In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
Versorgungsbedarf bei Endometriose oft unterschätzt

Abrechnungsdaten allein seien nicht ausreichend, um Morbidität, Versorgungsaufwand und Vergütungsbedarf bei Endometriose realistisch zu erfassen, erklärt das Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung (Zi) in einer aktuellen Mitteilung.
Zu diesem Schluss kam das Zi nach Analyse der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten von weiblichen GKV-Versicherten ab zehn Jahren im Zeitraum vom ersten Quartal 2015 bis zum dritten Quartal 2025.
Untersucht wurde unter anderem, wie beständig eine erstmalig als gesichert gekennzeichnete und validierte Endometriose-Diagnose in den Folgejahren weitergeführt wurde.
Endometriose-Studie des Zi
Die Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung von Patientinnen mit Endometriose sich anhand vertragsärztlicher Abrechnungsdaten nur eingeschränkt abbilden lasse – vor allem, weil eine Endometriose-Diagnose oft nicht wiederholt in den Folgequartalen kodiert werde:
Von 65.566 Patientinnen mit erstmalig gesicherter und validierter Endometriose-Diagnose im Jahr 2017 erhielten im Folgejahr 47,9 Prozent erneut eine als „gesichert“, „Verdacht“ oder „Zustand nach“ gekennzeichnete Endometriose-Diagnose. Bis 2024 sank dieser Anteil auf 13,2 Prozent.
Stattdessen würden andere Beschwerden und Erkrankungen kodiert, die im Rahmen einer Endometriose häufig in den Vordergrund träten, während die Endometriose-Diagnose selbst nicht zwingend erneut erscheine.
So könnten bei folgenden Arztbesuchen etwa primär Unterbauchschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Nebenwirkungen einer Hormontherapie oder Kinderwunsch der konkrete Behandlungsanlass sein, während die Endometriose als Grunderkrankung fortbestehe.
Bezug zur Endometriose muss deutlicher werden
Der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried schließt aus den Ergebnissen der Untersuchung, dass nach einer Endometriose-Diagnose in Folgebehandlungen der Bezug zur Grunderkrankung (falls vorhanden) stärker in den Fokus rücken müsse:
„Wir brauchen ein umfassenderes Bild der Erkrankungs- und Therapieverläufe über die Sektorengrenzen hinweg, inklusive breiterer Einschlusskriterien. Das ist eine wichtige Grundlage, um ambulante Versorgungsangebote und Vergütungsstrukturen evidenzbasiert weiterzuentwickeln.“