Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 01. bis 05.06.2020

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Mehr Botendienste, weniger eingelöste Rezepte und 15.000 FFP2-Schutzmasken für Apotheken in Rheinland-Pfalz – was es diese Woche in Sachen Corona-Pandemie Neues gibt, lesen Sie hier.

Freitag, den 05.06.2020

Zahl der Neuinfektionen weiterhin gering

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist leicht gestiegen - bewegt sich aber weiter auf verhältnismäßig niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten 507 neue Fälle binnen eines Tages, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Am Vortag waren es 394 Neuinfektionen gewesen. Schleswig-Holstein meldete am Freitag keine einzige neue Infektion. Das war in den vergangenen Tagen auch in anderen Bundesländern vorgekommen. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde ein katholischer Priester nach Angaben seiner Kirchengemeinde positiv auf das Coronavirus getestet. Bisher ist eine weitere Infektion bei einer Kontaktperson bekannt. Zahlreiche andere Menschen warten noch auf ihre Testergebnisse. Die Labor-Ergebnisse der etwa 130 Abstriche sollten am Freitagabend oder am Samstag vorliegen.

In Göttingen wurde nach einem lokalen Corona-Ausbruch am Freitag mit einem Massentest begonnen. Mehrere Hundert Bewohner eines Hochhaus-Komplexes in der niedersächsischen Stadt sollen dabei auf eine mögliche Infektion mit dem Virus untersucht werden. Die kreisfreie Stadt Bremerhaven hatte am Donnerstag den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. Nach neuesten Laborergebnissen seien seit Mittwoch 27 Neuinfizierte mit Wohnsitz in Bremerhaven hinzugekommen, teilte der Magistrat am Donnerstag mit. Davon stünden 26 im Zusammenhang mit einer freikirchlichen Gemeinde, in der sich damit insgesamt 96 Menschen infiziert haben.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Corona-Krise 183.271 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 05.06. 0 Uhr). Mehr als 8.613 nachweislich mit dem Virus Infizierte starben demnach bislang. Etwa 168 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, bleibt nach aktuellsten RKI-Angaben deutlich unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,57 (Datenstand 4.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,71 (Datenstand 3.6. 0 Uhr) gelegen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 3.6. 0 Uhr) bei 0,80 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: dpa / cn

Corona-Warn-App: Positiv Getestete können sich über Hotline melden

Anwender der künftigen Corona-Warn-App können auch über eine Telefonhotline ihren Infektionsstatus in der App aktualisieren, wenn sie positiv getestet wurden. Die Hotline sei einer von zwei Telefon-Services zu der für Mitte Juni erwarteten App, die rund um die Uhr erreichbar seien, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. In der anderen Hotline gehe es nur um technische Fragen der Nutzer. Die Verifizierungs-Hotline ist notwendig, weil das Konzept der Corona-Warn-App nicht erlaubt, den Infektionsstatus ohne Nachweis auf „positiv“ zu setzen. Damit sollen Fehlalarme vermieden werden. In der Regel soll die Freischaltung nach einem positiven Test deshalb digital erfolgen. Allerdings verfügen etliche Labore noch nicht über eine sichere Anbindung. Wer sich dort testen lasse, könne sich nicht wie eigentlich vorgesehen einfach per QR-Code in der App als infiziert melden, sondern müsse die Hotline anrufen. Dort stellten psychologisch geschulte Mitarbeiter dann Testfragen, die klären sollten, ob tatsächlich ein positiver Test vorliege oder ein Scherzbold in der Leitung sei. Die Netzexpertin in der Linksfraktion des Bundestages, Anke Domscheit-Berg, kritisierte das Hotline-Verfahren als „problematisch und missbrauchsanfällig“. Die App lasse sich „nicht allein mit Testfragen von Callcenter-Mitarbeitern trollsicher machen“. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Ulrich Kelber, sagte dem „Spiegel“, er halte „die Gründe, weshalb eine Hotline eingerichtet wird, für plausibel“, habe aber ebenfalls Vorbehalte: Es sei klar, dass der Weg über die Hotline nicht mit einer vollständig pseudonymen Nutzung der App über das automatisierte Verfahren mithalten könne. Man habe angesichts der Hotline-Pläne bereits „auf mögliche Probleme des Datenschutzes hingewiesen“, so Kelber, was für „erhebliche Verbesserungen des geplanten Verfahrens“ gesorgt habe.

