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Blähhilfen für Babys: Wie sinnvoll sind Pupsröhrchen?

Baby liegt auf dem Rücken und schreit; Hand der Mutter liegt auf dem Babybauch
Blähungen sind bei Babys in den ersten Lebenswochen häufig. | Bild: sementsova321 / AdobeStock

Meist heißen sie Blähhilfen, manchmal tragen sie auch sprechende Namen wie Anti-Blähungs-Entlüftungsstab oder Pupsröhrchen: Gemeint sind Kunststoffröhrchen, die Babys rektal eingeführt werden, um bei Blähungen, Verstopfung und Koliken überschüssige Gase abzuführen und so dem Kind Linderung zu verschaffen.

Damit diese Röhrchen nicht zu tief in den Anus eindringen, besitzen sie einen kurzen dünnen Abschnitt zum Einführen, der weich und flexibel ausgeführt ist. Der längere und deutlich dickere Teil dient dem Anwender zum Festhalten.

Die Hersteller werben damit, dass diese mechanische Lösung ganz ohne Arzneien auskommt und versprechen eine leichte und – dank Einwegdesign – hygienische Handhabung.  

All das steht außer Zweifel. Und doch regt sich in Großbritannien nun behördlicher Widerstand gegen Blähhilfen.

Gut zu wissen: Ursachen von Blähungen bei Babys

Blähungen bei Babys können verschiedene Ursachen haben. In den ersten Lebensmonaten ist das Verdauungssystem noch nicht vollständig ausgereift. Dadurch kann sich Luft im Magen-Darm-Trakt sammeln. 

Auch beim Trinken oder Weinen schlucken Babys häufig Luft, die anschließend Beschwerden verursachen kann. 

Eine weitere mögliche Ursache sind Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Bestandteilen der Muttermilch oder Säuglingsnahrung. /vs

Blähhilfen: Verletzungsrisiko und Zweifel an Wirksamkeit

Die britische Arzneimittelbehörde (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency; MHRA) spricht sich gegen die Verwendung von Blähhilfen aus.

Die MHRA betont einerseits, dass das potenzielle Risiko bei der Anwendung der Röhrchen – zum Beispiel Blutungen, Darmperforation oder Schmerzen – unbekannt sei. Andererseits vermisst sie jeglichen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit.  

Und sollten die Produkte in bestimmten Fällen tatsächlich gegen Blähungen helfen, könnte die Anwendung die Diagnose etwaiger zugrundeliegender Erkrankungen verzögern und damit ebenfalls dem Baby schaden.  

Angesichts dieser Argumente rät die MHRA Eltern und Betreuern von Babys, Blähhilfen nicht zu verwenden und bereits gekaufte Produkte zu entsorgen. Medizinisches Personal fordert die Behörde auf, Eltern von der Anwendung abzuraten. Quellen:
- https://www.gov.uk/drug-device-alerts/all-rectal-catheters-gas-and-colic-relievers-do-not-use-in-infants-including-for-the-treatment-of-colic-gas-related-discomfort-or-constipation-dsi-slash-2026-slash-008?cachebust=1787058104
- https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2026/08/26/britische-behoerde-warnt-vor-pupsroehrchen