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Sommerdepression: Wenn der Sommer zur Belastung wird

Frau sitzt am Meer
Auch im Sommer können Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Traurigkeit auftreten – etwa bei einer Sommerdepression. | Bild: Animaflora PicsStock / AdobeStock

Wie die weit bekanntere Winterdepression gehört die seltenere Sommerdepression zu den saisonal abhängigen Depressionen (SAD).  

Obwohl sich regelmäßig jahreszeitbedingte Verstimmungen in den warmen Monaten beobachten lassen, ist das auch „Summertime Sadness“ genannte Phänomen noch wenig erforscht.  

Was sind mögliche Ursachen, wer ist betroffen, und welche Maßnahmen können gegen eine Sommerdepression helfen?

Auslöser einer Sommerdepression

Während für eine Winterdepression meist Lichtmangel verantwortlich gemacht wird, vermuten Experten hinter einer Sommerdepression genau das Gegenteil, nämlich lange, helle Tage, die den Schlafrhythmus durcheinanderbringen.  

Die Forschung vermutet einen Zusammenhang mit dem „Schlafhormon“ Melatonin, das den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers steuert. An langen, hellen Tagen wird der Botenstoff in geringerem Maße ausgeschüttet, was zu Schlafstörungen und innerer Unruhe führen kann.  

Auch große Hitze kann das Wohlbefinden und den Schlaf stören und Reizbarkeit auslösen.  

Manche Forschende sehen auch in dem sozialen Druck, den Sommer genießen zu müssen, einen Auslöser für eine Sommerdepression. Hier spielen unter anderem die sozialen Medien eine Rolle, in denen oft „perfekte“ Urlaubserlebnisse gezeigt werden.

Trotz dieser Erklärungsansätze führt die relative Seltenheit der Sommerdepression oft dazu, dass Betroffene nicht ernst genommen werden und nur schwer Hilfe finden.

Häufigkeit und Symptome der Sommerdepression

Schätzungen zur Häufigkeit der Sommerdepression in der Gesamtbevölkerung liegen zwischen einem und sechs Prozent, wobei jüngere Frauen zwischen 20 und 40 Jahren am häufigsten betroffen zu sein scheinen.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine saisonal abhängige Depression oft erst spät festgestellt wird – wenn nämlich die Beschwerden in mehreren (aufeinanderfolgenden) Sommern auftreten.  

Die Symptome der Sommerdepression entsprechen eher einer ganzjährig auftretenden Depression als einer Winterdepression, bei der eine atypische Symptomatik mit vermehrtem Schlaf und Heißhungerattacken dominiert.

Typische Symptome der Sommerdepression sind

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Reizbarkeit
  • Antriebs- oder Interesselosigkeit
  • innere Unruhe
  • Appetitlosigkeit
  • Gefühl der Isolation
  • vermindertes Selbstwertgefühl

Was hilft bei einer Sommerdepression?

Wer bei sich eine anhaltende Verstimmung in den Sommermonaten feststellt, kann verschiedene Maßnahmen ergreifen, die teilweise auch bei anderen Formen der Depression hilfreich sind. Dazu zählen:

  • ausreichend Schlaf in einem kühlen Raum
  • regelmäßige Tagesabläufe mit Erholungsphasen
  • Bewegung in den kühlen Morgen- und Abendstunden
  • Stress, z. B. aufgrund vieler Freizeitaktivitäten oder anstrengender Aktivurlaube, reduzieren
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung
  • gesunde, ausgewogene Ernährung
  • digitale Reize und Social-Media-Konsum reduzieren

Dauern die seelischen Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte der Hausarzt oder ein Psychotherapeut aufgesucht werden.  

Vor allem die kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, die negativen Denkmuster aufzulösen. In schweren Fällen sind unter Umständen Antidepressiva angezeigt. Quellen:
- https://www.instagram.com/p/Da7McKEDcFQ/
- https://www.kup.at/kup/pdf/3905.pdf
- https://de.wikipedia.org/wiki/Melatonin
- https://www.cefak.com/gesundheitsthemen/themen/psyche-nerven-stress/sommerdepression/