Heimische Heilpflanzen
In unserer Serie „Heimische Heilpflanzen“ stellen wir Ihnen wichtige Arzneipflanzen vor. Dabei greifen wir solche heraus, die in der Apotheke bekannte Therapeutika sind und gleichzeitig sozusagen vor der Haustür wachsen. Auch wenn sich manche dieser heimischen Heilpflanzen eher unscheinbar präsentieren, hat bei genauerer Betrachtung doch jede ein paar Besonderheiten zu bieten. 
Titelbild: Daniil / Adobe Stock
3 min merken gemerkt Artikel drucken

Arnika: Verletzungsmittel zur äußerlichen Anwendung

blühende Arnika
Arnika wird heutzutage äußerlich angewandt. Sie wirkt antientzündlich und schmerzhemmend. | Bild: Robert Mertl / AdobeStock

Zu Zeiten von Johann Wolfgang von Goethe war Arnika eine sehr gefragte Arzneipflanze. Ganze Pferdekarren wurden laut seinen Aufzeichnungen gesammelt und in die Apotheken gebracht. Und auch ihm selbst soll im Jahr 1823 im geschwächten Zustand erst ein Arnika-Dekokt wieder auf die Beine geholfen haben.  

Die therapeutische Begeisterung führte dazu, dass die Heilpflanze bereits im 19. Jahrhundert in ihrem Bestand gefährdet war. Heute steht die Arnika bei uns unter Naturschutz. Inzwischen ist es sogar gelungen, sie anzupflanzen.

Während vor der Einnahme heutzutage gewarnt wird, steht die äußerliche Anwendung nach wie vor hoch im Kurs.

Arnika blüht dottergelb

Die Echte Arnika – Arnica montana – ist eine Pflanzenart aus der Gattung Arnika innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie gedeiht in den Gebirgen Europas und steht unter Naturschutz. Als Trivialnamen werden unter anderem Bergwohlverleih, Kraftwurz, Wolfsblume, Fallkraut, Johannisblume und Wundkraut verwendet.  

Während der Blütezeit von Mai bis August ist die zwischen 20 und 60 Zentimeter hohe krautige Pflanze an ihren dottergelben Blütenköpfen leicht zu erkennen. Die Blütenköpfe erscheinen immer etwas „zerzaust“, denn die zahlreichen Strahlenblüten sind unregelmäßig ausgerichtet.  

Weitere typische Merkmale der Arnika sind ihre grundständige Blattrosette und der behaarte Stängel, der meist nur ein oder zwei Paar gegenständiger Blätter trägt.

Arnika nur noch äußerlich anwenden

Zu Goethes Zeiten wurde die Arnika bei den verschiedensten Beschwerden und Krankheiten eingesetzt, vielfach auch missbräuchlich als Abortivum, da sie Kontraktionen des Uterus auslöst.  

Die Einnahme von Arnika-Zubereitungen kann weitere toxische Wirkungen haben, zum Beispiel auf das Herz. Die orale Verwendung ist daher phytotherapeutisch nicht mehr üblich. Für die äußerliche Anwendung hat Arnica montana jedoch nach wie vor Bedeutung. 

Die Droge wirkt vor allem antientzündlich, antimikrobiell und schmerzhemmend. Dafür sind in erster Linie Sesquiterpenlactone, vor allem Helenaline, verantwortlich. Deren Giftigkeit ist der Grund, warum vor innerlicher Anwendung gewarnt wird und viele Tees vom Markt genommen wurden.  

Darüber hinaus enthält Arnika Flavonoide und Triterpendiole, die – äußerlich angewendet – ebenfalls entzündungshemmend wirken.  

Arnika kommt äußerlich bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Verstauchungen und Blutergüssen zum Einsatz. Darüber hinaus findet die Heilpflanze bei Hautentzündungen und Insektenstichen sowie bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden Anwendung. Bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut wirkt eine Mundspülung.

Arnika vor allem als Tinktur

Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal der Blütendroge, die für Arnika-Aufgüsse verwendet wird, sind die grauweißen, borstigen Pappushaare.  

Arzneilich spielen jedoch Tinkturen eine größere Rolle, da die Wirkstoffe darin in hoher Konzentration vorliegen. Für Mundspülungen werden sie stark verdünnt.

Arzneimittel mit Arnika-Tinktur sind z. B. Arnikatinktur Hetterich, Arnikatinktur Caelo HV-Packung, Arnikatinktur Hofmann’s und Doc Arnika Creme. Ein Extrakt aus der ganzen Pflanze steckt zum Beispiel im Arnika-Gelee von Weleda.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen zu Arnika

Die Inhaltsstoffe der Arnika können allergische Reaktionen wie Juckreiz, Blasenbildung oder Kontaktdermatitis auslösen und bei zu langer topischer Anwendung zu Ekzemen oder gar Nekrosen führen.  

Ein Kontakt mit Augen und offenen Wunden ist zu vermeiden. Während der Schwangerschaft besteht bei Einnahme von Arnika-Präparaten die Gefahr einer FehlgeburtQuellen (Autor ak):
https://flexikon.doccheck.com/de/Arnika
https://de.wikipedia.org/wiki/Arnika
https://www.gelbe-liste.de/suche?term=arnika
 

Zurück