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Eine seltene Gefahr: Hirnvenenthrombose: Blutgerinnsel im Gehirn

Hubert Fella, Ehemann von Co-Realitystar Matthias Mangiapane, wurde Ende Mai aufgrund starken Schwindels, Erbrechens und neurologischer Ausfälle ins Rhön-Klinikum im unterfränkischen Bad Neustadt eingeliefert.
Die Ärzte diagnostizierten bei dem 58-Jährigen eine Hirnvenenthrombose (SVT) und konnten diese im Rahmen einer fünfstündigen minimalinvasiven Operation erfolgreich behandeln. Mittlerweile hat Fella auch die Reha bereits hinter sich.
Seine Erkrankung ist selten, aber gefährlich. Was genau steckt hinter der Hirnvenenthrombose?
Was ist eine Hirnvenenthrombose?
Eine Hirnvenenthrombose, häufig auch Sinusvenenthrombose genannt, bezeichnet die Bildung eines Blutgerinnsels in einer Hirnvene. Diese Thrombose führt häufig zu Stauungsblutungen und ist für ein Prozent der Schlaganfälle verantwortlich.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer blanden (milden, nicht entzündlichen) und einer septischen Hirnvenenthrombose.
Letztere macht nur etwa zehn Prozent aller Fälle aus und kann durch lokale (zum Beispiel Meningitis) sowie systemische Infektionen (beispielsweise Masern, COVID-19 oder Malaria) ausgelöst werden.
Die blande Hirnvenenthrombose entsteht unter anderem in der Folge von Hormonveränderungen, erhöhter Thromboseneigung, Blutkrankheiten, Tumoren und Autoimmunerkrankungen.
Unbehandelt führt der erhöhte Hirndruck zu Koma und Tod.
Häufigkeit und Betroffene der Hirnvenenthrombose
Eine Hirnvenenthrombose kommt selten vor: Die jährliche Inzidenz beträgt etwa drei bis fünf Neuerkrankungen unter einer Million Erwachsenen pro Jahr.
Da hormonelle Faktoren wie die Einnahme oraler Kontrazeptiva, Schwangerschaft oder Hormonersatztherapien in der Menopause einen großen Anteil der Fälle verursachen, sind Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer.
Eine Hirnvenenthrombose kann in jedem Lebensalter auftreten, ist aber im dritten und vierten Lebensjahrzehnt am häufigsten. Sie wird durch erbliche Blutgerinnungsstörungen, Übergewicht und Rauchen begünstigt.
Ein besonders hohes Risiko besteht für adipöse Frauen, die oral verhüten.
Symptome einer Hirnvenenthrombose
Das Leitsymptom einer Hirnvenenthrombose sind akute bis chronische Kopfschmerzen, die meist täglich, manchmal aber auch in Episoden mit größeren Abständen auftreten. Hiervon sind 80 bis 90 Prozent der Patienten betroffen.
Die Intensität und Lokalisation ist sehr variabel, und die Kopfschmerzen können als einziges Symptom vorliegen, was die Diagnose erschwert.
Eindeutiger ist das Vorliegen einer Hirnvenenthrombose, wenn die folgenden typischen Symptome dazukommen:
- epileptische Anfälle (mit rund 40 Prozent zweithäufigstes Symptom)
- Muskellähmungen
- Seh-, Sprach-, Sensibilitäts- und Bewusstseinsstörungen
- Übelkeit, Erbrechen
- Nackensteifigkeit
- Psychosen
Begleitend können Symptome einer zugrundeliegenden Erkrankung oder Infektion wie beispielsweise hohes Fieber vorliegen.
Therapie der Hirnvenenthrombose
Bei Verdacht auf eine Hirnvenenthrombose besteht die Therapie der ersten Wahl in der Gabe von Gerinnungshemmern (Antikoagulation). Dies gilt auch für Patienten mit Stauungsblutungen. Bei einer ausgedehnten Thrombose und einem Versagen der Antikoagulation können Fibrinolytika über einen Mikrokatheter verabreicht werden, um den Thrombus aufzulösen. Alternativ kommt eine operative Entfernung des Gerinnsels infrage.
Bei erhöhtem Hirndruck sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen unter anderem die Oberkörperhochlagerung, eine Flüssigkeitsableitung und die Gabe osmotisch wirksamer Medikamente. In schweren Fällen kann auch die Entfernung eines Teils des Schädeldachs notwendig sein.
Bei einer septischen Hirnvenenthrombose erfolgt zusätzlich eine intravenöse Antibiotikatherapie. Wenn möglich, sollte außerdem der zentrale Infektionsherd operativ saniert werden.
Etwa zehn Prozent der Betroffenen müssen, meist aufgrund einer Hirnblutung, auf einer Schlaganfall- oder Intensivstation behandelt werden.
Prognose und Prävention einer Hirnvenenthrombose
Die Hirnvenenthrombose ist eine akute Erkrankung und keine chronische, eine vollständige Heilung ist also möglich. Rund drei Viertel der Patienten werden wieder komplett oder nahezu beschwerdefrei.
Selbst schwerwiegende neurologische Defizite können sich erstaunlich gut zurückbilden. Bei manchen Patienten verbleibt jedoch ein chronischer Kopfschmerz.
Bei den meisten Patienten wird die verstopfte Hirnvene innerhalb von Wochen bis Monaten durch die konsequente Einnahme von Gerinnungshemmern wieder durchgängig. Eine erneute Hirnvenenthrombose ist selten.
Die Langzeitsterberate unter den Betroffenen wird auf maximal zehn Prozent geschätzt. Dabei wirken sich vor allem die Risikofaktoren Lähmungen, Koma, männliches Geschlecht und hohes Alter ungünstig auf die Prognose aus.
Frauen mit früherer Hirnvenenthrombose sollten auf die orale Einnahme von kombinierten hormonellen Kontrazeptiva verzichten.
Eine überstandene Thrombose stellt keine Kontraindikation für eine erneute Schwangerschaft dar. In diesem Fall sollte jedoch eine Prophylaxe mit niedermolekularem Heparin erwogen werden. Quellen:
- https://flexikon.doccheck.com/de/Sinusvenenthrombose
- https://hirnstiftung.org/erkrankung/hirn-und-sinusvenenthrombose-svt/
- https://www.promiflash.de/news/2026/08/26/hirn-op-matthias-mangiapane-gibt-update-zu-huberts-zustand.html