Quelle: dpa / cn

Bundesamt: Phase der Übersterblichkeit Anfang Mai beendet

Die Sterblichkeit in Deutschland ist in der ersten Mai-Woche vorläufigen Zahlen zufolge unter den Durchschnitt der Vorjahre gefallen. Die Werte würden sich wegen Nachmeldungen noch leicht erhöhen, so dass der Durchschnitt noch erreicht oder geringfügig überschritten werden könne, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Da keine auffällig erhöhten Zahlen mehr festzustellen seien, scheine die Phase der zeitweisen Übersterblichkeit in der Corona-Pandemie nach aktuellem Stand beendet.

Vom 4. bis 10. Mai starben den vorläufigen Ergebnissen zufolge mindestens 17.014 Menschen. Das waren 501 Todesfälle weniger als in der Woche zuvor und etwa zwei Prozent weniger als im Durchschnitt des Zeitraums aus den Jahren 2016 bis 2019. Erhöhte Zahlen hatte es seit 23. März gegeben, ab 6. April lagen sie mit 13 Prozent am höchsten über dem vierjährigen Durchschnitt. In der Woche erreichte auch die Zahl der Todesfälle wegen Covid-19 den Höhepunkt, wie das Bundesamt mitteilte.

Im europäischen Vergleich war das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering. Frankreich habe zwischen 1. März und 20. April im Vorjahresvergleich eine um 27 Prozent erhöhte Sterblichkeit gemeldet, Italien im März 2020 eine um 49 Prozent erhöhte Sterbefallzahl im Vergleich zu den vier Vorjahren.

Quelle: dpa / cn

Coronavirus in Türkei: Erneut Ausgangssperre über Wochenende

Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei. Das Innenministerium veröffentlichte am Freitagmorgen entsprechende Weisungen für 15 Städte und Provinzen, die ab Mitternacht und bis Sonntagnacht gelten sollen. Sie betreffen erneut Millionenmetropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara. Am Samstag dürfen die Menschen in ihrer Nachbarschaft wieder für einige Stunden einkaufen. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister bleiben durchgehend geöffnet.
Mit dem 1. Juni hatte die Regierung unter anderem viele inländische Reisebeschränkungen aufgehoben. Restaurants, Cafés und Sportanlagen dürfen unter Auflagen nun öffnen. Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich. Internationale Flüge soll es ab dem 10. Juni wieder geben. Andere Restriktionen blieben jedoch: Senioren ab 65 Jahren und junge Menschen bis 18 Jahre dürfen weiter nur für einige vorher festgelegte Stunden in der Woche vor die Tür. Das Gesundheitsministerium in Ankara hatte am Donnerstagabend gemeldet, dass sich bisher rund 167.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. In den vergangenen 24 Stunden seien 21 Menschen verstorben. Insgesamt gibt es demnach rund 4.600 Todesfälle.

Update 12:15 Uhr:  Nach Protesten aus der Bevölkerung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine gerade erst für das Wochenende verkündete Ausgangssperre wieder abgesagt. „Die Bewertungen, die wir von unseren Bürgern erhalten haben, haben uns dazu veranlasst, die Entscheidung zu überdenken“, schrieb er in einer Serie von Tweets. Er erwähnte „soziale und wirtschaftliche Folgen“. Die Pandemie hatte die sowieso schwächelnde türkische Wirtschaft hart getroffen und sich unter anderem auf Währung und Arbeitslosenzahlen ausgewirkt.

