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Malaria in Deutschland: Fälle am Frankfurter Flughafen

Zwei Menschen sind jüngst nach einer Malaria-Infektion am Frankfurter Flughafen gestorben. Insgesamt sechs Beschäftigte erkrankten an Malaria tropica, der gefährlichsten Form der Krankheit. Vermutet wird, dass infizierte Anopheles-Mücken aus einem Malariagebiet mit einem Flugzeug nach Deutschland gelangten und die Beschäftigten am Flughafen stachen. Vier weitere Betroffene wurden behandelt und sind inzwischen wieder gesund.
Das Frankfurter Gesundheitsamt geht davon aus, dass für die Bevölkerung kein relevantes Risiko besteht. Eine Ausbreitung von Mensch zu Mensch sei nicht zu erwarten. Fachleute untersuchen dennoch, wie es zu den Infektionen kommen konnte. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet Flughafen-Malaria als sehr selten. Zuletzt war ein solcher Fall 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen dokumentiert worden.
Der aktuelle Ausbruch zeigt jedoch: Malaria ist nicht ausschließlich eine weit entfernte Tropenkrankheit. Hierzulande stammen die meisten Erkrankungen zwar aus dem Ausland. Unter besonderen Bedingungen können aber auch eingeschleppte infizierte Mücken eine Infektion in Deutschland verursachen. Durch den Klimawandel könnte sich zudem langfristig das Risiko einer Malariaübertragung in Europa verändern.
Malaria: Besonders Kinder und Schwangere gefährdet
Malaria ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Die meisten Opfer gibt es in Afrika südlich der Sahara. Dort finden rund 95 Prozent der jährlich weltweit etwa 282 Millionen Malaria-Infektionen statt. 2024 wurden dort 265 Millionen Erkrankungen gemeldet und 579.000 Todesfälle. Kinder unter fünf Jahren machten 75 Prozent der Todesfälle aus.
Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 600.000 Menschen an der Infektionskrankheit – insbesondere Kinder sind davon betroffen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verweist darauf, dass Malaria auch für schwangere Frauen besonders gefährlich ist: Eine Schwangerschaft verringert die Immunität und erhöht damit das Risiko einer schweren Erkrankung und des Todes. Unbehandelt kann Malaria unter anderem zu schwerer Blutarmut sowie zu Fehl- und Frühgeburten führen.
Wieder mehr Malaria-Neuinfektionen
Wie aus dem Weltmalariabericht 2025 der WHO hervorgeht, haben sich 2024 weltweit wieder mehr Menschen mit Malaria infiziert. Global kam es schätzungsweise zu 282 Millionen Fällen und etwa 610.000 Malaria-Todesfällen – neun Millionen mehr Menschen erkrankten an der Tropenkrankheit als 2023. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren in Subsahara-Afrika.
Der Zuwachs an Fällen sei hauptsächlich auf Äthiopien, Madagaskar und den Jemen zurückzuführen, hieß es von Fachleuten der UN-Organisation. Gründe dafür sind unter anderem Resistenzen gegen Arzneimittel und Insektizide, Auswirkungen des Klimawandels sowie schwache Gesundheitssysteme.
So steckt man sich mit dem Malaria-Erreger an
Die Malaria – auch Sumpf- oder Wechselfieber genannt – wird von verschiedenen, infizierten Steckmückenarten der Gattung Anopheles übertragen. Erreger sind Einzeller der Gattung Plasmodium. Am gefährlichsten ist Plasmodium falciparum, das die Malaria tropica hervorruft.
Nach einem infektiösen Stich gelangen die Plasmodien in die Blutbahn und von dort zunächst in die Leber. Dort vermehren sie sich, verlassen die Leber und befallen rote Blutkörperchen, in denen sie sich schnell und stark vermehren. Die befallenen Erythrozyten platzen und es kommt zu Fieberschüben, Gefäßverschlüssen und Gewebeschäden.
Betroffene bekommen oft Fieber sowie Schüttelfrost und leiden an Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie starker Müdigkeit. Bei schweren Verläufen kommen unter anderem Atemnot, Krämpfe und Blutungen hinzu. Die meisten schwer betroffenen Menschen sterben ohne ärztliche Behandlung.
Welche Arten von Malaria gibt es?
Die unterschiedlichen Parasitenarten der Gattung Plasmodium lösen auch verschiedene Formen der Infektionskrankheit aus. Menschen können an
- Malaria tropica,
- Malaria tertiana oder
- Malaria quartana
erkranken. Die Malaria tropica kommt am häufigsten vor und zählt zudem auch als die gefährlichste Form, die am schnellsten zu lebensbedrohlichen Verläufen führt.
Wer an Malaria erkrankt ist, ist nicht ansteckend. Eine direkte Infektion von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Resistenzen und Armut erschweren Malaria-Bekämpfung
Die krankheitsverursachenden Plasmodien bilden bereits gegen wichtige Medikamente wie etwa Artemisinin Resistenzen aus. Auch Anopheles-Mücken zeigen Resistenzen gegenüber Insektiziden.
Außerdem haben viele Menschen in armen Ländern kaum Zugang zu moderner Medizin und wirksamer Prävention wie imprägnierten Moskitonetzen. Deshalb ist es so schwer, die Infektionskrankheit unter Kontrolle zu bringen.
