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Schulstress belastet Jugendliche am meisten

Das Markt- und Sozialforschungsunternehmen Sinus mit Sitz in Heidelberg hat im Auftrag der Barmer Ersatzkasse ermittelt, welche Themen Jugendliche in Deutschland im Jahr 2025 am stärksten belasteten.
An der repräsentativen Umfrage nahmen 2.000 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren teil. Sie gaben zu verschiedenen Themen wie Schulstress, Einsamkeit oder chronische körperliche Krankheiten an, wie sehr diese ihr Leben auf einer Skala von eins bis zehn beeinträchtigten.
Das Sinus-Institut wertete Angaben von acht bis zehn als stark, Werte von vier bis sieben als teilweise und Werte von eins bis drei als nicht belastend.
Die Auswertung liefert Informationen zu Themen und Ausmaß der Beeinträchtigung, aber auch zur Verteilung auf die Geschlechter und Bildungsniveaus.
Welche Jugendliche leiden unter welchem Lebensaspekt am meisten?
Schulstress ist der stärkste Belastungsfaktor bei Jugendlichen
Nicht unerwartet steht Schulstress an erster Stelle, verbringen doch die meisten Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule. 33 Prozent der Befragten bekundeten, dass Stress in der Schule eine große Beeinträchtigung für sie darstelle. Nur 22 Prozent fühlten sich durch schulischen Stress nicht beeinträchtigt.
Schulstress ist auch eine Geschlechterfrage: 42 Prozent der Mädchen sahen ihr Leben stark beeinträchtigt, während es bei den Jungen nur 25 Prozent waren. Nicht belastend empfanden nur 15 Prozent der Mädchen das Thema Schule, bei den Jungen waren es 28 Prozent.
Der formale Bildungsgrad (gemessen an Schulform und Abschlüssen) scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen, wenn auch in geringerem Ausmaß: Niedriggebildete fühlten sich mit 37 Prozent nur geringfügig häufiger belastet als Hochgebildete mit 33 Prozent.
Insgesamt gaben nur 22 Prozent der Befragten beim Thema Schulstress Belastungswerte von eins bis drei auf der Skala an. Es fällt also nur gut ein Fünftel unter die Kategorie „keine Beeinträchtigung“.
Stress in der Familie belastet viele Jugendliche
Stress in der Familie stellt die zweitgrößte Beeinträchtigung für Jugendliche dar, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als Schulstress: 16 Prozent der Befragten sprachen von großer Belastung durch Spannungen in der Familie, dagegen verspürten 45 Prozent keine Beeinträchtigung.
Auch hier waren es eher Mädchen als Jungen (20 versus 12 Prozent), die stark litten. Beim Bildungsniveau war der Unterschied einmal mehr etwas geringer: Formal Niedriggebildete fühlten sich zu 19 Prozent stark beeinträchtigt, formal Hochgebildete zu 15 Prozent.
Überhaupt keine Belastung durch die familiäre Situation verspürten mit 45 Prozent weniger als die Hälfte der Befragten.
Weitere belastende Lebensbereiche: Einsamkeit, Erkrankungen & Stress
Drei weitere Themen belasteten jeweils mehr als zehn Prozent der Jugendlichen stark: Einsamkeit (12 Prozent), psychische Erkrankungen (11 Prozent) und Stress im Freundeskreis (11 Prozent). Vor allem den Befund zu den psychischen Erkrankungen stuft die Barmer als alarmierend ein, da hier Beeinträchtigungen durch manifeste Erkrankungen abgefragt wurden.
Bei allen drei Themen fielen sowohl Geschlechter- als auch Bildungsunterschiede deutlich ins Gewicht: Einsamkeit beeinträchtigte 15 Prozent der Mädchen und neun Prozent der Jungen stark. Bei den formal Niedrig- beziehungsweise Hochgebildeten sind es 21 beziehungsweise zehn Prozent.
Psychische Erkrankungen empfanden 17 Prozent der Mädchen und sechs Prozent der Jungen als belastend. Bei Jugendlichen mit niedrigem Bildungsniveau lag der Anteil bei 19 Prozent, bei hohem Bildungsniveau bei neun Prozent.
Unter Stress im Freundeskreis litten 16 Prozent der Mädchen und sechs Prozent der Jungen. Auch hier zeigte sich ein Bildungsunterschied: 17 Prozent der Jugendlichen mit niedrigem Bildungsniveau waren stark belastet, gegenüber zehn Prozent derjenigen mit hohem Bildungsniveau.
In diesen drei Lebensbereichen lag der Anteil der Jugendlichen, die sich überhaupt nicht beeinträchtigt fühlten, über 50 Prozent – und stieg bei den weiteren abgefragten Themen auf bis zu 75 Prozent.
Diese Themen waren:
- Süchte nach Substanzen, Medien oder Verhaltensweisen (neun Prozent starke Beeinträchtigung, 59 Prozent keine Beeinträchtigung)
- Mobbing (acht Prozent starke, 65 Prozent keine Beeinträchtigung)
- chronische körperliche Krankheiten (sieben Prozent starke, 74 keine Beeinträchtigung)
- Stress in der Partnerschaft (sechs Prozent starke, 75 Prozent keine Beeinträchtigung)
Quelle:
- https://www.barmer.de/resource/blob/1521534/1cc4baf03a14c2c7c98feefe12e74889/pdf-barmer-bericht-2025-2026-schulstress-data.pdf