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Neue Therapie: Positive Mistelwirkung bei Lungenkrebs

Einer Beobachtungsstudie zufolge könnte die ergänzende Misteltherapie bei Lungenkrebs weitaus mehr positive Effekte bewirken als bisher bekannt. | Bild: Madeleine Steinbach / Adobe Stock

Die Stärkung der Lebensqualität und die Linderung von Therapienebenwirkungen unter einer Misteltherapie gelten als gut belegt. Inwieweit sich die Mistelbehandlung auch auf das Überleben auswirkt, wird kontrovers diskutiert. Vor diesem Hintergrund macht der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) nun auf eine aktuelle Beobachtungsstudie aufmerksam.

Fortgeschrittenes Bronchialkarzinom: schlechte Prognose

Insgesamt konnten die Daten von 158 Patienten ausgewertet werden, die an einer Krebserkrankung mit sehr schlechter Prognose litten – dem metastasierten kleinzelligen Lungenkarzinom. 108 der Betroffenen bekamen in der Studie ausschließlich die konventionelle Therapie (Chemotherapie und gegebenenfalls zusätzlich Bestrahlung), die übrigen 50 Patienten erhielten zusätzlich eine Mistelbehandlung.

Längeres Überleben unter der Misteltherapie

Das durchschnittliche Überleben in der kombinierten Behandlungsgruppe (konventionelle plus Misteltherapie) betrug 17 Monate. In der Gruppe ohne Mistel betrug es nur acht Monate. Nach einem Jahr waren in der „Mistelgruppe“ noch 60,2 Prozent der Patienten am Leben, in der anderen Gruppe 35,5 Prozent. Insgesamt lag die Sterblichkeit bei zusätzlicher Mistelbehandlung um 56 Prozent niedriger.

Beobachtung – noch kein Beweis

Diese Ergebnisse bezeichnen die Studienautoren als bemerkenswert. Allerdings sei damit noch kein Beweis für eine lebensverlängernde Mistelwirkung erbracht. Es handele sich lediglich um eine beobachtete Korrelation. Diese sollte aber unbedingt weiter beforscht werden. 

Quelle: Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland – DAMiD