Quelle: dpa / cn

Studie: Kontakt zu Freunden und Familie erhält infolge der COVID-19-Pandemie wieder eine höhere Priorität

Die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung weisen einer neuen Mintel-Studie zufolge die Menschen wieder auf die Wichtigkeit von Freunden und Familie hin.  In einer in fünf europäischen Ländern durchgeführten Studie sind sich die Verbraucher darüber einig, dass der Kontakt zu Freunden und Familie heute eine größere Priorität einnimmt als noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.  Der Umfrage zufolge sind sich britische (57 %) und französische (55 %) Verbraucher am ehesten darüber einig, gefolgt von Italienern (47 %) und Spaniern (46 %). Deutsche (38 %) und Polen (34 %) sind vergleichsweise am wenigsten dazu geneigt, sich wieder mehr um ihre Familie und Freunde zu kümmern. Für viele Europäer habe sich der Kontakt zu Freunden und Familie während der Zeit der Massenquarantäne gerade in Bezug auf das emotionale Wohlergehen als Rettungsanker erwiesen. Was hingegen das körperliche Wohlbefinden in der gegenwärtigen Krise betrifft, haben bereits gesundheitsbewusste, jüngere Erwachsene verstärkt auf eine gesunde Lebensweise geachtet. Bei den Senioren ist da allerdings noch Luft nach oben. Ihre höhere Infektanfälligkeit könnte sie dazu bewegen, stärker auf die eigene Gesundheit zu achten und diese aktiv zu unterstützen, vor allem wenn es um körperliche Betätigung geht.

Quelle: Pressemitteilung Mintel vom 04.06.2020

Großes Vertrauen in Corona-Warn-App der Bundesregierung

Die Corona-Warn-App der deutschen Bundesregierung greift weder auf die Geodaten von Nutzern zu, noch erfasst sie die im Smartphone gespeicherten Kontaktdaten. Das geht aus einem Faktencheck der Deutschen Presse Agentur hervor. Datenschutzmaßnahmen, die von den Deutschen belohnt werden: Eine aktuelle Umfrage der gemeinnützigen Organisation Data4Life (hat in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité die CovApp entwickelt) zeigt, dass fast zwei Drittel (65 %) aller Befragten in Deutschland bereit sind, ihre Gesundheitsdaten der Forschung zu spenden. In einer Vergleichsstudie im September 2019 (Repräsentativbefragung des Deutschen Bundestags) hatten nur rund 38 % der Befragten angegeben, sie würden Daten aus Gesundheits-Apps mit unabhängigen Forschungseinrichtungen teilen. Die Hauptmotivation der Befragten ist, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Entwicklung eines Impfstoffes gegen COVID-19 zu beschleunigen. Überraschenderweise spielen Lockerungsmaßnahmen als Grund eine deutlich kleinere Rolle.

Quelle: Pressemitteilung D4L data4life gGmbH vom 04.06.2020

 

 

 

Donnerstag, den 04.06.2020

Vier EU-Länder bilden Impfstoff-Allianz

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande wollen nach Informationen des „Handelsblatts“ im internationalen Wettbewerb bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff gemeinsam vorgehen. Die vier EU-Staaten hätten sich auf Initiative der Bundesregierung zu einer Allianz im Rennen um Impfstoffe zusammengeschlossen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf ein gemeinsames Schreiben der Gesundheitsminister der vier Länder an die EU-Kommission. Es gehe darum, „das schnellste und bestmöglichste Ergebnis in den Verhandlungen mit Schlüsselakteuren der Pharmaindustrie zu erreichen“.

Den vier EU-Staaten gehe es nach eigenem Bekunden um eine faire Verteilung von Impfstoffen in der Welt. Sie wollten aber auch verhindern, dass die EU im geopolitischen Wettrennen um Corona-Impfungen gegen die USA und China verliert. Wie das „Handelsblatt“ weiter unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, sprechen Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande bereits mit mehreren Pharmaunternehmen über staatliche Forschungsgelder und Abnahmegarantien.

