Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Mittwoch 08.04.2020

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Die Entwicklung der Corona-Krise ist, wie vielerorts betont, sehr dynamisch. Um Sie zeitnah mit apothekenrelevanten Neuigkeiten zu versorgen, fassen wir laufend die wichtigsten Kurzmeldungen zum Thema für Sie zusammen.

16:50 Uhr: ADEXA-Umfrage zeigt hohe Arbeitsbelastung unter Apothekenangestellten

Gut zwei Drittel der Apothekenangestellten empfinden ihre Arbeitsbelastung in der gegenwärtigen Corona-Epidemie als „deutlich erhöht“. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Apothekengewerkschaft Adexa unter rund 1300 Apothekenmitarbeitern. Vor diesem Hintergrund hat man bei der Adexa auch kein Verständnis für die vom Bundesarbeitsminister geplante Ausweitung der Arbeitszeiten.

Quelle: daz.online/ks

16:45 Uhr: EU-Kommission lockert Kartellregeln für Pharmaunternehmen

Die EU-Kommission befürchtet zunehmende Engpässe bei wichtigen Arzneimitteln. Mit dieser Begründung lockerte die Brüsseler Behörde am heutigen Mittwoch vorübergehend die Kartellregeln und erlaubte eine engere Zusammenarbeit von Pharmakonzernen zur Deckung des Bedarfs. Es gelte, die Versorgung der Krankenhäuser mit Arzneimitteln für Coronavirus-Patienten zu sichern, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Dazu dürfen sich die Hersteller stärker abstimmen, als es nach Wettbewerbsregeln üblicherweise zulässig wäre, zum Beispiel bei der Umstellung der Produktion, der Lagerhaltung, im Vertrieb.

Sorge um Engpässe besteht vor allem bei Wirkstoffen die für beatmungspflichtige Covid-19-Patienten benötigt werden. Dazu zählen etwa Fentanyl, Propofol, Ketamin, Lorazepam und Morphin.

Quelle: dpa/sn

16:20 Uhr: „Heldenhände brauchen Pflege“ - Kostenloses Handpflege-Paket für Apothekenpersonal

Regelmäßig Hände waschen und desinfizieren – das gehört aktuell mehr denn je zum Arbeitsalltag in Apotheken. Diese Maßnahmen stellen einen effektiven Schutz vor Infektionen dar, beanspruchen gleichzeitig jedoch die Haut.
Neubourg skin care aus Greven möchte sich bei allen Helfern im Gesundheitswesen bedanken und verschenkt deshalb Handpflege-Pakete zur Regeneration der Hautschutzbarriere. Das Angebot richtet sich neben PTA und Apothekern an alle Helfer, die zurzeit in der Pflege, medizinischen Versorgung oder Betreuung von Patienten tätig sind. Die Anmeldungen für das kostenlose Pflege-Paket erfolgt unter www.allpresan.com/soforthilfe .

13:50 Uhr: Für mehr Händehygiene: Seifenmanufaktur verschenkt 200 000 Seifen

Häufiges und gründliches Händewaschen zählt zu den wichtigsten Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Doch ist vielerorts neben Klopapier und Mehl auch Seife ein rares Gut. Deshalb verschenkt der Seifenhersteller Klar aus Heidelberg nun 200.000 Seifen. „Zuhause bleiben und Hände waschen sind zurzeit besonders wichtig, und beim Händewaschen wollen wir helfen“, so Jan Heipcke, Geschäftsführer der Seifenmanufaktur Klar Seifen.

Um möglichst viele Seifen produzieren und verschenken zu können, verzichtet das Unternehmen auf Logoprägung, ausgefallene Formen, exklusive Inhaltsstoffe oder aufwendige Verpackungen. Das Ergebnis sind einfache Kernseifen im 50-Gramm-Format. Pro Bestellung werden 3 Seifen versendet. Der Empfänger zahlt dabei lediglich das Porto. Nach Angaben des Unternehmens werden mit der Aktion auch gemeinnützige Organisationen wie Obdachlosenhilfen in der Metropolregion Rhein-Neckar unterstützt. Die Onlinebestellung erfolgt über www.ichwillseife.de.

11:00 Uhr: Teleclinic bietet SARS-CoV-2-Test für zu Hause

Teleclinic bietet bereits seit knapp vier Wochen kostenfrei eine ärztliche Beratung bei Coronaverdachtsfällen an. Nun hat die Telemedizin-Plattform eine neue Leistung im Angebot: Patienten mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion können auf ärztlichen Rat selbst einen Abstrich vornehmen, der dann im Labor untersucht wird. Die Kosten von 152,16 Euro müssen Versicherte zunächst selbst aufbringen.

Quelle: daz.online/ks

09:05 Uhr: Blutplasma als Corona-Therapie?

Therapien mit Blutplasma könnten künftig einmal schwerkranken Corona-Patienten helfen. Die Studienlage weise darauf hin, dass damit eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich sei, sagte der Leiter der Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, Holger Hackstein. Dieses ist nach eigenen Angaben eine der ersten Einrichtungen, die eine Erlaubnis für die Herstellung von therapeutischem Plasma erhalten haben. Auch andere Kliniken in Deutschland arbeiten daran.

Menschen mit überstandener Covid-19-Infektion haben spezifische Antikörper gegen das Virus gebildet, die mit einer Maschine aus dem Blut gewonnen werden. Akut erkrankte Patienten sollen diese erhalten. Die Wirkung dieser Blutplasma-Therapie hat eine Studie aus China an zehn Covid-19-Erkrankten untersucht, die in der Online-Ausgabe des Fachjournals „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wurde. Danach verbesserte sich der Zustand der Patienten innerhalb von drei Tagen. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, wertete die Ergebnisse als ermutigend. Diese seien aber kein Nachweis für die Wirksamkeit, betonte er. In Deutschland sollen nun seinen Angaben nach klinische Prüfungen starten, deren Ergebnisse in wenigen Monaten vorliegen könnten.

Quelle:dpa

08:00 Uhr: RKI: Pharmazeutisches Personal essenziell und hochspezialisiert

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat nachgebessert, und zwar bei der Frage, ob die erleichterten Quarantänemaßnahmen auch für PTA und Apotheker gelten. Zuvor umfassten die Empfehlungen, die verkürzte Quarantäne bei Personalmangel ermöglichen, nicht explizit pharmazeutisches Personal. Selbst das BMG positionierte sich nicht, ob diese Optionen zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung auch für Apothekenmitarbeiter gelten. Nun ist es eindeutig, aber auch kein Freifahrschein.

07:40 Uhr: Bundesarbeitsminister will längere Arbeitszeiten erlauben

Die Bundesregierung plant wegen der Corona-Pandemie für bestimmte Berufe – darunter auch das Apothekenpersonal – Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz. Wenn es nötig ist, um das Gemeinwesen in bestimmten Bereichen funktionstüchtig zu halten, darf die werktägliche Arbeitszeit für Arbeitnehmer auf bis zu zwölf Stunden verlängert und die Ruhezeit verkürzt werden. Die wöchentliche Arbeitszeit darf 60 Stunden nicht überschreiten. Auch das Sonn- und Feiertagsarbeitsverbot wird gelockert. Vorgesehen ist, dass die Sonderregelungen bis zum 31. Juli 2020 gelten.

Quelle: daz.online/ks

 

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