zusätzlich reizen kann. Salzstangen liefern zwar Kochsalz, enthalten aber keine wichtigen Elektrolyte wie Kalium oder Bikarbonat. 

Ein Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust lässt sich damit nicht ausgleichen. Besser geeignet sind Elektrolytlösungen aus der Apotheke.

Wann bei Durchfall besser zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder wenn er besonders stark ist. Auch bei Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl sowie bei heftigen Bauchschmerzen sollte der Patient sofort ärztliche Hilfe suchen. 

Warnzeichen für Austrocknung sind starker Durst, trockene Lippen und Schleimhäute, Schwindel oder ein deutlich verringertes Wasserlassen. Besonders Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke sind schnell gefährdet und brauchen frühzeitig ärztliche Betreuung. Quelle: Buch: Lennecke/ Hagel Selbstmedikation Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung
https://www.orthomol.com/de-de/lebenswelten/magen-darm/durchfall-diarrhoe
 

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