Klimawandel könnte Malaria nach Europa bringen
Experten befürchten, dass die Malaria in Europa wieder heimisch werden könnte, auch in Deutschland. So profitiert die Anopheles-Mücke, von der es hierzulande einige Arten gibt, von den zu erwartenden wärmeren Frühlingstemperaturen und stärkeren Niederschlägen im Sommer und Herbst.
Deutliche Zuwächse der Mückenpopulationen erwarten Forschende gegen Ende dieses Jahrhunderts vor allem in Süd- und Südosteuropa. An Parasiten-tragenden Reiserückkehrenden könnten sich die Mücken dann infizieren.
Es wird erwartet, dass die Klimaerwärmung auch die Entwicklung der Plasmodien in den Mücken beschleunigt, sodass es zu einem funktionierenden Infektionszyklus hierzulande kommen könnte.
Gen-Mutationen schützen vor Malaria
Nicht alle Menschen sind gleich anfällig für eine Malaria. Insbesondere bestimmte genetische Erkrankungen bieten hier einen gewissen Vorteil. Bekanntestes Beispiel ist die Sichelzellenanämie.
Bei dieser Erbkrankheit liegt eine Mutation im Gen für den Blutfarbstoff Hämoglobin vor. Die Folge ist, dass die roten Blutkörperchen eine veränderte Form aufweisen: Sie sind spitz, hart und lang – ähnlich einer Sichel.
Diese „Sichelzellen“ zerfallen schneller als normale Erythrozyten, wodurch es zur Anämie kommt. Außerdem verstopfen sie die Gefäße vieler Organe. Doch andererseits erkranken die Patienten aufgrund der Sichelzellen weniger stark an Malaria.
„Bohnenkrankheit“ als Vorteil gegen Malaria
Auch eine andere genetische Erkrankung kommt in Malariaregionen vor: der x-chromosomal vererbte Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Bohnenkrankheit). Dieser Enzymmangel führt unter bestimmten Umständen zum Zerfall roter Blutkörperchen.
Ein klassischer Auslöser sind Dicke Bohnen (z. B. Ackerbohnen, Favabohnen). Sie enthalten die Favismus-Substanzen Vicin und Convicin. Dadurch kann es zu schwerer Anämie kommen. Betroffene sind aber etwas weniger empfänglich für Malaria-Infektionen.
Eine bestimmte Genvariante für die Eiweißklasse der Glycophorine scheint ebenfalls einen Malariaschutz zu bieten. Glycophorine bilden die Rezeptoren auf den Erythrozyten, an denen die Malaria-Erreger andocken, um anschließend in die Zelle einzudringen.
Malaria auch künftig weiter vorbeugen
Zum Kampf gegen Malaria gehört vor allem, dass die Menschen möglichst unter Moskitonetzen schlafen, die mit Insektizid besprüht sind, langärmelige Kleidung tragen und Moskitonetze an Fenstern und Türen anbringen.
Dafür ist Geld nötig, um das Material auch in abgelegene Gebiete zu bringen und die Menschen überall aufzuklären. Ebenso sei mehr Geld für die Entwicklung von Medikamenten nötig. Seit 2021 hat die WHO zwei Impfstoffe zertifiziert, die Malaria bei kleinen Kindern deutlich reduzieren.
Ein Ende von Malaria wird eine Impfung zwar nicht bedeuten. Aber auch eine Reduktion der Malaria-Erkrankungen und der damit einhergehenden kindlichen Todesfälle oder auch eine Abmilderung der Verläufe wäre ein wichtiger Schritt für die globale Gesundheit und eine große Erleichterung für Familien in den Endemie-Gebieten. Quellen:
- Weltgesundheitsorganisation
- Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
- Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V.
- Friedrich-Loeffler-Institut
- Universität Augsburg
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG)
- tagesschau.de
- dpa
Zur Erinnerung: So lassen sich Mückenstiche vermeiden
- Moskitonetze über Bett bzw. Kinderwagen anbringen.
- Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen montieren.
- Haut durch lange, helle und engmaschige Kleidung bedecken.
Übrigens: Bei tropischen Mücken scheint hell-dunkel gestreifte Kleidung besonders effektiv zu sein. - Vor Einbruch der Dämmerung duschen, um Schweiß zu entfernen.
- Stehende Gewässer abends meiden.
- Regentonnen und volle Gießkannen entleeren bzw. abdecken, um Ei-Ablage im Wasser zu verhindern.
- Ventilatoren und Klimaanlagen sorgen für kühlere Temperaturen und Luftzirkulation. Beides kann dazu beitragen, Mücken fernzuhalten.
- Repellentien (Anti-Mücken-Sprays) mit Icaridin (z. B. Anti Brumm® Kids sensitive, Autan Defense® Long Protection, Care Plus® Anti-Insect Icaridin, NOBITE® Sensitive) oder DEET (Diethyltoluamid, z. B. Anti Brumm® Forte, Care Plus® DEET, NOBITE® Hautspray, Autan Defense® Extreme Protection) auftragen. Sie überdecken den natürlichen Körpergeruch.
- Möglicherweise hält auch der Duft mancher Pflanzen Mücken fern. Dazu sollen z. B. Tomaten, Eukalyptus, Katzenminze, Geranien, Lavendel, Zitronenmelisse, Basilikum, Rosmarin und Thymian zählen.
Fertige Produkte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen sind z. B. Anti Brumm® Naturel, Autan Defense® Plant-Based, Care Plus® natural oder NOBITE® Haut Botanic.