Wie reinigt man Alltagsmasken richtig?

Stoffmasken und der hygienische Umgang damit sind in der Apotheke erklärungsbedürftig.
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Immer mehr Apotheken bieten aufgrund knapper Schutzausrüstung ihren Kunden auch selbstgenähte Stoffmasken an. Doch gibt es bezüglich der richtigen Anwendung und Pflege noch erheblichen Aufklärungsbedarf. Im folgenden Artikel finden Sie Hinweise zur richtigen Reinigung der sogenannten Community-Masken.

 „Wirklich nach jedem Tragen?“, „Kurz bügeln reicht doch?“ – mit solchen und ähnlichen Fragen kämpfen gerade täglich die Mitarbeiter in Apotheken, wenn Sie den Kunden die richtige Anwendung und Pflege von Stoff- bzw. Alltagsmasken näherbringen möchten. Angesichts des Mangels an medizinischen Masken erfreuen diese sich nämlich großer Beliebtheit – spätestens seit eine bundesweite Maskenpflicht besteht.

Nicht ganz trivial

Wie eine Maske – egal ob Stoff oder nicht – korrekt getragen wird, allein das ist schon erklärungsbedürftig. Anstrengend wird es zusätzlich, wenn die Wiederverwendung und entsprechende hygienische Aufbereitung so manchem Kunden als zu kompliziert erscheint.

Poster: Maske tragen, aber richtig!

Damit Sie Ihre Kunden bei der richtigen Masken-Anwendung unterstützen können, stellt der Deutschen Apotheker Verlag ab sofort ein kostenloses Informationsposter zur Verfügung.

Spätestens seit bekannt wurde, dass das BfArM seine Empfehlungen zur Dekontamination der medizinischen Einmal-Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) verschärfen wird, sollte aber den meisten Kunden klar sein, dass die Reinigung – auch oder gerade der Stoffmasken – nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. (Ganz nebenbei bemerkt, gibt es neben Corona ja auch noch andere Viren und Bakterien, die sich darin festsetzen können.)

Empfehlungen des BMG auf Twitter

Unsere Kollegen von DAZ.online haben sich deshalb auf die Suche nach zuverlässigen Pflegehinweisen für Stoffmasken begeben und wurden ganz offiziell auf dem Twitter-Account des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) fündig: 

Echtes „Waschen” am sinnvollsten

Auch der Südwestrundfunk (SWR) hat sich mit der Frage beschäftigt: „Corona-Alltagsmasken – Wie bekommt man sie wieder sauber?“ Auch dort kennt man die vielen verschiedenen Vorschläge der Kunden – Bügeln, Backofen, kochendes Wasser, Standardwäsche in der Waschmaschine, bis hin zur Mikrowelle. 

Das Fazit des SWR: echtes „Waschen” erscheint am sinnvollsten, damit nicht nur Keime inaktiviert werden, sondern auch Schmutz herausgespült wird. Jeden Tag die Waschmaschine bei 90 °C laufen zu lassen ist aber nicht für jeden praktikabel – das Auskochen im Topf soll deshalb eine gute Lösung sein. (Das Material muss die hohen Temperaturen natürlich auch aushalten können.) Auch der NDR (Norddeutscher Rundfunk) rät dazu, Stoffmasken nach dem Tragen am besten sofort zu reinigen – „bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine“.

Korrekte Waschtemperatur sicherstellen

Ein Argument, das sich überall durchzieht: Es muss gesichert sein, dass die angestrebten Temperaturen auch erreicht werden. Das ECO-Programm solle man an der Waschmaschine also ausschalten. Darf die Maske nur mit maximal 60 Grad gewaschen werden, sollte die Temperatur am besten mit einem Thermometer geprüft werden. Mit dem Wasserkocher aufgekochtes Wasser soll nach rund acht Minuten bei geschlossenem Deckel 60 °C erreichen, schreibt der NDR. Das Bügeln empfehle sich in der Praxis nur zusätzlich zum Waschen.

Backofen nicht für Stoffmasken geeignet

Die Empfehlung des Virologen Christian Drosten zu etwa 30-minütigem Erhitzen im Backofen bei 70 Grad hatte sich lediglich auf Mund-Nasen-Masken aus Zellulose bezogen. Also nicht die verbreiteten Stoffmasken. Außerdem dürfte sie nun zunächst hinfällig sein, da das BfArM nun zu dem Schluss gekommen ist, dass solche Bedingungen nicht ausreichen. Allerdings war die Empfehlung ohnehin ursprünglich in Bezug auf Trockenschränke in Krankenhäusern – und nicht handelsübliche Backöfen – ausgesprochen worden.

Mikrowelle: Vorsicht Brandgefahr!

Und noch ein ganz anderer Aspekt: Beim Aufbereiten wiederverwendbarer Masken hat die Münchner Feuerwehr von Einsätzen berichtet, in denen Alltagsmasken in der Mikrowelle Feuer gefangen haben, schreibt der Bayerische Rundfunk (BR). Deshalb gebe die Kreisbrandinspektion Aschaffenburg Hinweise zur sicheren Verwendung und Reinigung solcher Masken. Ein Brandrisiko könnten besonders Masken mit einem Drahtbügel im Nasenbereich darstellen: „Diese dürfen nicht zur Aufbereitung in die Mikrowelle gegeben werden, da durch das Metall Funken entstehen können. Im schlimmsten Fall könnten dadurch die Maske und auch die Mikrowelle in Brand geraten.“ 

Und so kommt auch der BR zu dem Fazit: „Den einfachen Mund-Nasen-Schutz auf dem Herd im Wasserbad für etwa fünf Minuten auskochen. Danach sei die Maske gereinigt und könne anschließend wiederverwendet werden.“

Robert Koch-Institut: So geht Auskochen richtig

Wer jetzt noch zweifelt, wie lange die Masken im Topf ausgekocht werden sollten, der kann seinen Kunden die „Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren“ (Stand: 31. Oktober 2017 (17. Ausgabe)) an die Hand geben. Dort heißt es:

Kochen mit Wasser

Desinfektionstemperatur: 100 °C

Einwirkzeit:

  • mind. 3 min, Wirkungsbereich: AB
  • mind. 15 min, Wirkungsbereich: ABC

A: zur Abtötung von vegetativen Bakterien einschließlich Mykobakterien sowie von Pilzen einschließlich Pilzsporen geeignet,
B: zur Inaktivierung von Viren geeignet, entspricht der Definition „viruzid“ – wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren,
C: zur Abtötung von Sporen des Erregers des Milzbrandes geeignet

Die genaue Durchführung der Desinfektion erklären z. B. „Alte Anlagen der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“:

Alte Anlagen der Richtlinie für Krankenhaushygiene

und Infektionsprävention


Die zu desinfizierenden Objekte werden in Wasser eingelegt, dem zur Verbesserung der Reinigungswirkung ca. 0,5 % Soda oder andere Waschhilfsstoffe zugesetzt wurden. Der Zusatz von Soda verhindert zugleich die Bildung von Rost an metallenen Instrumenten. Das Wasser sollte zunächst nicht wärmer als lauwarm sein. Es wird anschließend bis zum Sieden erhitzt und mindestens für 15 min bei der Siedetemperatur gehalten.“