Quelle:dpa

Bundesregierung: Eine Milliarde Euro für inländische Arzneimittel-Produktion

Die Bundesregierung hat sich am späten Mittwochabend auf ein großes Konjunkturpaket geeinigt, um die Wirtschaft nach der Coronakrise wieder anzukurbeln. Insgesamt will die Bundesregierung 130 Milliarden Euro investieren. Auch der Arzneimittelmarkt soll unterstützt werden: Dem Beschluss zufolge soll eine Milliarde Euro in die inländische Produktion von Arzneimitteln, Impfstoffen, Medizinprodukten und medizinischer Schutzausrüstung fließen. Außerdem soll eine nationale Reserve an persönlicher medizinischer Schutzausrüstung aufgebaut werden.

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Quelle: daz.online/bro

Hydroxychloroquin kann Ansteckung nicht verhindern

Hydroxychloroquin schützt Kontaktpersonen von Sars-CoV-2-Infizierten nicht vor einer Ansteckung. Das hat eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler ergeben. Sie hatten Personen das Arzneimittel verordnet, die sich ohne Mund- oder Augenschutz mit einem Abstand von weniger als 1,80 Meter für mindestens 10 Minuten in der Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten hatten. Die Betroffenen erkrankten später selbst mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an COVID-19 wie Kontaktpersonen, die ein wirkungsloses Scheinmedikament bekommen hatten. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse im „The New England Journal of Medicine“ vor.

Teilnehmer für ihre Studie hatte das Team um David Boulware von der University of Minnesota in Social-Media-Kanälen und auf traditionellen Medien-Plattformen gesucht. Die Freiwilligen bekamen das Mittel, das ursprünglich zur Behandlung von Malaria und bestimmten Immunerkrankungen entwickelt wurde, per Post mit der Aufforderung, es den Anweisungen entsprechend einzunehmen. Die Einnahme musste spätestens vier Tage nach dem ungeschützten Kontakt erfolgen. In den Wochen danach befragten die Forscher die Teilnehmer mehrfach nach ihrem Gesundheitszustand.

Die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei bestehender Erkrankung wird derzeit in Studien getestet. Bisherige Untersuchungen brachten keinen Hinweis, dass es die Symptome bessert oder die Erkrankungsdauer verkürzt. Das Mittel steht auch deshalb unter besonderer Beobachtung, weil US-Präsident Donald Trump es wiederholt als Wundermittel gepriesen und angegeben hatte, es prophylaktisch einzunehmen, um sich vor dem Virus zu schützen.

Quelle: dpa/sn

Tests mit Hydroxychloroquin dürfen weiter gehen

Mehrere ausgesetzte Tests mit dem Malaria-Medikament Hydroxychloroquin bei COVID-19-Erkrankten können wieder aufgenommen werden. Experten hätten sämtliche Daten erneut überprüft und seien zu dem Schluss gekommen, dass nichts gegen eine Fortsetzung der Tests spreche, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am gestrigen Mittwoch in Genf.

Der Wirkstoff war Bestandteil einer von der WHO koordinierten Forschungsreihe mit mehr als 3500 Patienten in 35 Ländern. Dabei wird untersucht, ob verschiedene schon vorhandene Medikamente etwa gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose einen Effekt gegen COVID-19 haben. Nach einem Bericht in der Fachzeitschrift „The Lancet“, dass Hydroxychloroquin womöglich die Todesrate erhöhen könnte, waren die Versuche Ende Mai vorübergehend ausgesetzt worden. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, die nach Urteil der Experten nicht mehr nötig sei, sagte Tedros. Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftlerin der WHO, betonte aber: „Es gibt bislang keine Beweise, dass irgendein Medikament die Mortalität reduziert.“

Unter anderem hatte ein Artikel im Fachjournal „Nature“ sich Ende Mai kritisch über die Studie in „The Lancet“ geäußert und dazu, dass daraufhin viele Studien zu Hydroxychloroquin ausgesetzt worden waren.

