Aktuelles

In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.

3 min merken gemerkt Artikel drucken

Ixchiq®: Chikungunya-Impfstoff: Risiko einer Meningitis

Verpackung von Chikungunya-Impfstoff Ixchiq
Nach einer Impfung mit der Chikungunya-Vakzine Ixchiq® kann es zu einer aseptischen Meningitis kommen. | Bild: Valneva

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat jüngst eine Risikobewertung des Chikungunya-Lebendimpfstoffes Ixchiq® – der seit Juni 2024 in der EU zugelassen ist – abgeschlossen.

Der Auslöser dafür war ein gemeldeter Patientenfall: Ein gesunder junger Erwachsener erkrankte nach der Chikungunya-Impfung mit der Vakzine Ixchiq® an einer aseptischen Meningitis.

Gut zu wissen: Was ist eine aseptische Meningitis?

Bei einer aseptischen Meningitis handelt es sich um eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), die typischerweise durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht wird. Diese Form der Hirnhautentzündung verläuft in der Regel deutlich milder als eine bakterielle Infektion. 

Meist heilt sie innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig aus. Dennoch ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.

Die Symptome einer aseptischen Meningitis ähneln denen einer bakteriellen Meningitis:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrtheit
  • Schläfrigkeit
  • Fieber
  • Nackensteifigkeit (Meningismus)
  • Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • Krampfanfälle

Zusätzlich können auch Muskel- (Myalgien) und/oder Gelenkschmerzen (Arthralgien) auftreten.

Sicherheitsbedenken des Chikungunya-Impfstoffes zunächst bei Älteren

Bereits Anfang 2025 hatte der PRAC eine Überprüfung des Chikungunya-Lebendimpfstoffes Ixchiq® eingeleitet. Anlass dafür waren Berichte über weltweit insgesamt 17 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei älteren Menschen zwischen 62 und 89 Jahren. Darunter waren auch Fälle von Enzephalitis (Gehirnentzündung), zwei Geimpfte waren sogar verstorben.  

Aufgrund dessen wurde eine Impfung mit Ixchiq® für Personen ab einem Alter von 65 Jahren nicht empfohlen. Im Sommer 2025 hatte der PRAC diese Kontraindikation aber wieder aufgehoben.  

Nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung war Ixchiq® auch bei älteren Personen wieder anwendbar, wenn keine Immunschwäche vorliegt bzw. keine Immunsuppression erfolgt.

Produktinformationen von Ixchiq® werden aktualisiert

Zwar sind in der Packungsbeilage von Ixchiq® aseptische Meningitis sowie Enzephalopathie und Enzephalitis bereits als bekannte Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit aufgeführt. Nun sollen aber die Produktinformationen aktualisiert werden, um darauf hinzuweisen, dass solche schwerwiegenden Nebenwirkungen auch bei gesunden jungen Erwachsenen auftreten können.  

Außerdem führt der PRAC eine umfassende Sicherheitsprüfung durch, die im Juni 2026 abgeschlossen sein wird. In diesem Rahmen bewertet er, ob die neuen Erkenntnisse zum Risiko einer aseptischen Meningitis oder anderer neu auftretender Sicherheitsinformationen Auswirkungen auf das bisherige Nutzen-Risiko-Verhältnis des Impfstoffes Ixchiq® haben. Quellen:
- https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-pharmacovigilance-risk-assessment-committee-prac-9-12-march-2026#related-documents-84192
- https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2025/20250522-Ixchiq.pdf
- Fachinformation Ixchiq Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, Stand: 09/2025
- https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Chikungunya/FAQ-Liste_gesamt.html#entry_16946298
 

Zur Erinnerung: Chikungunya-Impfempfehlung der STIKO

Der Chikungunya-Impfstoff Ixchiq® ist für Personen ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Personen ab zwölf Jahren, die

  • in ein Gebiet reisen, für das ein aktuelles Chikungunya-Ausbruchsgeschehen bekannt ist, oder
  • die einen längeren Aufenthalt (> 4 Wochen) oder wiederholte Kurzzeitaufenthalte in einem Chikungunya-Endemiegebiet planen, wenn zusätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen schweren Verlauf der Erkrankung besteht (z. B. ab einem Alter von 60 Jahren oder bei einer schweren internistischen Grunderkrankung).

Eine Impfung wird auch für Personen mit beruflichem Risiko empfohlen, die gezielt Tätigkeiten mit Chikungunya-Viren gemäß Biostoffverordnung ausüben (z. B. in Forschungseinrichtungen oder Laboren).

Seit Anfang 2025 ist auch der Totimpfstoff Vimkunya® für Personen ab zwölf Jahren in der EU zugelassen.