Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Freitag 20.03.2020

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Die Entwicklung der Corona-Krise ist, wie vielerorts betont, sehr dynamisch. Um Sie zeitnah mit apothekenrelevanten Neuigkeiten zu versorgen, fassen wir ab sofort laufend die wichtigsten Kurzmeldungen zum Thema für Sie zusammen.

20:00 Uhr: Weitere Erleichterung für Herstellung von Händedesinfektionsmitteln

Um Apotheken die Herstellung von Händedesinfektionsmitteln zu erleichtern, setzen Politik und Behörden verschiedene Hebel in Bewegung. Nun hat auch das BfArM eine Allgemeinverfügung bekannt gegeben. Sie erlaubt vorübergehend Abweichungen vom Inhalt der Zulassung von alkoholhaltigen Arzneimitteln zur Händedesinfektion. Unter anderem werden die Vorgaben zu den rar gewordenen Primärpackmitteln gelockert.

Quelle:daz.online / ks

18:00 Uhr: BfArM ordnet Kontingentierung von Arzneimitteln an

Dass sich die Coronakrise auch auf die Arzneimittelversorgung auswirkt, war absehbar - aufgrund von Produktions- und Transportproblemen und auch, weil „Hamsterkäufe" getätigt werden: Das ist auch dem BfArM nicht verborgen geblieben, es beobachtet verstärkt eine übermäßige Bevorratung bei einzelnen Marktteilnehmern mit Arzneimitteln. Die Behörde reagiert nun und kontingentiert versorgungsrelevante Arzneimittel und fordert die pharmazeutischen Unternehmer und den Großhandel auf, Arzneimittel nicht über den normalen Bedarf hinaus zu beliefern.

17:30 Uhr: Weitere Krankenkassen schränken Rabattverträge ein

Die AOK Bayern, die BIG direkt gesund und die R+V BKK haben ihre Rabattverträge eingeschränkt. Außerdem teilte die Prüfstelle spektrumk mit, dass eine entsprechende Empfehlung für die Betriebs- und Innungskrankenkassen gelte. Für Vesicherte der AOK Bayern bestehen zudem weitere Möglichkeiten, wenn ein verordnetes Arzneimittel nicht in der Apotheke vorrätig ist. Die AOK Baden Württemberg bietet ein spezielles Verfahren an, wenn verordnete Arzneimittel nicht verfügbar sind.

Quelle:daz.online / tmb

15:50 Uhr: Apothekerkammer Bremen: Nur noch in dringenden Fällen in die Apotheke

Die Apothekerkammer Bremen appelliert an alle potenzielle Kunden, die Apotheken in Bremen und Bremerhaven nur in dringenden Fällen aufzusuchen. Außerdem bittet die Standesorganisation um „Geduld, Freundlichkeit und Wertschätzung“ gegenüber all den Menschen, die gerade in den Apotheken für die Gemeinschaft arbeiten und in erster Reihe mithelfen, die Auswirkungen des Coronavirus zu begrenzen und abzumildern.

Quelle:daz.online / ks

15:20 Uhr: Apothekerkammer Sachsen-Anhalt informiert über ausverkaufte Atemschutzmasken

Atemschutzmasken sind laut Apothekenkammer wegen der Corona-Pandemie in den Apotheken des Landes ausverkauft. „Momentan sind auch für uns alle Lager leer. Wir können nichts beschaffen“, teilte der Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, Jens-Andreas Münch, am Freitag mit. Es gäbe nicht mal Masken, mit denen sich die Mitarbeitenden vor kranken Patienten schützen könnten.

Er betonte, dass das Robert Koch-Institut gesunden Menschen nicht empfiehlt, sich mit Atemschutzmasken auszustatten. Vielmehr sei es wichtig, Hygieneregeln zu befolgen und Abstand von anderen Menschen zu halten.

Quelle: dpa / sn

15:00 Uhr: Schwäbischer Bekleidungshersteller produziert Mundschutz

Der schwäbische Bekleidungshersteller Trigema hat wegen der Corona-Pandemie seine Produktion teilweise auf Mund- und Nasenschutz-Masken umgestellt. Seit dem Vortag seien bereits die ersten 10 000 Masken hergestellt worden, sagte Unternehmenschef Wolfgang Grupp am Freitag. „In der nächsten Woche gehen wir auf bis zu 70 000 Stück hoch, und übernächste Woche können wir dann rund 100 000 Masken schaffen.“ Dem Unternehmen lägen momentan schon Aufträge für insgesamt mehr als 200 000 Stück von Kliniken, Pflegeheimen, Behörden und anderen vor. „Auch die Landesregierung hat mit uns gesprochen.“ Um die Nachfrage bedienen zu können, werde auch samstags gearbeitet.

Der Preis liege bei einer Abnahme von 1000 Stück bei sechs Euro pro Maske. Da man sie waschen und kochen könne, seien sie jedoch wiederverwertbar und auf Dauer günstiger als Wegwerfmasken. Sie bestehen nach Grupps Angaben aus jeweils 50 Prozent Baumwolle und Polyester. Allerdings sind die Masken nicht für intensivmedizinische Bereiche geeignet, da sie die Schutzklassen FFP2 oder FFP3 nicht erfüllten. „Sie sind beispielsweise für Pflegepersonal, Firmen, Behörden und so weiter gedacht“, sagte Grupp.

