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Zum Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026: Schlafapnoe: nächtliche Hitze erhöht Risiko

Ein Forschungsteam um Lucía Pinilla von der Flinders Universität in Adelaide in Australien hat Schlafanalysen von 67.558 Menschen aus 17 europäischen Ländern mit den Wetterdaten am Wohnort verglichen, um den Einfluss nächtlicher Hitzewellen auf das obstruktive Schlafapnoesyndrom zu untersuchen.
Die Teilnehmer hatten ein Durchschnittsalter von 52 Jahren und waren zu 79 % männlich sowie oftmals übergewichtig mit einem Body-Mass-Index von durchschnittlich 27,6 (von Übergewicht spricht man in der Regel ab 25, von Adipositas ab 30).
24,1 % hatten ein mittelschweres bis schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom mit 15 bis 29 Apnoe- oder Hypopnoe-Ereignissen pro Stunde und 9,2 % hatten ein schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom mit mindestens 30 Ereignissen pro Stunde.
Zur Erinnerung: Was ist ein obstruktives Schlafapnoesyndrom?
Das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist eine schlafbezogene Atemstörung, bei der es während des Schlafs wiederholt zur Verringerung oder dem kompletten Aussetzen der Atmung durch eine Verengung des Rachenraums kommt.
Hierbei erschlafft die Muskulatur der oberen Atemwege, wodurch dieser Teil der Atemwege zusammenfällt. Dadurch kommt es zu einem Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut und einer Minderversorgung der Organe.
Diese Behinderung der Atmung mit Atemstillständen wird dann als krankhaft bezeichnet, wenn sie länger als zehn Sekunden dauert. /am Quelle: https://www.uniklinik-ulm.de/hals-nasen-und-ohrenheilkunde/schlafmedizin/obstruktives-schlafapnoesyndrom.html
Schlafapnoe-Analyse durch sensorische Schlafunterlage
Zur Analyse des Schlafes wurde eine Matratzenunterlage genutzt, die mit einem Drucksensor nächtliche Körperbewegungen, eine Verschiebung des Brustkorbs bei der Atmung sowie die Vibrationen aufgrund der Herzaktionen registriert und zudem akustische Signale über ein Mikrofon auffängt.
Von Januar 2020 bis September 2024 war es in den 169 untersuchten europäischen Regionen zu insgesamt 1363 nächtlichen Hitzewellen gekommen (durchschnittlich 2,1 pro Region und Jahr), die im Schnitt 4,5 Tage anhielten.
Definiert wurden nächtliche Hitzewellen als mindestens drei aufeinanderfolgende Nächte, in denen die durchschnittliche Nachttemperatur verglichen mit früheren Jahren in den obersten 5 % lag.
Nächtliche Hitzewellen fördern Schlafapnoe
Die australischen Wissenschaftler bestätigten mit ihrer Analyse die allgemein anerkannte These, dass nächtliche Hitze Schlafstörungen wie Schlafapnoe begünstigt. Im Einzelnen erhielten sie die folgenden Ergebnisse:
Das Risiko für ein mittelschweres bis schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom mit 15 bis 29 Apnoe- oder Hypopnoe-Ereignissen pro Stunde stieg im Vergleich zu den sechs Nächten vor der Hitzewelle um 13 % an (12 % nach Bereinigung etwaiger Störfaktoren).
Das entsprach einem Gesamtanstieg des mittelschweren bis schweren obstruktiven Schlafapnoesyndroms unter den Teilnehmern um 3,18 % insgesamt beziehungsweise 1,12 % pro °C gestiegener Nachttemperatur. Letztere lag während der Hitzewellen im Durchschnitt um 2,84 °C über dem Durchschnittswert der Vortage.
An feuchten Tagen stieg das Risiko stärker an als an trockeneren: Betrug die Luftfeuchtigkeit über 68 %, so nahm die Häufigkeit um 1,38 % pro °C zu, während es bei unter 68 % Luftfeuchtigkeit nur 0,5 % waren.
Risiko für Schlafapnoe steigt für alle gleich stark
Das Risiko für ein schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom mit mindestens 30 Apnoe- oder Hypopnoe-Ereignissen pro Stunde stieg in ähnlichem Maße an.
Zudem war der Effekt in allen untersuchten europäischen Ländern ähnlich, und auch Untergruppenanalysen nach Geschlecht, Alter und BMI ergaben keine signifikanten Abweichungen in den beobachteten Assoziationen.
Die Ergebnisse zeigen laut der Studienleiterin Lucía Pinilla, dass die obstruktive Schlafapnoe zu den chronischen Krankheiten gehört, die infolge des Klimawandels in Zukunft noch häufiger auftreten werden. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/nachtliche-hitzewellen-fordern-schlafapnoe-928b9737-fbc2-473f-99d5-ea0ada74918c
- Studie: https://publications.ersnet.org/content/erj/66/5/2501631