Abstand halten, Maske tragen, Hygienemaßnahmen einhalten und impfen – das sind wirksame Mittel, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. In diesem Themenblock informieren wir über die zur Verfügung stehenden Impfstoffe, wie sie wirken, für wen sie geeignet sind und wie ein geeignetes Impfschema aussieht. Auch neue Entwicklungen aus der Impfstoffforschung werden hier verständlich aufbereitet.
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COVID-19-Impfung: Wer braucht Basisschutz, wer Auffrischungen?

COVID-19 hat sich mittlerweile von einer pandemischen zu einer endemischen Erkrankung entwickelt.
Das heißt, das Virus zirkuliert weiterhin in der Bevölkerung, führt jedoch aufgrund der dominierenden Omikron-Varianten sowie der hohen Immunität durch Impfungen und durchgemachte Infektionen deutlich seltener zu schweren Verläufen oder Langzeitfolgen.
Gesunden Menschen unter 60 Jahren reicht deshalb eine Basisimmunität, um ausreichend vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt zu sein. Risikogruppen wie ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen sollten jedoch jährlich mit einer an die kursierenden Virusvarianten angepassten Vakzine ihren Schutz auffrischen.
Wann ist eine Basisimmunität gegen COVID-19 erreicht?
Die meisten Bürger sind mindestens zweimal gegen das Coronavirus geimpft und haben zudem eine oder mehrere SARS-CoV-2-Infektionen überstanden.
Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) ist damit die Basisimmunität erreicht, denn diese besteht nach drei Antigenkontakten, von denen mindestens einer durch eine Impfung gegeben sein sollte.
Dabei wird eine Infektion nur als Antigenkontakt gewertet, wenn eine Impfung mindestens drei Monate zurückliegt. Andererseits sollte frühestens drei Monate nach einer Infektion geimpft werden.
Menschen mit fehlenden Antigenkontakten empfiehlt die STIKO, ihre Immunisierung durch eine COVID-19-Impfung zu komplettieren. Wenn bisher weder eine Infektion noch eine Impfung stattgefunden haben, wird zur Erlangung der Basisimmunität ausnahmsweise dreimal geimpft.
In diesem Fall sollten zwischen den ersten beiden Impfstoffdosen mindestens vier Wochen und zwischen der zweiten und der dritten Impfung mindestens sechs Monate liegen.
Gut zu wissen. Für wen ist eine Basisimmunität ausreichend?
Laut Einschätzung der STIKO ist eine Basisimmunität gegen SARS-CoV-2 für Personen zwischen 18 und 59 Jahren sowie für Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere ausreichend, wenn jeweils keine Grunderkrankung vorliegt.
COVID-19-Impfung für Kinder?
Säuglingen, Kindern und Jugendlichen ohne Grunderkrankung empfiehlt die STIKO derzeit keine COVID-19-Impfung, da sie den Nutzen aufgrund des geringen Risikos für schwere Verläufe im Verhältnis zu möglichen Nebenwirkungen als gering einstuft.
Empfohlen wird die Impfung aber für Kinder und Jugendliche ab einem Alter von sechs Monaten, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf oder ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Dazu gehören:
- Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben
- Kinder und Jugendliche, die in Einrichtungen der Pflege wohnen
- Jugendliche mit einem erhöhten beruflichen Infektionsrisiko in der medizinischen und pflegerischen Versorgung
Diese Personen sollten eine Basisimmunität bestehend aus drei Antigenkontakten aufbauen und eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst erhalten, sofern sie sich nicht bereits im Laufe des Jahres mit SARS-CoV-2 infiziert haben.
Eine Ausnahme bilden Minderjährige mit Immundefizienz: Bei ihnen kann je nach Grad der Immunsuppression eine individuell angepasste Impfung mit zusätzlichen Impfstoffdosen erforderlich sein, gegebenenfalls unterstützt durch Antikörperbestimmungen.
Welche COVID-19-Impfstoffe werden empfohlen?
Zur Impfung gegen SARS-CoV-2 sollten mRNA- oder proteinbasierte Impfstoffe verwendet werden, die eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene saisonale Variantenanpassung aufweisen.
In der Saison 2025/2026 stehen in Deutschland die an die aktuell überwiegenden Omikron-Sublinien JN.1, KP.2 und LP.8.1 adaptierten Impfstoffe Comirnaty von Pfizer/Biontech, Spikevax von Moderna (beide mRNA) sowie Nuvaxovid von Novavax (proteinbasiert) zur Verfügung.
Bei Personen im Alter zwischen zwölf und 29 Jahren sowie bei Schwangeren und Stillenden soll Spikevax laut STIKO aufgrund eines erhöhten Risikos für Herzmuskel- (Myokarditis) beziehungsweise Herzbeutelentzündungen (Perikarditis) nicht eingesetzt werden.
Für Kinder unter zwölf Jahren hält die STIKO Spikevax jedoch für unbedenklich, genauso wie Comirnaty, da bei beiden Impfstoffen kein erhöhtes Risiko für die genannten Entzündungen in dieser Altersgruppe festgestellt worden sei.
Wem wird eine jährliche COVID-19-Auffrischimpfung empfohlen?
Laut STIKO sollen folgende Personengruppen zusätzlich zur Basisimmunität jährlich im Herbst eine Impfung mit saisonaler Variantenanpassung erhalten:
- alle Personen ab 60 Jahren
- Personen ab sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf infolge einer Grunderkrankung (z. B. chronische Atemwegserkrankungen wie COPD, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Adipositas, Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Demenz oder geistige Behinderung sowie Immundefizienz)
- Bewohner von Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
- Personal in Gesundheitseinrichtungen mit direktem Patienten- oder Bewohnerkontakt
Was ist bei der COVID-19-Auffrischung zu beachten?
Die Impfentscheidung soll laut STIKO individuell nach ärztlicher Beratung erfolgen, wobei das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gegenüber dem Nutzen der Impfung und möglichen Nebenwirkungen abgewogen wird.
Personen aus den genannten Risikogruppen können auf die Auffrischimpfung verzichten, wenn sie immungesund sind und sich im Laufe des Jahres mit SARS-CoV-2 infiziert haben.
Ist in der Schwangerschaft eine COVID-19-Impfung indiziert, soll vorzugsweise der mRNA-Impfstoff Comirnaty eingesetzt werden. Nuvaxovid kann erwogen werden, wenn eine medizinische oder produktspezifische Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe vorliegt. Quellen:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/COVID-19/FAQ_Liste_STIKO_Empfehlungen.html#entry_16870010
https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/covid-19/covid-19-node.html
https://www.doccheck.com/search?q=Perikarditis%20&facetq=content_type:flexikon