Quelle:dpa/sn

Mittwoch, den 03.06.2020

Ärzte ohne Grenzen fordern bezahlbare Impfstoff-Preise

Einen Tag vor einem internationalen Impf-Gipfel hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen einen fairen Zugang und bezahlbare Preise für künftige Covid-19-Impfstoffe gefordert. Die Staaten und die internationale Impfallianz Gavi sollten von den Pharmaunternehmen verlangen, ihre Produktionskosten offenzulegen, hieß es am heutigen Mittwoch in einer Mitteilung. „Es muss bezahlbare Preise für alle und einen objektiven und fairen globalen Verteilmechanismus geben, an den sich alle Regierungen und Gavi selbst halten“, sagte Marco Alves von der Organisation. Die britische Regierung ist der Gastgeber der virtuellen Geberkonferenz (Global Vaccine Summit).

Bei einem früheren Gavi-Fonds für einen Impfstoff gegen Lungenentzündung habe sich gezeigt, dass einige Länder wegen des hohen Preises nicht ausreichend Impfstoffe hätten beziehen können, sagte Alves. „Das darf sich bei Covid-19 nicht wiederholen.“

Quelle: dpa/sn

Frankreich: COVID-19-Schnelltest in der Apotheke?

Öffentliche Apotheken in Frankreich warten derzeit auf die Erlaubnis Antikörper-Schnelltests auf COVID-19  durchführen zu dürfen. Die sogenannten TRODs dienen jedoch nur der diagnostischen Orientierung. Nach einem positiven Testergebnis muss zur Diagnose nach wie vor eine labordiagnostische Untersuchung erfolgen. Dennoch könnten diese Test nach Ansicht der Hohen Gesundheitsbehörde (HAS) für einige Personengruppen interessant sein, z. B. für Pflegepersonal und Personen in Sammelunterkünften.

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Quelle: daz.online/hb/sn

COVID-19 und Rheuma – Wissenschaftler untersuchen Wahrscheinlichkeit für Klinikaufenthalt

Inwieweit die bei Rheuma eingesetzten Medikamente die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt bei gleichzeitiger SARS-CoV-2-Infektion erhöhen, ist bislang unklar. In einer aktuell publizierten Studie analysierten Wissenschaftler deshalb eine Fallserie von Personen mit rheumatischen Erkrankungen und COVID-19 aus dem „EULAR and Global Rheumatology Alliance COVID-19“-Register vom 24. März 2020 bis 20. April 2020. Insgesamt gingen 600 Fälle aus 40 Ländern in die Studie ein.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Einnahme konventioneller krankheitsmodifizierender Antirheumatika (csDMARDs) – wie Anti-Malaria-Mittel oder Medikamente aus der Krebstherapie – allein oder in Kombination mit Biologika oder die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) nicht mit einem Krankenhausaufenthalt assoziiert war. Die Einnahme von TNF-alpha-Hemmern war mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts verbunden. Eine Behandlung mit mehr als 10 mg Prednison pro Tag war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eines Klinikaufenthalts verbunden.

Quelle: European League Against Rheumatism (EULAR) /sn

Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder

In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern während der Corona-Krise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie.

Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen in den Medien nach sich gezogen. Die Aussage bereits damals: Kinder tragen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene – und sind mithin vermutlich genauso ansteckend. Die Forscher hatten aufgrund dieser Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland gewarnt.

Quelle: dpa/sn

April 2020: 15 Prozent weniger Rezepte in Apotheken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erst kürzlich dazu aufgerufen, dass die Menschen trotz Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise weiterhin zum Arzt gehen sollen. Ein Indiz dafür, dass die Zahl der Arztbesuche drastisch gesunken ist, gibt nun auch eine Zahl aus dem Apothekenmarkt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der in Apotheken eingelösten Rezepte im April dieses Jahres um 15 Prozent eingebrochen. Weil im März aber das genaue Gegenteil der Fall war, sind die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel im ersten Quartal insgesamt gestiegen.

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Quelle: daz.online/br

Deutsche Chloroquin-Studie wird doch pausiert

Vergangene Woche hat das Bundesgesundheitsministerium gespendete Chloroquin-Tabletten an die Pharmabranche zurückgegeben. Vorausgegangen war eine Lancet-Studie, die nahelegt, dass sich die Arzneimittel negativ auf den Verlauf einer COVID-19-Infektion auswirken könnten. Während die WHO Studien mit Hydroxychloroquin daraufhin vorerst pausierte und Frankreich den Einsatz ganz verbot, liefen deutsche Studien zunächst weiter.

