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Ingwer ist Arzneipflanze des Jahres 2026

Aufgeschnittene Ingwerwurzeln neben einem Glasschälchen mit gelbem Pulver
Ingwer kann zur Linderung von leichten Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden. | Bild: Daniel Vincek / AdobeStock

Ingwer (Zingiber officinale) wurde bereits in der Antike gegen Erkrankungen von Magen, Darm und Atemwegen angewendet.  

Seine gesundheitsfördernde Wirkung beruht auf vielfältigen Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen, dem für die Schärfe verantwortlichen Gingerol, den Scharfstoffen Shogaol und Zingeron, Vitamin C sowie Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Nun haben der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde und die Gesellschaft für Phytotherapie den Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres erkoren.

Gut zu wissen: Arzneipflanze des Jahres

Die Arzneipflanze des Jahres wird seit 1999 jährlich vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde ausgerufen, der am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg gegründet wurde.  

Die Auswahl der Arzneipflanze des Jahres soll die Bedeutung der Pflanzen in der Medizin und ihre pharmazeutische Nutzung betonen, wobei auch die historische Verwendung in Europa berücksichtigt wird.

Seit 2026 wird die Pflanze gemeinsam mit der Gesellschaft für Phytotherapie gekürt.

Die Arzneipflanze des Jahres ist nicht zu verwechseln mit der Heilpflanze des Jahres, die der Naturheilverein NHV Theophrastus jährlich ausruft.

Neubewertung führt zur Auszeichnung des Ingwers

Der Studienkreis beruft sich bei seiner Wahl auf den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), der 2025 drei neue Einsatzgebiete des Ingwers als traditionelles Arzneimittel („traditional use“, also mindestens 30 Jahre, davon mindestens 15 Jahre in der EU, ohne Gesundheitsgefahren in Verwendung) in seine Bewertung aufgenommen hat:

  • vorübergehende Appetitlosigkeit
  • leichte Gelenkschmerzen
  • Erkältungssymptome

Diese neuen Anwendungsgebiete ergänzen die bereits zuvor vom HMPC anerkannten:  

  • Vorbeugung gegen Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen („well-established use“, also Anwendung seit mindestens zehn Jahren in einem Land der EU mit dokumentierter Wirksamkeit und Sicherheit)
  • Linderung der Symptome der Reisekrankheit (traditional use)
  • Behandlung leichter krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden mit Blähungen (traditional use)

Für die genannten Einsatzgebiete werden der geschnittene Ingwerwurzelstock und Trockenextrakte zur Teezubereitung, Kapseln mit der pulverisierten Droge oder alkoholische Auszüge verwendet. Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ingwer-zur-arzneipflanze-des-jahres-gekuert-161656/
https://de.wikipedia.org/wiki/Ingwer
https://www.uni-muenster.de/Chemie.pb/institut/garten/adj2026.html
https://arzneipflanzenlexikon.info/traditionelle-arzneimittel-anwendung.php
 

Gut zu wissen: Ingwer nicht mit Kalmus verwechseln

Die Heilpflanze Kalmus wird gerne auch mal „Deutscher Ingwer“ genannt. Die beiden Pflanzen sind jedoch nicht miteinander verwandt.