Vogelknöterich – bei leichten Atemwegserkrankungen

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Getreu seinem Namen ist der Vogelknöterich bei Vögeln sehr beliebt. Gartenbesitzer mögen das widerstandfähige Wildkraut aber gar nicht. In der Volksheilkunde stand dieses Knöterichgewächs früher hoch im Kurs. Heute wird Vogelknöterichkraut vorwiegend bei leichten Atemwegskatarrhen und Mundschleimhautentzündungen verwendet.

Fußtritte erwünscht

Der Vogelknöterich (Polygonum aviculare) ist weltweit in den gemäßigten Zonen verbreitet. Er liebt stickstoffhaltige Böden und kommt häufig auf Äckern, an Wegen, Zäunen, im Schutt und auch in Gärten vor. Gemeinhin wird das einjährige Knöterichgewächs (Polygonaceae) als Unkraut eingestuft. Es macht dem Vogelknöterich nichts aus, wenn über ihn hinweggelaufen wird. Die bis zu 50 Zentimeter hohe Pflanze mit den vielknotigen Stängeln wächst dann niederliegend weiter. Fußtritte von Mensch und Tier sind sogar erwünscht. Dann können die kleinen Vogelknöterichfrüchte an Schuhsohlen oder Tierpfoten hängen bleiben und verbreitet werden.

Begehrtes Vogelfutter

Auch Vögel dienen dem Vogelknöterich als Samenverbreiter. Sie verzehren gerne die kleinen, dreikantigen Nussfrüchtchen, und so nebenbei gelangt dann der eine oder andere Samen als „Fluggepäck“ an einen anderen Ort. Auch die winzigen rötlichen Blüten in den Blattachseln werden manchmal von Vögeln verspeist. Übrigens kann man den Vogelknöterich auch einigen Ziervögeln als Futterpflanze anbieten.

Vom Blutstillmittel zum Expektorans

Schon im Altertum galt der Vogelknöterich als Heilpflanze. Er wurde vor allem als blutstillendes Mittel genutzt. So sollten zum Beispiel Frauen mit zu starker Menstruationsblutung ein mit Vogelknöterichsaft getränktes Tüchlein in die Scheide einführen. Volksmedizinisch wird Vogelknöterichkraut bis heute als blutstillendes und darüber hinaus als harntreibendes Mittel sowie als Expektorans empfohlen. In der Phytotherapie (gemäß Kommission E) ist die Droge Polygoni avicularis herba bei leichten Katarrhen der Luftwege indiziert. Auch bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut kann es eingesetzt werden. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten unter anderem Flavonoide, Schleimstoffe, Gerbstoffe und Kieselsäure.

Anwendung der Droge

Vogelknöterichkraut kann als Tee oder Dekokt zubereitet werden (1,5 g pro Tasse, 3- bis 5-mal täglich). Selten finden sich Vogelknöterichauszüge in Fertigpräparaten (z.B. in Salus® Alpenkraft® Bronchial-Husten-Sirup).

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de