Nun unterbricht das Tübinger Institut für Tropenmedizin seine Studie mit Chloroquin zur Behandlung von COVID-19-Patienten doch. Wie Institutsdirektor Professor Peter Kremsner mitteilte, soll die Studie bis zu zwei Wochen ausgesetzt werden, weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels gegeben hat. In dieser Zeit werde ein unabhängiges Sicherheitsgremium die ersten Ergebnisse zur Patientensicherheit sichten. Danach solle eine Entscheidung fallen, ob die Studie fortgesetzt wird.

Quelle:daz.online/dpa

Dienstag, den 02.06.2020

Zahl der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten stark rückläufig

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Laut dem DIVI-Intensivregister wurden Stand Dienstag 689 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen betreut, etwa die Hälfte von ihnen wurde beatmet. Mitte April waren es zeitweise noch mehr als 2900 Patienten gewesen. Zwar müssen die Kliniken die Belegung ihrer Intensivbetten an das Register melden, trotzdem schwankt die tägliche Zahl der meldenden Klinik-Standorte.

Die geschätzte Zahl von registrierten und noch aktiven Corona-Fällen in Deutschland beträgt derzeit rund 7100. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Zahl der Neuinfektionen verharrt weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Brandenburg etwa meldete nach dem Pfingstwochenende keine einzige Neuinfektion, Rheinland-Pfalz eine.

Quelle: dpa/sn

Coronakrise: Finanzspritzen für Apotheken in mehreren Ländern

Hierzulande bekommen Apotheken seit Ende April erstmals Pauschalen für Botendienste. Die Regierung will die Apotheken bei der spontanen Ausweitung der Lieferungen unterstützen. Auch in anderen Ländern haben Apotheken kurzfristige finanzielle Hilfen bekommen, um die Mehrarbeit während der Coronakrise besser stemmen zu können. Welche das sind, lesen Sie bei unseren Kollegen von DAZ.online.

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Quelle: daz.online/br

Abstand, Maske und Augenschutz – eine gute Kombination?

Eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz könnte laut einer neuen Übersichts-Analyse eine Corona-Infektion bestmöglich verhindern. Das schreiben Forscher der kanadischen McMaster-Universität im Fachblatt „Lancet“, nachdem sie 172 Studien systematisch ausgewertet haben. Ein Teil der Studien beschäftigte sich mit Sars-CoV-2, ein weiterer mit Sars und ein dritter mit Mers. Alle diese Erreger gehören zu den Coronaviren. Bei ihrer Analyse kamen die kanadischen Wissenschaftler zu folgenden Haupterkenntnissen:

  • Ein Abstand von einem Meter oder mehr ist mit einem wesentlich geringeren Infektionsrisiko verbunden, als wenn eine kleinere Distanz gewahrt wird (2,6 Prozent versus 12,8 Prozent Infektionsrisiko). Jeder weitere Meter Abstand bis zu drei Meter könnte dieses Risiko weiter halbieren, wobei die Autoren die Beweislage für diese Aussage als „moderat“beschreiben.
  • Visiere, Schutzbrillen und Brillen im Allgemeinen scheinen das Risiko ebenfalls zu senken. Es gibt die Annahme, dass das Auge ein möglicher Eintrittsort für das Virus sein kann. Hier sei die Beweislage allerdings eher „gering“, so die Autoren.
  • Ein ähnliches Resultat zeigt sich bei den Effekten von Gesichtsmasken. Auch hier bewerten die Autoren die Beweissicherheit allerdings insgesamt als eher „niedrig“.

Die Autoren betonen aber, dass sowohl Abstandhalten, Gesichtsmasken als auch Augenschutz – selbst in kombinierter Form und richtig angewendet – keinen hundertprozentigen Schutz garantierten, sondern immer durch andere Maßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen ergänzt werden sollten.

