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Gesundheitsstudie: Deutsche schlafen häufig zu wenig

Frau liegt Nachts wach im Bett und stützt den Arm auf der Stirn
Vier von zehn Erwachsenen schlafen zu wenig. | Bild: amenic181 / AdobeStock

Im August hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Teilaspekt seiner Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2023) veröffentlicht, der das Schlafverhalten der Deutschen behandelt.

Die Fragestellung der neuen Publikation, die von Mitarbeiterinnen der RKI-Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring erstellt wurde, lautet: „Welche Bevölkerungsgruppen schlafen eher zu wenig?“ 

Studie untersucht Schlafdauer in Deutschland

Die Datenbasis für die aktuelle Analyse der Schlafdauer lieferten telefonische Befragungen zwischen Mai 2023 und Februar 2024. Über die zehn Monate hinweg wurden insgesamt 8.026 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren in Privathaushalten befragt.  

Die Erfassung des Schlafverhaltens basiert auf deren Angaben zur üblichen Zubettgehzeit, Einschlafdauer und morgendlichen Aufwachzeit an Wochentagen und Wochenenden innerhalb der letzten vier Wochen.

Ziel der Studie war es, Bevölkerungsgruppen mit einer typischerweise kurzen Schlafdauer von unter sieben Stunden zu identifizieren, da kurzer Schlaf mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko assoziiert sei. Der Grenzwert von sieben Stunden entspreche internationalen Schlafempfehlungen.

Die Studie soll der Politik und dem Gesundheitswesen empirische Daten an die Hand geben, um ein gesundes Schlafverhalten auf individueller Ebene zu fördern, aber unter Umständen auch Probleme wie nächtliche Lärmbelastung, Temperatur- und Lichteinflüsse sowie das Thema Nachtarbeit anzugehen.  

Kurzer Schlaf ist in Deutschland häufig

In Bezug auf die Schlafdauer lieferten die Daten aus der GEDA 2023 die folgenden Ergebnisse:

Von den befragten Erwachsenen schliefen an Wochentagen 39,6 Prozent und am Wochenende 22,7 Prozent weniger als sieben Stunden. Deren durchschnittliche Schlafdauer betrug an Wochentagen 5:58 Stunden und an Wochenenden 06:01 Stunden.

Bei Männern ist der Anteil an Kurzschläfern deutlich höher als bei Frauen, und das sowohl an Wochentagen (43,2 vs. 36,2 Prozent) als auch am Wochenende (25,5 vs. 20 Prozent).

Der höchste Anteil an kurzen Schlafzeiten ist bei den 45- bis 64-jährigen Männern an Wochentagen zu beobachten (53 Prozent). Auch in dieser Altersgruppe sind wieder deutlich mehr Männer als Frauen (42,1 Prozent) betroffen.

An Wochenenden ist der Anteil der Kurzschläfer in den Altersgruppen bis 64 Jahre deutlich geringer als an Wochentagen. Am niedrigsten liegt er in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen – mit 16,6 Prozent bei den Männern und nur zwölf Prozent bei den Frauen.  

In der Altersgruppe ab 65 Jahren zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Wochentagen und dem Wochenende und kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Alle Werte liegen zwischen 26,4 und 30 Prozent.

Kurzer Schlaf: Schlussfolgerungen des RKI aus der Studie

Das Robert Koch-Institut folgert aus seinen Ergebnissen, dass ein erheblicher Anteil der Bevölkerung – an Wochentagen fast 40 Prozent – kurze Schlafzeiten aufweist. Dies unterstreiche die hohe Public-Health-Relevanz des Themas.  

Individuelle und gesellschaftliche Präventionsmaßnahmen seien erforderlich, um ein gesundes Schlafverhalten in der Bevölkerung zu fördern.

In diesem Zusammenhang betont das RKI in Übereinstimmung mit der Gesundheits- und Schlafforschung, dass ein längerer Schlaf am Wochenende keinen ausreichenden regelmäßigen Schlaf unter der Woche ersetze und nicht alle biologischen Folgen kompensiere.

Zur Einordnung der Ergebnisse merkt das RKI an, dass die Schlafdauer anhand der selbst berichteten Zubettgehzeit, Einschlafdauer und morgendlichen Aufwachzeit berechnet wurde. Um die Schlafdauer detaillierter zu erfassen, solle der Einsatz von Messinstrumenten wie Wearables oder Smartwatches geprüft werden.

Außerdem sei die Schlafdauer nur eine Dimension des Schlafverhaltens. Weitere Aspekte wie Schlafqualität, Tagesmüdigkeit, Schlafstörungen oder Schlafunterbrechungen, die in der vorliegenden Auswertung nicht berücksichtigt wurden, seien für einen adäquaten Erholungswert und das gesundheitliche Risiko ebenfalls wichtig. Quelle:
- https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/FactSheets/johm_11_14_DE.pdf?__blob=publicationFile&v=3
 

Gut zu wissen: Der Sleeptember

Der Sleeptember findet jedes Jahr im September statt und soll auf die Bedeutung eines gesunden und ausreichenden Schlafs aufmerksam machen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung eines bewussten Umgangs mit dem eigenen Schlafverhalten und die Sensibilisierung für mögliche Folgen von Schlafmangel. 

Der Aktionsmonat bietet damit Anlass, die eigene Schlafdauer und Schlafqualität zu reflektieren und einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus zu fördern. /vs