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Was ist eigentlich die Chronic Wasting Disease?

drei Hirsche auf einer Wiese
Insbesondere Rehe, Hirsche, Rentiere und Elche können von der Chronischen Auszehrkrankheit befallen sein. | Bild: IMAGO / imagebroker

Die Chronic Wasting Disease (CWD) ist vor allem in den USA und Kanada bekannt, wurde aber auch schon in anderen Ländern der nördlichen Hemisphäre wie Nordkorea und Norwegen nachgewiesen.  

Sie befällt Tiere aus der Familie der Hirsche, zum Beispiel Rentiere (in Nordamerika Karibus), Elche und Rehe. Diese werden zunächst apathisch und zeigen motorische Störungen, magern später ab und sterben nach rund vier Monaten.  

Weitere mögliche Symptome sind Scheuverlust und Aggressivität, ein zwanghaftes Vorwärtsgehen, gesteigerter Durst, übermäßiger Speichelfluss, gesteigertes Harnlassen sowie Kopftremor.

Gut zu wissen: Eine Krankheit mit vielen Namen

Die Chronic Wasting Disease wird zu Deutsch Chronische Auszehr- oder Auszehrungskrankheit genannt. Umgangssprachlich ist aufgrund der typischen Symptome auch von der Zombie-Hirsch-Krankheit (zombie deer disease) die Rede.

Übertragungswege der Chronic Wasting Disease

Die Chronic Wasting Disease ist eine ansteckende Erkrankung des zentralen Nervensystems, genauer gesagt eine transmissible spongiforme Enzephalopathie (übertragbare schwammartige Gehirnerkrankungen) oder Prionenkrankheit.  

Zu diesen von Prionen (bestimmten Glykoproteinen) ausgelösten Gehirnerkrankungen gehören auch die Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) des Rindes und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.  

Die Chronische Auszehrkrankheit ist eine hoch ansteckende Tierseuche, die durch Einatmen oder Schlucken von Blut, Urin, Kot, Lymphe, Speichel oder Samen übertragen wird. Noch krankheitsfreie Tiere scheiden das auslösende Prion bereits in der langen Inkubationszeit von ein bis zwei Jahren aus. Durch seine hohe Umweltstabilität kann der Erreger außerhalb des Tierkörpers jahrzehntelang infektiös bleiben.

Eine Übertragung auf den Menschen wird bislang als unwahrscheinlich eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet das Thema jedoch und empfiehlt in Endemiegebieten Hygienemaßnahmen im Umgang mit Tieren.

Gut zu wissen: Zwei menschliche Verdachtsfälle in den USA

In den USA haben Wissenschaftler zwei Erkrankungsfälle bei Menschen aus dem Jahr 2022 auf eine mögliche Ansteckung mit der Chronic Wasting Disease untersucht.  

Ein 72-Jähriger hatte Fleisch von einer infizierten Hirschpopulation gegessen und anschließend Verwirrtheit und Aggressivität entwickelt. Sein Freund, der Wildfleisch aus derselben Hirschpopulation verzehrt hatte, verstarb an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, was bei den Forschenden Bedenken hinsichtlich eines möglichen Zusammenhangs zwischen der tierischen und der menschlichen Prionenerkrankung aufkommen ließ.

Wenngleich der Nachweis einer Infektion des Menschen nicht erbracht wurde – und diese von der Wissenschaftsgemeinde weiterhin stark angezweifelt wird –, empfehlen die Autoren der Untersuchung weitere Forschung zum potenziellen Übertragungsrisiko durch den Verzehr von infiziertem Fleisch.

Bekämpfung der Chronic Wasting Disease

Erkrankte Tiere werden in den betroffenen Ländern mit Alkohol, Formalin, Kaliumpermanganat, Wasserstoffperoxid, Ethylenoxid oder Chlordioxid desinfiziert, anschließend umgehend gekeult und idealerweise in einer dazu eingerichteten Anlage verbrannt.  

Als Vorsichtsmaßnahmen wird in Verbreitungsgebieten der Krankheit empfohlen, keine offensichtlich kranken Tiere zum Verzehr zu schießen, beim Ausweisen Latexhandschuhe zu tragen sowie Kontakt mit Nerven- und Lymphgewebe zu vermeiden.

Außerdem sollten alle zum Zerlegen der Beute verwendete Messer und andere Geräte in 50-prozentigem Javelwasser desinfiziert werden und das erlegte Tier auf Chronic Wasting Disease testen lassen. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/chronic-wasting-disease-uebertragung-auf-menschen-moeglich-0e7e282e-5231-4bd5-9ce6-e8469b5685c6
- https://flexikon.doccheck.com/de/Chronic_Wasting_Disease_(Veterinärmedizin)
- https://de.wikipedia.org/wiki/Chronic_Wasting_Disease
 

Chronic Wasting Disease auf einen Blick:

  • Krankheitstyp: Tierseuche vom Typ der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien
  • Verbreitung: nördliche Hemisphäre, vor allem Nordamerika
  • Übertragungsweg: oral oder nasal durch Körperausscheidungen von Tier zu Tier; Übertragbarkeit auf Menschen bisher nicht zweifelsfrei dokumentiert
  • Symptome: unter anderem Apathie, Bewegungsstörungen, Scheuverlust, Aggressivität, Abmagern und schließlich Tod
  • Bekämpfung der Seuche: Desinfizieren, Keulen und Verbrennen offensichtlich infizierter Tiere
  • Vorsichtsmaßnahmen: kein Verzehr infizierter Tiere; in Verbreitungsgebieten der Krankheit grundsätzlich Hygienemaßnahmen beim Zerlegen von Jagdwild