Quelle: dpa/sn

300 asymptomatische Fälle in Wuhan entdeckt

Bei Tests von fast zehn Millionen Bürgern in Wuhan sind 300 asymptomatische Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt worden. Die angesteckten Personen und 1174 enge Kontaktpersonen seien isoliert worden und stünden unter medizinischer Beobachtung, berichteten die Behörden nach Angaben der Staatsmedien am Dienstag.

Den Anteil der Infizierten ohne Symptome an der Bevölkerung beschrieben die Experten als „äußerst gering“. Auch seien keine Ansteckungen durch diese Personen festgestellt worden. Die Tests waren seit Mitte Mai über zwei Wochen vorgenommen worden.

In der zentralchinesischen Metropole war das Sars-CoV-2-Virus im Dezember zuerst entdeckt worden. Die Stadt war in China am stärksten vom Ausbruch des Erregers betroffen. Vom 23. Januar an wurde Wuhan für 76 Tage von der Außenwelt abgeriegelt. Von den landesweit 4634 amtlich gemeldeten Todesfällen durch die Lungenkrankheit Covid-19 gab es allein 3869 in der Provinzhauptstadt.

Quelle: dpa/sn

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?

Das Coronavirus ist winzig und kann sich in Mini-Tröpfchen auch längere Zeit in der Luft halten. Diese Aerosole rücken immer mehr in den Fokus der Forschung: „Wir sind ziemlich sicher, dass Aerosole einer der Wege sind, über die sich Covid-19 verbreitet“, sagte der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Dr. Gerhard Scheuch, der Deutschen Presse-Agentur. Schmierinfektionen etwa spielten eine vergleichsweise geringe Rolle.

Es seien aber noch viele Fragen offen, betont Scheuch – zum Beispiel, wie sich das Virus beim Sprechen verbreitet und welche Rolle die Temperatur spielt. „Da muss viel Forschungsarbeit gemacht werden“, sagte er. Längst nicht geklärt sei auch, wie infektiös getrocknete Aerosole sind.

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Quelle: daz.online/dpa

Coronakrise führt zu deutlich mehr Apotheken-Botendiensten

Schon zu Beginn der Lockdown-Phase in der Coronakrise wurde prophezeit, dass mit einem Online-Boom zu rechnen ist. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) konnte mit einer Verbraucherbefragung belegen, dass die Umsätze im Online-Handel seit März in die Höhe schießen – und zwar bei Produkten des täglichen Bedarfs sowie Arzneimitteln. Wie leistungsfähig die Apotheken ungeachtet dessen ihre „Same-Day-Delivery“ per Botendienst umsetzen, hat Dr. Hagen Sexauer vom Marktforschungsunternehmen bench-breaking.com untersucht. Demnach hat fast jeder zehnte Betrieb die Auslieferungen um mindestens 50 bis 100 Prozent gesteigert.

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Quelle: daz.online/ae

RKI meldet 213 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182.028 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 02.06. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8522 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 166.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag bei 1,20 (Datenstand 1.6. 0 Uhr; Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 1.6. 0 Uhr) bei 0,95 (Vortag: 0,90). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: dpa

960 Apotheken in Rheinland-Pfalz erhalten Schutzmasken

Die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz verteilt 15.000 FFP2-Schutzmasken an alle öffentlichen Apotheken in Rheinland-Pfalz. Die Verteilung erfolgte in Eigenregie: Die Mitarbeiter der Kammer haben die Lieferungen für alle Apotheken im Land selbst fertig gemacht.

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Quelle: daz.online/ms

Visier statt Alltagsmaske – geht das?

Apotheken haben Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie schon erprobt, ehe sie zur Pflicht wurden. Dabei wurde schnell klar, dass das Tragen von Masken keinen Spaß macht. Und so stellten sich einige Apothekenmitarbeiter die Frage, ob eine Plexiglas-Wand vor dem HV oder ein Visier die Maske für das Personal ersetzen können. Offenbar interessiert sich mittlerweile auch die allgemeine Öffentlichkeit verstärkt für Visiere. Doch das RKI sagt: Visiere sind keine gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung.

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Quelle: daz.online/dpa

 

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