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Allianz für Frauengesundheit – neues Bündnis für geschlechtergerechte Medizin

Am vergangenen Dienstag präsentierten die 16 Initiatorinnen der Allianz für Frauengesundheit ihr interdisziplinäres Bündnis vor rund 250 Gästen aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und Wirtschaft.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Frauengesundheit stärker auf die politische und gesellschaftliche Agenda gebracht werden könne und welche konkreten Veränderungen dafür notwendig seien.
Frauengesundheit soll stärker im Gesundheitssystem verankert werden
Als Antwort darauf formulierten die Gründungsmitglieder das sogenannte Berliner Commitment, nämlich die Selbstverpflichtung, Frauengesundheit strukturell und politisch dauerhaft im deutschen Gesundheitssystem zu verankern.
Bis Herbst 2027 will die Allianz konkrete Eckpunkte für eine nationale Frauengesundheitsstrategie entwickeln.
Die Arbeit begleitet ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Beirat von Expertinnen und Experten aus Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung, Public Health, Gynäkologie und reproduktiver Gesundheit, kardiovaskulärer und metabolischer Gesundheit, psychischer Gesundheit, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, Corporate Health sowie Pflege.
Er ordnet zentrale Themen fachlich ein und sorgt dafür, dass Positionen und Handlungsempfehlungen der Allianz auf belastbarer Evidenz beruhen.
„Wir haben aus einer Idee ein echtes Bündnis gemacht. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“, sagt Cornelia Wanke, Kommunikationsexpertin und Strategieberaterin mit langjähriger Erfahrung im Gesundheitswesen und eine der Hauptinitiatorinnen des Bündnisses.
Was macht die Allianz für Frauengesundheit?
Die Allianz versteht Frauengesundheit als integralen Bestandteil einer modernen und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung. Sie setzt sich dafür ein, dass die unterschiedlichen gesundheitlichen Bedürfnisse von Frauen in Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik systematisch berücksichtigt werden.
In einem partizipativen Prozess bringen ihre Vertreter unterschiedliche Perspektiven und Know-how aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens zusammen und entwickeln Eckpunkte für eine nationale Frauengesundheitsstrategie.
Der Politik will die neue Allianz nach eigenen Angaben aufzeigen, welche dringend notwendigen Veränderungen sich innerhalb des deutschen Gesundheitssystems realisieren lassen.
Arbeitsfelder der Allianz für Frauengesundheit
Seine primären Aufgaben sieht das Bündnis darin,
- Frauengesundheit zum bleibenden Thema in der Politik zu machen,
- geschlechterspezifische Forschung und Innovation zu fördern und
- Versorgungslücken bei Frauen über alle Lebensphasen hinweg zu schließen.
Die Frauen selbst sollen unter anderem darüber informiert werden, was Frauengesundheit bedeutet, und Möglichkeiten an die Hand bekommen, sich beispielsweise beim Arzt besser durchzusetzen, wenn sie sich nicht verstanden fühlen.
Ärzte dagegen sollen für spezifisch weibliche Themen wie beispielsweise die Wechseljahre sensibilisiert werden, damit sie Frauen in dieser Lebensphase besser behandeln und aufklären können.
Die Hintergründe für ihre Gründung und ihre Motivation formuliert die Allianz wie folgt:
Frauen lebten weltweit zwar länger als Männer, verbrächten jedoch 25 Prozent mehr Lebenszeit in schlechter Gesundheit als Männer.
Noch immer bestünden große Lücken in Forschung, Diagnostik und Versorgung. Erkrankungen würden bei Frauen später erkannt, Beschwerden nicht ausreichend berücksichtigt und Medikamente zu selten geschlechtsspezifisch erforscht.
Eine bessere Gesundheitsversorgung für Frauen könne außerdem die Wirtschaft stärken – indem sie Fehlzeiten verringere, Frauen länger gesund im Berufsleben halte und ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt stärke.