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Naturheilmittel: Was ist Heilwasser?

Manchmal hat man ein Wort schon oft gehört, weiß aber nie so genau, was es eigentlich bedeutet. „Heilwasser“ ist für viele Menschen sicherlich eines davon.
Es ruft im Kopf sofort ein Bild von Gesundheit, Vitalität und Genesung hervor, doch wer nach der genauen Definition gefragt wird, zuckt höchstwahrscheinlich mit den Schultern.
Für alle, denen es ähnlich geht, hier alle wichtigen Fakten zum Thema Heilwasser.
Was ist Heilwasser?
Heilwasser – oft auch „natürliches Heilwasser“ genannt – stammt aus unterirdischen, ursprünglichen, vor Verunreinigung geschützten, reinen Wasservorkommen, die staatlich als Heilquelle anerkannt sind.
Es handelt sich um sanft wirkende Naturheilmittel, die offiziell vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen wurden.
Voraussetzung für die Zulassung ist der Nachweis einer vorbeugenden, lindernden oder heilenden Wirkung. Dadurch unterscheidet sich Heilwasser vom Mineralwasser, das dem Lebensmittelrecht unterliegt.
Wie entsteht Heilwasser?
Heilwässer entstehen aus Niederschlagswasser, das meist schon vor vielen Jahren oder Jahrzehnten in den Boden eingedrungen und durch verschiedene Gesteinsschichten gesickert ist. Auf seinem Weg in die Tiefe wird das Wasser gefiltert und gereinigt. Gleichzeitig reichert es sich mit Mineralstoffen und Spurenelementen an.
Welche Stoffe das Wasser in welchen Mengen aufnimmt, hängt von den geologischen Gegebenheiten ab: Aus kalkreichem Gestein nimmt das Wasser zum Beispiel Hydrogencarbonat und Calcium auf, aus mineralischem Gestein Natrium, Calcium oder Magnesium.
Heilwasser wird meist durch Bohrung erschlossen, am Quellort abgefüllt und dabei nur minimal verändert. So dürfen Abfüller dem Wasser Eisen entziehen, um eine unschöne Braunfärbung zu vermeiden, und den Kohlensäuregehalt erhöhen oder senken. Ansonsten bleibt die natürliche Zusammensetzung erhalten.
Heilwasser: Welche Anwendungsgebiete gibt es?
Die Deutschen Heilbrunnen im Verband Deutscher Mineralbrunnen nennen als mögliche Anwendungen von Heilwässern unter anderem:
- Verhindern von Calciummangel und daraus folgender Osteoporose
- Verhindern von Magnesiummangel, der Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen auslösen kann
- Lindern von Sodbrennen und Übersäuerung durch Hydrogencarbonat
- Kariesschutz durch Fluorid
- Unterstützung der Verdauung durch Sulfat
- Vorbeugung und unterstützende Behandlung von Blasenentzündung und Harnwegsinfekten durch Kohlensäure
Dabei seien nicht einzelne Inhaltsstoffe, sondern die spezielle Zusammensetzung verantwortlich für die gesundheitsfördernden Wirkungen, indem sie beispielsweise Organfunktionen regulierten und Stoffwechselvorgänge harmonisierten.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen von Heilwasser
Heilwasser ist weder rezept- noch apothekenpflichtig und wird in gut sortierten Lebensmittel- und Getränkemärkten sowie im Onlinehandel angeboten.
Die Inhaltsstoffe, Anwendungsgebiete und empfohlenen Trinkmengen sind bei jedem Produkt auf dem Etikett verzeichnet. Die meisten Heilwässer kann man täglich auch in größeren Mengen trinken.
Etwaige Einschränkungen beim Gebrauch liegen nicht in den Inhaltsstoffen, sondern in der Flüssigkeit begründet. So müssen Menschen mit Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen ihre Trinkmengen im Blick behalten.
Eine typische auf dem Etikett von Heilwasserflaschen angegebene Wechselwirkung ist zudem, dass die Aufnahme und Ausscheidung von Medikamenten beeinflusst werden kann. Quelle: Deutsche Heilbrunnen im Verband Deutscher Mineralbrunnen