Heidelbeere – gesunde Köstlichkeit und Therapeutikum

Es ist wieder Heidelbeerzeit! Von Mitte Juli bis Ende August kann man die blauschwarzen Beeren auf moorigen Heiden, in bodensauren Wäldern und auf Bergheiden ernten. Die farbintensiven Früchte sind nicht nur eine sehr gesunde Köstlichkeit. Sie werden auch als Heilmittel geschätzt. In getrockneter Form gehören sie zu den bei Durchfall eingesetzten Gerbstoffdrogen.

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Regional unterschiedliche Namen

Mancherorts ziehen nun wieder fleißige Sammler „in die Heidelbeeren“. Je nach regional unterschiedlichem Sprachgebrauch werden „Heidelbeeren“, „Blaubeeren“, „Schwarzbeeren“ oder „Bickbeeren“ geerntet. Typische Standorte der Heidelbeerpflanze Vaccinium myrtillus sind saure Böden in lichten Wäldern und auf Heiden. In den Alpen kann man den sommergrünen Zwergstrauch sogar noch in Höhen von über 2.000 Metern antreffen.

Schmackhaft und vitaminreich

Die blauschwarzen, bereiften Früchtchen schmecken natürlich am köstlichsten frisch vom Strauch. Dann bleibt auch der Vitaminreichtum (insbesondere Vitamin C) voll erhalten. Wer sich an den aromatischen Beeren schon mal so richtig satt gegessen hat, dürfte daraufhin etwas festgestellt haben: Die frischen Beeren wirken leicht abführend. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Fruchtsäuren.

Bei unspezifischem Durchfall und entzündeter Mundschleimhaut

Den entgegengesetzten Effekt haben die Früchte in getrockneter Form: Die Gerbstoffdroge Myrtilli fructus siccus wirkt adstringierend und ist innerlich indiziert bei unspezifischen akuten Durchfallerkrankungen. Die getrockneten, grob runzeligen Früchte kann man kauen oder daraus Teeabkochungen herstellen (mehrmals täglich 5 bis 10 g, Tagesdosis bis 60 g). Heidelbeer-Fertigtees („Durchfalltee“) gibt es unter anderem von Bombastus und Sidroga. Zudem haben getrocknete Heidelbeeren noch ein äußerliches Einsatzgebiet: leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

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Anthocyanreicher Heidelbeerextrakt

Verantwortlich für die intensive dunkle Farbe wilder Heidelbeeren sind Anthocyane. Diesen Farbstoffen schreibt man antioxidative Effekte zu. Heidelbeeren zählen zu den Spitzenreitern der Radikalfänger. Diese Inhaltsstoffe sollen auch die Sehkraft verbessern. Deshalb steckt Heidelbeerextrakt in einigen diätetischen Präparaten bzw. Nahrungsergänzungsmitteln, die speziell auf die Bedürfnisse des Auges zugeschnitten sind (z.B. Bluecur Lutein, Nobilin Visionvital, Unizink® Kombikraft). Außerdem wird Heidelbeerextrakt traditionell bei Krampfaderbeschwerden eingesetzt.

Eindeutiges Merkmal: gefärbtes Fruchtfleisch

Nicht nur die Fruchthaut der Heidelbeeren steckt voller Farbstoffe. Auch das Innere der Beeren ist rotblau gefärbt. Darin unterscheiden sie sich übrigens von den äußerlich sehr ähnlichen Rauschbeeren (Vaccinium uliginosum). Diese möglicherweise halluzinogen wirkenden Früchte sind innen hell. Übrigens haben auch die im Handel angebotenen, wesentlich größeren Kulturheidelbeeren ein helles Fruchtfleisch.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de