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Graupen – gesunder Ersatz für weißen Reis

Graupen sind enthüllte und glattgeschliffene Gerstenkörner. Manchmal werden sie auch aus Weizen oder Dinkel gewonnen.
Oft kommen die nahrhaften Körnchen in Graupensuppe oder -schleim zum Einsatz, die als schlichte, sättigende Nahrung sowie als Schonkost oder Krankenspeise bekannt sind.
Der milde, leicht nussige Geschmack und die enthaltenen Nährstoffe sind jedoch ein guter Grund, Graupen öfter in der Küche zu verwenden und auch einmal aufwendigere Gerichte damit zu zaubern. Wer das tut, verhält sich zudem auch noch nachhaltig.
Herstellung und Nutzung von Graupen
Um Graupen herzustellen, werden die äußeren Schichten der Gerstenkörner in Schleifmühlen entfernt und die Körner „poliert“, bis sie glatt sind. Bei der etwas edleren Variante, den kleineren Perlgraupen, werden die Gerstenkörner zunächst in zwei bis vier Stücke geteilt und anschließend poliert.
Graupen sind als Sättigungseinlage in Suppen und Eintöpfen bekannt. Sie lassen sich jedoch auch für viele andere Küchenideen nutzen – im Grunde für alles, das auch mit Reis, Couscous oder Quinoa möglich ist, wie beispielsweise Risotto, Salate, süße Dessertaufläufe oder als Ersatz für Milchreis.
Als Zutat für Gemüsepfannen oder als Beilage für Fleischgerichte oder auch Shrimps eignen sie sich am besten in bissfester Form. Dafür sollten sie nicht so lange gekocht werden, bis sie die vom früheren „Arme-Leute-Essen“ bekannte schleimige Konsistenz annehmen.
Auch ein Abspülen nach dem Kochen der Graupen hilft dabei, überflüssige Stärke zu entfernen, wodurch die Körner bei der Weiterverarbeitung in Pfanne oder Ofen weniger schleimig werden.
Wer ungekochte Graupen in einem luftdichten Behälter an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt, kann sie bis zu einem Jahr verwenden.
Graupen enthalten zahlreiche Nährstoffe
Durch das Schälen der Gerste wird diese leichter verdaulich. Andererseits sind Graupen durch diesen Prozess kein Vollkornprodukt mehr und verlieren einen Teil ihrer Nährstoffe.
Vergleicht man aber Graupen mit weißem Reis, der ebenfalls geschält und poliert wird, um schneller zu kochen und bekömmlicher zu sein als brauner Naturreis, so schneidet das Gerstenprodukt hinsichtlich seiner Nährstoffe deutlich besser ab:
Bei den Ballaststoffen etwa, die für ein gutes Sättigungsgefühl sorgen, beträgt der Anteil bei Graupen 4,6 Gramm pro 100 Gramm, während es weißer Reis nur auf 1,4 Gramm bringt.
Zu den enthaltenen Ballaststoffen gehören auch die für Gerstenprodukte typischen Beta-Glucane, die den Cholesterinspiegel senken, sich positiv auf die Darmflora auswirken und dank ihres niedrigen glykämischen Indexes den Blutzuckerspiegel nach dem Essen nur langsam ansteigen lassen.
Auch bei den Mineralstoffen schlagen Graupen weißen Reis und kommen oft auf mehr als den doppelten Gehalt:
- Kalium (270 Milligramm pro 100 Gramm bei Graupen vs. 110 Milligramm bei Reis)
- Phosphor (210 vs. 110 Milligramm)
- Magnesium (65 vs. 30 Milligramm)
- Eisen (3 vs. 2 Milligramm)
- Zink (2,1 vs. 1,0 Milligramm)
Außerdem beinhalten Graupen ein breites Spektrum an B-Vitaminen. Vor allem Vitamin B3 (Niacin) ist mit gut fünf Milligramm pro 100 Gramm in großer Menge enthalten.
Graupen sind nachhaltig
Gerste wird in Deutschland in großer Menge angebaut und auch hierzulande zu Graupen weiterverarbeitet. Die Ökobilanz ist also ausgezeichnet – wenn man im Lebensmittelhandel auf Graupen aus heimischer Produktion achtet.
Einen ökologischen Vorteil bieten die heimischen Körner auch deshalb, weil Gerste sehr anpassungsfähig ist und deutlich weniger Wasser braucht als beispielsweise Reis.
Zusammen mit ihren vorteilhaften Inhaltsstoffen überzeugen Graupen somit als nahrhaftes, gesundes, weitgehend naturbelassenes und nachhaltiges Lebensmittel. Der Begriff „Superfood“ passt in Bezug auf Getreide allerdings besser zu Vollkornprodukten. Quellen:
https://www.oekotest.de/essen-trinken/Wie-gesund-und-nachhaltig-sind-Graupen_14550_1.html
https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/lebensmittel/graupen-eine-gesunde-alternative-zu-reis/
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerste