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Energydrinks bei Kindern: Gesundheitsrisiko durch Koffein?

kleiner Junge trinkt aus einer Dose
Energydrinks können für Kinder und Jugendliche gesundheitliche Risiken bergen. | Bild: hobo_018 / iStock

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unterscheidet in seiner Veröffentlichung zwischen den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen eines akuten Verzehrs, die also zeitnah nach dem Trinken von Energydrinks auftreten, und den Folgen eines regelmäßigen, chronischen Verzehrs über mindestens ein Jahr hinweg.  

Seiner Analyse legte das BfR aktuelle Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen sowie Daten zum Verzehr von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zugrunde. Im Fokus der Stellungnahme stehen die Risiken durch das in den Energydrinks enthaltene Koffein.  

Welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind durch den Konsum von Energydrinks zu erwarten, und was folgert das BfR aus den Erkenntnissen?

Risiken für Kinder und Jugendliche bei akutem Energydrink-Konsum

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Datenlage zu gesundheitlichen Risiken über den Verzehr von Energydrinks schwach, da viele Studiendesigns aus ethischen Gründen ausscheiden.  

Es lassen sich jedoch Rückschlüsse aus Erkenntnissen zu Höchstverzehrmengen sowie aus Untersuchungen über den Konsum bei Erwachsenen ziehen.

So sind bei moderatem akutem Konsum – der das von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für gesunde junge Menschen als sicher erachtete Maß nicht überschreitet – keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Als sichere akute Koffeinaufnahmemenge (und gleichzeitig tägliches Maximum) für Kinder und Jugendliche bezeichnet die EFSA drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht.  

Ein gesunder, 50 Kilogramm schwerer Jugendlicher kann also 150 Milligramm Koffein aufnehmen. Das entspricht 0,47 Litern Red Bull, also knapp zwei Dosen.

Zum Vergleich: Bei gesunden Erwachsenen sind laut EFSA bei moderatem akutem Verzehr von Energydrinks (Koffein-Einzeldosen bis 200 Milligramm, maximal zweimal am Tag) keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.

Gut zu wissen: Wie viel Koffein enthalten Energydrinks?

So viel Koffein enthalten bekannte Energydrinks pro 100 Milliliter:

  • Red Bull: 32 Milligramm
  • Monster: 30 Milligramm
  • Flying Horse: 32 Milligramm
  • Rockstar: 32 Milligramm
  • Shark: 30 Milligramm
  • Kong Strong (Lidl-Eigenmarke): 32 Milligramm

Die ähnlichen Koffeinmengen kommen nicht von ungefähr: In Deutschland liegt die gesetzliche Höchstmenge für Koffein in Erfrischungsgetränken bei 32 Milligramm pro 100 Milliliter.  

Ab 15 Milligramm pro 100 Milliliter müssen die Getränkebehälter den Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt“ sowie eine Mengenangabe tragen.  

Bei hohem akutem Konsum nimmt das BfR ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen an, zumal Kinder an Koffein noch nicht in gleichem Maße gewöhnt sind.

So traten bei einigen Erwachsenen in Studien bei hohem akutem Konsum mit Einzeldosen über oder weit über 200 Milligramm moderate bis schwerwiegende unerwünschte Wirkungen wie Herzklopfen oder -rasen, Kurzatmigkeit, schwere Übelkeit, Angstzustände und Nervosität auf, und bei einigen Probanden wurden Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG) des Herzens beobachtet.  

Da einige Jugendliche hohe Dosen von bis zu vier Litern am Tag konsumieren, stellen junge Menschen laut BfR eine Risikogruppe für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch einen akut hohen Energydrink-Konsum dar.

Risiken für junge Menschen bei chronischem Verzehr von Energydrinks

Es gibt laut BfR bislang keine Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen bei moderatem chronischem Verzehr bis zur von der EFSA für gesunde Kinder und Jugendliche noch als sicher erachteten täglichen Koffeinaufnahmemenge.

Diese sichere Aufnahmemenge beträgt drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, aber auf den ganzen Tag gerechnet – also als einmalige Einzeldosis oder auf mehrere kleine Dosen aufgeteilt. Bei Erwachsenen beträgt die sichere Tagesdosis 400 Milligramm.

Die Auswirkungen eines hohen chronischen Konsums von Energydrinks auf die Herzgesundheit von Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren untersuchte die EDKAR-Studie, die das BfR in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin durchführte.

Hier konnten bei den 97 untersuchten Jugendlichen keine negativen Auswirkungen auf die betrachteten Herzparameter festgestellt werden.  

Allerdings berichtete knapp die Hälfte der Teilnehmenden von unangenehmen körperlichen Reaktionen nach dem Verzehr von Energydrinks wie Herzrasen, Kopfschmerzen und schlechtem Schlaf.

Energydrinks bei Kindern: Gesundheitsrisiko senken

Das BfR regt die folgenden Maßnahmen an, um das Gesundheitsrisiko noch weiter zu verringern:

So könnte der Staat zusätzliche Informations- und Regulierungsmaßnahmen in Betracht ziehen, um einen hohen Konsum von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. 

Auch die Produzenten könnten, sofern noch nicht geschehen, auf den Verpackungen auf mögliche unerwünschte Wirkungen bei hohem Verzehr hinweisen. 

Zudem sollten junge Menschen und ihre Eltern den Konsum von Energydrinks einschränken und sich an den gesundheitlichen Richtwerten für die Koffeinaufnahme orientieren.

Quellen:
- https://www.bfr.bund.de/stellungnahme/energydrinks-bfr-aktualisiert-bewertung-der-gesundheitlichen-risiken-fuer-kinder-und-jugendliche-bei-akutem-und-chronischem-verzehr/
- https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/corporate_publications/files/efsaexplainscaffeine150527de.pdf
- https://www.lebensmittelklarheit.de/fragen-antworten/wie-ist-die-hoechstmenge-fuer-koffein-erfrischungsgetraenken