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Beschichtung von Wassertanks begrenzt Dengue-Fieber

Stechmücke sitzt an Rand eines Wassertanks
Behälter mit stehendem Wasser können Stechmücken als Brutstätten dienen. | Bild: smuay / AdobeStock

Das hauptsächlich von der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti, auch Gelbfieber- oder Denguemücke genannt) übertragene Dengue-Fieber breitet sich global weiter aus und stellt dank der eng verwandten Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) auch in Deutschland eine potenzielle Gefahr dar.  

Ein Forscherteam um Dr. Rocio Cardenas von der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg hat nun in Kolumbien eine kostengünstige Methode getestet, die Insekten in Schach zu halten – und damit offensichtlich Erfolg gehabt.

Tigermücken bekämpfen: Wirkstoffbeschichtung für Wassertanks

Die Wissenschaftler wählten für ihr Experiment die kolumbianische Stadt Cúcuta, die mit einer hohen Jahresdurchschnittstemperatur von 26 Grad und einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit von 69 Prozent stark von der Ägyptischen Tigermücke und Dengue-Fieber betroffen ist.  

Das Team teilte 20 Stadtgebiete in eine Behandlungs- und eine Kontrollgruppe auf. In den Interventionsgebieten behandelte es die oft als Mückenbrutstätten dienenden Waschwassertanks von 13.803 Haushalten einmalig mit einer Beschichtung aus Mikrokapseln, die die Wirkstoffe Pyriproxyfen (0,06 Prozent) und α-Cypermethrin (0,7 Prozent) enthalten.  

Ersterer stört die Larven- und Puppenentwicklung, Letzterer tötet erwachsene Mücken und hemmt deren Eiablage. Die Wirkstoffe werden dank Mikroverkapselung stetig aus der Beschichtung ins Wasser abgegeben und sollen ein Jahr lang wirken.  

Vorangegangene toxikologische Untersuchungen ergaben, dass das Wasser aus solchermaßen behandelten Behältern für den menschlichen Verzehr unbedenklich bleibt.  

Beschichtung senkt Dengue-Fälle und Mückenbefall deutlich

Die Forschenden untersuchten über zwölf Monate hinweg die Haushalte der Behandlungs- und der Kontrollgruppe und kamen zu einem positiven Ergebnis:

Die jährliche Dengue-Inzidenz betrug in diesem Zeitraum 337,1 Fälle pro 100.000 Einwohner in der Interventionsgruppe und lag damit um mehr als ein Drittel niedriger als in der Kontrollgruppe mit 528,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern.  

Auch der Anteil der Häuser, in denen sich überhaupt noch Mückenlarven oder -puppen in den Wassertanks nachweisen ließen, sank deutlich.  

Die von der Universität Freiburg entwickelte Methode ist nicht nur wirksam, sondern auch günstig: Die Forschenden beziffern die Kosten für die Beschichtung auf etwa zwei US-Dollar pro Wassertank und Jahr. 

Sie sehen für ihre Methode auch in Deutschland Potenzial, zumal sich die mit der Denguemücke eng verwandte Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) bereits in einigen Gebieten ausbreitet. Zwar seien hierzulande die Grundvoraussetzungen in Bezug auf Klima und Wasserbevorratung andere, aber die Beschichtung könne unter bestimmten Umständen durchaus von Nutzen sein, sobald die Zulassung vorliege. Quellen:
- https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(26)00363-4/fulltext
- https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2026/08/20/eine-2-dollar-loesung-gegen-dengue-muecken