Sehschwäche in der Schwangerschaft: Vorsicht bei bestimmten Symptomen!

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Während der Schwangerschaft ist jede sechste Frau von Augenproblemen betroffen. Meist sind die Beschwerden harmlos und vorübergehend. Bei bestimmten Symptomen sollte man jedoch hellhörig werden und der werdenden Mutter dringend zum Arztbesuch raten.

Harmlose Erscheinungen

Die meisten Augenprobleme während der Schwangerschaft bilden sich nach der Entbindung von selbst zurück. So bekommen viele Schwangere bräunliche Flecken um die Augen herum, die zum Nasenrücken auslaufen. Es handelt sich hierbei um Pigmenteinlagerungen, die harmlos sind und nach der Schwangerschaft wieder verschwinden. Manchmal treten bei einer werdenden Mutter leichte Einblutungen unter die Bindehaut auf. Sie sehen zwar beängstigend aus, doch das Sehvermögen beeinträchtigen sie nicht.

Auf Kontaktlinsen verzichten

Schwangerschaftshormone können die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern. Die Augen trocknen dadurch schneller aus, sind häufig gereizt und brennen. Deshalb empfehlen Experten, während einer Schwangerschaft auf Kontaktlinsen zu verzichten. Sie raten außerdem zu Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit.

Kurzsichtigkeit vorübergehend verstärkt

Bei 14 Prozent der schwangeren Frauen ändert sich die Brillenstärke. So kann sich eine Kurzsichtigkeit um bis zu 1,5 Dioptrien verschlechtern. Augenärzte erklären dieses Phänomen so: Schwangerschaftsbedingt lagert sich Flüssigkeit in der Linse und in der Hornhaut ein, wodurch sich die Brechkraft verändert. Bei den meisten Frauen bilden sich diese Veränderungen nach der Geburt des Kindes wieder zurück. Eine neue Brille zu kaufen, lohnt sich also in der Regel nicht. Aus diesem Grund sollten Schwangere sich auch nicht die Augen lasern lassen. Damit sollten sie bis mindestens ein Jahr nach der Geburt warten.

Wechselnde Sehschärfe – Auf Diabetes untersuchen lassen

In seltenen Fällen können bei werdenden Müttern Symptome an den Augen auftreten, die auf Schwangerschaftskomplikationen hindeuten. Als Warnzeichen ist zu werten, wenn sich plötzlich oder mehrmals am Tag die Sehschärfe ändert. Dies kann ein Hinweis auf einen Schwangerschaftsdiabetes sein. Durch die Blutzuckerschwankungen kommt es zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse. Dadurch verändert sich die Brechkraft, sodass die Betroffenen nicht mehr scharf sehen können. Klagt eine Schwangere über solche Symptome, sollte man sie zum Augenarzt schicken. Mit einer Spiegelung des Augenhintergrundes lassen sich diabetesbedingte Veränderungen frühzeitig erkennen – schon bevor die Stoffwechselerkrankung zu anderen Symptomen führt. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft einen Diabetes haben, müssen engmaschig überwacht werden. Die diabetesbedingten Netzhautveränderungen können nämlich im Laufe der Schwangerschaft behandlungsbedürftig werden.

Alarm bei Schatten, Flimmern, Sehverlust

Höchste Alarmstufe bedeutet es, wenn Teile des Gesichtsfelds schwarz werden oder Blitze vor den Augen auftreten. Das können Anzeichen der gefährlichen Schwangerschaftskomplikation Präeklampsie sein. Die Schwangere muss dann unbedingt einen Arzt aufsuchen, da sie selbst und das Kind gefährdet sind. Die Präeklampsie wird unter anderem durch Bluthochdruck hervorgerufen. Bis zu zehn Prozent aller Schwangeren entwickeln – oft unbemerkt – eine Hypertonie. Bei vielen Betroffenen lässt sich der Bluthochdruck an einer veränderten Netzhaut ablesen.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)