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Krebserkrankungen: Sterberate in der EU nimmt weiter ab

Eine Forschungsgruppe um Carlo La Vecchia von der Universität Mailand hat kürzlich im Fachmagazin „Annals of Oncology“ eine Prognose zu den Sterbezahlen durch verschiedene Krebsarten für das Jahr 2026 veröffentlicht. Die vorausgesagten Werte basieren auf Computermodellen, die Daten der Weltgesundheitsorganisation und der Vereinten Nationen aus den Jahren 1972 bis 2022 analysieren.
Dies ist die 16. Voraussage für Krebssterberaten in Europa. Laut Aussage der Forschenden seien ihre bisherigen Prognosen stets zuverlässig gewesen.
Sterberaten bei Krebserkrankungen in Europa sinken
Die italienische Studie zu den Krebstoden in Europa beinhaltet im Wesentlichen die folgenden Vorhersagen für das Jahr 2026:
- Die um Alterseffekte bereinigte Sterberate über alle Krebsarten soll in der EU bei Männern 114 pro 100.000 betragen. Das wäre ein Rückgang um knapp acht Prozent gegenüber den Jahren 2020 bis 2022.
- Die Sterberate bei Frauen soll um sechs Prozent auf 75 pro 100.000 sinken. Eine Ausnahme ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen, der um ein Prozent auf 6 pro 100.000 zunehmen soll.
- Lungenkrebs bleibt weiterhin die häufigste Krebstodesursache bei beiden Geschlechtern. In Deutschland soll die Sterberate im Vergleich zu den Jahren 2015 bis 2019 bei Männern jedoch um knapp ein Viertel auf 20 pro 100.000 sinken und bei Frauen um sieben Prozent auf 14 pro 100.000. Die EU-weiten Vergleichswerte betragen 20 bei Männern und 12 bei Frauen.
- Den größten Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum ermittelten die Forschenden für die Gruppe der 25- bis 44-Jährigen in Deutschland: Er soll über beide Geschlechter mehr als 40 Prozent betragen, allerdings aufgrund des geringen Alters bei insgesamt niedrigen Fallzahlen.
- Gegen den abnehmenden Trend werden die Sterberaten bei Frauen ab 75 Jahren in der EU laut Prognose auf 116 pro 100.000 ansteigen. Die Forschenden führen den Effekt darauf zurück, dass Frauen später mit dem Rauchen aufhören als Männer.
Rauchen gilt als Risikofaktor für die Sterberate bei Krebserkrankungen
„Unsere Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Bedeutung des Rauchens für die Krebssterblichkeit. Die Einschränkung des Tabakkonsums ist nach wie vor der Eckpfeiler der Lungenkrebsprävention und spielt auch bei der Prävention anderer Krebsarten, wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, eine Rolle“, betont La Vecchia.
Um die Sterberaten bei Krebserkrankungen weiter zu reduzieren, empfehlen die Forschenden folgende Maßnahmen:
- Verschärfung der Tabaksteuer
- Werbeverbote für Tabakprodukte
- die Schaffung rauchfreier Umgebungen
- Unterstützung bei der Raucherentwöhnung
Diese Elemente seien unerlässlich, um regionale und sozioökonomische Unterschiede zu verringern und so die Krebssterblichkeit in ganz Europa nachhaltig zu senken.
Darüber hinaus blieben die Bekämpfung von Übergewicht, die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten, die Kontrolle des Alkoholkonsums sowie der Ausbau von Bevölkerungsscreenings zur Früherkennung von Gebärmutterhals-, Brust- und Darmkrebs wichtige Strategien in der Krebsprävention. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/sterberaten-bei-lungenkrebs-gehen-in-der-europaischen-union-zuruck-6c463323-fcf5-45fb-add1-830ba5ed3066?utm_medium=email&utm_source=CR&utm_campaign=NL-DAE_Tagesaktuelle-Nachrichten&utm_content=Mailing_20260119
- Studie: https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0923753425063197