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Long COVID: Doppeltes Risiko nach zweiter Corona-Infektion

Ein US-amerikanisches Forscherteam hat in einer retrospektiven Studie die Behandlungsdaten von 465.717 jungen Menschen unter 21 Jahren aus 40 Kinderkliniken analysiert.
Das Durchschnittsalter der Patienten betrug acht Jahre. 407.300 von ihnen hatten sich während der Omikron-Welle in den Jahren 2022 und 2023 mit COVID-19 infiziert, und bei 58.417 kam es im selben Zeitraum zu einer zweiten Infektion.
Ergebnisse der neuen Long-COVID-Studie
Die Long-COVID-Inzidenz pro eine Million Menschen betrug 904 nach der ersten und 1.884 nach der zweiten Infektion. Das ergibt ein 2,08-mal so hohes Long-Covid-Risiko für junge Menschen, die sich ein zweites Mal infiziert haben.
Außerdem erhöhte sich das Risiko für – teilweise schwere – Symptome und Erkrankungen, die möglicherweise mit Long COVID in Verbindung stehen, darunter Herzmuskelentzündung, Thromboembolie, Nierenversagen und abnorme Leberenzymwerte.
Studienautoren empfehlen mehr Corona-Impfungen
Obwohl die Studienautoren die Möglichkeit nicht ausschließen, dass einige asymptomatische oder leichte Infektionen in der Studienkohorte nicht richtig erfasst wurden, leiten sie aus den Ergebnissen eine klare Handlungsempfehlung ab:
Mehr junge Menschen sollten sich impfen lassen, um das Risiko für Long COVID und die möglichen Komplikationen zu verringern. Denn das Risiko scheine sich mit jeder Infektion kumulativ zu erhöhen.
Weitere Studien müssten zeigen, ob sich durch wiederholte Infektionen tatsächlich verstärkt negative Gesundheitsfolgen zeigen und ob neue Impfstoffe eventuell Schutz vor Long COVID bieten können.
Mitautor Professor Ravi Jhaveri fasst in einer Pressemeldung zusammen: „Die Ergebnisse dieser Studie untermauern einen der stärksten Gründe, die ich Patienten, Familien und Ärzten für eine Impfung nenne: Mehr Impfungen sollten zu weniger Infektionen führen, was wiederum zu weniger Long-COVID-Fällen führen sollte.“Quellen:
- https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Kinder-und-Jugendliche-Doppeltes-Long-COVID-Risiko-nach-zweiter-Corona-Infektion-460477.html
- Studie: https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(25)00476-1/fulltext
Gut zu wissen: Wann spricht man von Long COVID?
Die Leitlinie „Long/Post-Covid“, die von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. und anderen Fachgesellschaften erarbeitet wurde, spricht von Long COVID, wenn die Beschwerden mindestens vier Wochen nach der Infektion anhalten. Eine alternative Bezeichnung ist PASC (postakute Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion).
Bleiben die Symptome mindestens zwölf – bei Kindern und Jugendlichen acht – Wochen bestehen, spricht man vom Post-COVID-Syndrom.