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Macadamia: Was macht die Nuss so besonders?

Von März bis Ende September ist Erntezeit, dann fallen die Macadamianüsse von selbst von den Bäumen. Danach beginnt ihre lange Reise vom Baum bis zum Snack im Supermarkt. Was viele vielleicht gar nicht wissen: Die „Königin der Nüsse“ ist eine waschechte Australierin – und hat es faustdick unter der Schale.
Denn Australien ist das einzige Lang, in dem de Macadamie heimisch ist. Angebot wird sie heutzutage aber auch in weiteren Ländern – allen voran China und Südafrika.
Schon für die australischen Ureinwohner war Kindal Kindal, wie die indigenen Völker die Nüsse nannten, ein begehrtes Nahrungsmittel. Lange, bevor sie in Supermarktregalen rund um den Globus landeten, sammelten Aborigines sie in den Regenwäldern der Ostküste, rösteten sie über dem Feuer und schlugen die Schale mit Steinen auf.
Macadamia: Woher kommt der Name?
Die älteste noch lebende kultivierte Macadamia steht in Brisbane. Der sogenannte Walter-Hill-Baum wurde 1858 im Botanischen Garten gepflanzt und trägt bis heute Nüsse. „Dieser Baum gilt als Ausgangspunkt der Macadamia-Industrie“, steht auf einer Tafel.
Ein Jahr zuvor, 1857, beschrieb der in Rostock geborene Botaniker Ferdinand von Mueller die Pflanze erstmals wissenschaftlich und gab ihr den Namen Macadamia – nach seinem Bekannten John Macadam, einem Wissenschaftler und Politiker. Ob der Namensgeber jemals in den Genuss einer Macadamia gekommen ist, ist nicht überliefert.
Vier Macadamia-Arten werden unterschieden, von denen aber nur zwei für Menschen genießbar sind: die Macadamia integrifolia und die deutlich seltenere Macadamia tetraphylla.
Macadamia ist besonders reich an ungesättigten Fettsäuren
Die kleine Australierin hat nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Gesundheit. Besonders ihr hoher Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren macht sie ernährungswissenschaftlich interessant.
Auch andere Nüsse sind gute natürliche Quellen für diese Fette. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kann regelmäßiger Nussverzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken: „Das liegt an der Kombination aus ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.“
Eine kleine Studie mit 25 Menschen mit leicht erhöhten Cholesterinwerten zeigte 2008, dass eine Ernährung mit Macadamia den Cholesterinspiegel senken kann. Die Supernuss verfügt über den höchsten Fettgehalt all ihrer Kolleginnen und gleichzeitig über wenig Kohlenhydrate. „Der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Verzehr nur minimal an“, betont die World Macadamia Organisation (WMO). Auch enthält die Nuss wichtige B-Vitamine, Vitamin E, Calcium, Eisen und Magnesium.
Hinzu kommt ihr fein-buttriges Aroma: Ihre Konsistenz ist weich, fast cremig. Wenn man beim Knabbern nicht aufpasst, kann das Geschmackserlebnis aber auch schnell auf die Hüften schlagen: 100 Gramm bringen es auf mehr als 700 Kalorien. Daher gilt: Eine kleine Handvoll am Tag reicht völlig aus.
Warum sind Macadamianüsse so teuer?
Bevor überhaupt eine einzige Nuss entstehen kann, müssen Bestäuber ans Werk: Honigbienen und stachellose Bienen bestäuben gemeinsam die Blütenstände – aber am Ende werde nur etwa ein Prozent der Blüten tatsächlich zu einer Nuss.
Auch tragen die Bäume überhaupt erst nach fünf bis sieben Jahren nennenswerte Früchte, und die Ernte und Weiterverarbeitung ist extrem aufwendig. Macadamia gilt somit als Luxusprodukt und ist im Handel deutlich teurer als etwa Walnüsse, Cashews oder Mandeln. Quelle: dpa / mg