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Frühe Periode erhöht Risiko für Diabetes und Adipositas

junge frau mit Wärmflasche auf dem Bauch und Smartphone in der Hand
Eine frühe Periode kann mit bestimmten Alterserscheinungen assoziiert werden. | Bild: Seventyfour / AdobeStock

Altersforschende um Pankaj Kapahi vom Buck Institute for Research on Aging im kalifornischen Novato haben die Auswirkungen einer frühen Menarche (erste Menstruationsblutung) und einer frühen ersten Schwangerschaft auf Alterserkrankungen untersucht.

Studie: Frühe Fruchtbarkeit mit bestimmten Erkrankungen assoziiert

Laut den Ergebnissen der randomisierten Studie erkranken Frauen, die vor dem 11. Lebensjahr zum ersten Mal menstruieren und vor dem 21. Lebensjahr erstmals Mutter werden – laut Autoren beides Zeichen einer erhöhten Fruchtbarkeit –, doppelt so häufig an Diabetes, Herzinsuffizienz und Adipositas wie Frauen, die erst später ihre Regelblutung beziehungsweise ihr erstes Kind bekommen.  

Außerdem haben sie ein viermal so hohes Risiko für das metabolische Syndrom, das durch eine Kombination aus gestörtem Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, Gewebespannung und Adipositas gekennzeichnet ist.

Im Gegenzug zeigte ein höheres Alter bei Menarche und Erstgeburt in der Analyse folgende positive Effekte:

  • längere Lebensdauer
  • weniger Gebrechlichkeit im Alter
  • langsamere biologische Alterung
  • spätere Menopause
  • geringere Alterung des Gesichts

Zu den Krankheiten, an denen später menstruierende und gebärende Frauen laut Studie signifikant seltener leiden als Frauen mit erhöhter Fruchtbarkeit, gehören Alzheimer, Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Nährstoffaufnahme kann Fruchtbarkeit beeinflussen

Das Forscherteam fand Assoziationen einer erhöhten Fruchtbarkeit mit einer effektiven Nährstoffaufnahme und interpretiert die Ergebnisse im Sinne der sogenannten antagonistischen Pleiotropie: Ihr zufolge können Gene, die im frühen Leben positiv wirken, indem sie zum Beispiel die Chancen auf Fortpflanzung erhöhen, sich im Alter negativ auswirken.

Gut zu wissen: Was bedeutet antagonistische Pleiotropie?

Die antagonistische Pleiotropie ist ein 1957 vom US-amerikanischen Evolutionsbiologen George C. Williams aufgestelltes Erklärungsmodell für das Altern von Organismen, die sich geschlechtlich fortpflanzen. Die Hypothese besagt, dass einige Gene in jungen Jahren vorteilhaft, im Alter aber eher schädlich sind.  

Da die schädlichen Wirkungen dieser Gene erst nach der Fortpflanzungsphase auftreten, haben sie nur eine geringe evolutionäre Auswirkung: Die Natur kann nicht direkt gegen ein Gen oder dessen Mutation selektieren, die ein Individuum im Alter tötet, wenn dessen schädliche Wirkung erst nach Abschluss der reproduktiven Phase auftritt. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Antagonistische_Pleiotropie 

Die Studienautoren vermuten, dass sich eine verbesserte Fähigkeit, Nährstoffe aufzunehmen, günstig auf die Versorgung der Nachkommen auswirkt. Wenn die Kinder nach Schwangerschaft und Stillzeit jedoch nicht mehr auf die mütterliche Ernährung angewiesen sind, verkehre sich die bessere Nahrungsverwertung der Mutter in einen Nachteil, weil sie das Risiko für typische Alterserkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes erhöhe. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/warum-fruhe-pubertat-und-fruchtbarkeit-bei-frauen-das-altern-beschleunigen-093a483a-bda6-40d0-bd56-8dabb38ece0f
- Studie: https://elifesciences.org/articles/102447
- https://www.doccheck.com/