Quelle: dpa / sn

12:58 Uhr: Bayern startet Produktion von Atemschutzmasken

Bayern will den Mangel an Atemschutzmasken in der Corona-Krise mit Hilfe heimischer Produktion überwinden. Die Staatsregierung hat an mehrere Firmen Aufträge vergeben, ab sofort sollen etwa 10 000 Masken am Tag hergestellt und ausgeliefert werden. Vorrangig gehen diese zuerst an Krankenhäuser und Arztpraxen. „Die Kapazität soll so schnell wie möglich erhöht werden“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag in München.

Hergestellt werden laut Ministerium sowohl Einweg- als auch mehrfach verwendbare Masken. Jede wiederverwendbare Maske kann demnach etwa 50-mal benutzt werden. „Wir können mit der eigenen Produktion den Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals deutlich verbessern, das in diesen Tagen ein besonderes Risiko für eine Corona-Infektion trägt“, sagte Aiwanger.

Quelle: dpa / sn

12:40 Uhr: Bayern verhängt Ausgangsbeschränkungen

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft – dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. Die Regelung gilt vorläufig für die Dauer von zwei Wochen.

Quelle: dpa / sn

12:30 Uhr: CGM Lauer stellt Videoberatung für Apotheken kostenlos zur Verfügung

Um auch im Apothekenwesen die sozialen Kontakte zu reduzieren, stellt CGM Lauer ab sofort die CLICKDOC Videoberatung kostenlos zur Verfügung. Damit können z. B. Arzneimittelinteraktionschecks und Beratungen zur korrekten Arzneimitteleinnahme ohne Besuch der Apotheke vor Ort durchgeführt werden. „Mit der CGM LAUER-Lösung können Apotheken ortsunabhängig, datengeschützt und unkompliziert mit ihren Kunden, aber auch mit Fachpersonal anderer medizinischer Einrichtungen kommunizieren“, erklärt Bernward Adams, General Manager von CGM LAUER.

Quelle: CGM Lauer /sn

12:00 Uhr: Schnapsbrennereien liefern Alkohol an Apotheken

Mehrere Schnapsbrennereien in Ostbayern beliefern zurzeit Apotheken und Kliniken mit Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. „Wir geben alles her, was wir haben. Die Gesundheit geht vor, wir stellen die Produktion für gewisse Produkte ein“, sagte Johannes Anleitner von der Bärwurz-Quelle in Bad Kötzting dem Bayerischen Rundfunk am Freitag.

Neutralalkohol mit einem Alkoholgehalt von 96 Prozent werde zum Herstellen von Himbeergeist, Likör und Gin verwendet, so Anleitner. Die Bärwurz-Quelle konzentriere sich jetzt auf Produkte, für die es keinen Naturalkohol brauche, wie beispielsweise Rum und Whiskey. Ähnlich ist die Situation in der Destillerie Liebl in Bad Kötzting. „Apotheken im Umkreis von 100 Kilometern fragen an“, sagt Claudia Liebl dem BR. 5000 Liter Neutralalkohol habe sie schon verschickt.

Quelle: dpa / sn

11:50 Uhr: EU will Reserve von medizinischer Notfallausrüstung anlegen

Die EU-Kommission will zum ersten Mal im Rahmen der Notfall-Reserve rescEU eine gemeinsame europäische Reserve von medizinischer Notfallausrüstung anlegen. Zu den Produkten, die bevorratet werden sollen, gehören:

  • medizinische Ausrüstung für die Intensivpflege wie Beatmungsgeräte,
  • persönliche Schutzausrüstungen wie wiederverwendbare Schutzmasken,
  • Impfstoffe und Therapeutika,
  • Labormaterial.

Quelle:daz.online / hb

11:40 Uhr: Fritz Becker wendet sich mit Dankesbrief an Apothekenteams

Während das öffentliche Leben in ganz Deutschland zurückgefahren wurde, sind die Apotheken im Ausnahmezustand. Sie müssen nicht nur die Bevölkerung kontinuierlich mit Arzneimitteln versorgen, sondern sind in dieser gesundheitlichen Ausnahmesituation auch erster heilberuflicher Ansprechpartner für die Menschen. In einer solchen Krise macht Wertschätzung Mut. Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, hat sich daher nun in einem Dankesbrief an alle Apothekenteams gerichtet: „Dass Sie alle unermüdlich im Einsatz sind, zeichnet Sie aus und macht Sie zu Heldinnen und Helden des Alltags!“

Quelle:daz.online / br

08:50 Uhr: Weitere Kassen lockern Rabattverträge

Um Kunden unnötige Apothekenbesuche zu ersparen und damit das Ansteckungsrisiko für alle Beteiligten zu verringern, lockerte gestern Nachmittag auch die IKK classic ihre Rabattverträge. Außerdem meldete der Apothekerverband Westfalen-Lippe, dass in Nordrhein-Westfalen nun eine Einigung mit allen Primär- und Ersatzkassen steht. 

Quelle:daz.online / ks