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EMA warnt: Anzahl gefälschter GLP-1-Agonisten nimmt zu

In einer Pressemitteilung warnt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Öffentlichkeit vor einer deutlichen Zunahme gefälschter GLP-1-Agonisten wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid. Häufig würden solche Produkte über betrügerische Webseiten verkauft und in den sozialen Medien beworben. Die EMA stellt mit Nachdruck fest: Diese „sind nicht zugelassen und erfüllen nicht die erforderlichen Qualitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards“.
Die Behörden haben Hunderte gefälschte Facebook-Profile, Anzeigen und E-Commerce-Einträge identifiziert. Viele davon werden außerhalb der EU betrieben. Verbraucher werden durch missbräuchlich verwendete offizielle Logos und falsche Empfehlungen getäuscht.
Zur Erinnerung: Wie wirken GLP-1-Rezeptoragonisten?
Als Analogon zum humanen Glucagon-like-Peptide (GLP-1) übernehmen Semaglutid und Co. die Funktionen von GLP-1 – unter anderem die Regulierung des Appetits und der Nahrungsaufnahme. Semaglutid senkt glucoseabhängig den Blutzuckerspiegel und verlangsamt die Magenentleerung. Durch eine Verringerung des Appetits wird die Energieaufnahme und damit letztlich das Körpergewicht reduziert. Zusätzlich verringert Semaglutid die Vorliebe für fettige Speisen.
Eine anschauliche Erklärung zur Wirkung von Antidiabetika erhalten Sie in unserem Erklärvideo zu Diabetes mellitus Typ 2.
Gefälschte Pens enthalten keinen GLP-1-Agonisten
Bereits in 2023 wurde vor Fälschungen gewarnt, die insbesondere in Österreich, Deutschland und Großbritannien gefunden worden waren.
Aufgrund der gefälschten Pens kam es mehrfach zu Krankenhauseinweisungen. Damals enthielten die Pens statt eines GLP-1-Rezeptoragonisten schnellwirksames Insulin. Davor warnt die EMA auch jetzt wieder: In den Fälschungen könnten schädliche Mengen anderer Substanzen enthalten sein.
Arzneimittel nur in Apotheken erwerben
Wer sicher gehen will, keine gefälschte Ware zu erhalten, sollte seine Arzneimittel ausschließlich über eine Apotheke vor Ort beziehen. In Deutschland könnten dank des securPharm-Systems die legalen Lieferketten geschützt werden, da jede Packung in der Apotheke auf Echtheit überprüft wird.