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Bluthochdruck: Medikamente vor Lebensstiländerungen

Erwachsene können mit einem entsprechenden Lebensstil dazu beitragen, ihr Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie) zu senken. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Vermeidung von Übergewicht und Zigaretten,
- eingeschränkter Salz- und Alkoholkonsum sowie
- körperliche Aktivitäten.
Eine US-Studie hat gezeigt, dass viele Erwachsene bereit wären, ihren Lebensstil anzupassen, um eine zukünftige Hypertonie zu vermeiden.
Überraschenderweise sinkt diese Bereitschaft jedoch deutlich, wenn die Personen tatsächlich eine Bluthochdruckdiagnose erhalten. Dann verlassen sich die meisten lieber auf blutdrucksenkende Medikamente, als Lebensstilanpassungen vorzunehmen.
US-Umfrage zu bluthochdruckbedingten Lebensstiländerungen
Ein Forscherteam von verschiedenen US-Universitäten hat 1.398 Erwachsene in den Vereinigten Staaten mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren über ihre Bereitschaft zu Lebensstiländerungen befragt.
Dabei ging es um Lebensstilanpassungen einerseits zur Vermeidung von Bluthochdruck und andererseits zur Behandlung einer bereits diagnostizierten Hypertonie, von der 46 Prozent der Befragten betroffen waren.
Die Bereitschaft wurde mit der Frage erfasst: „Wenn Ihr Arzt oder Gesundheitsdienstleister Ihnen die folgenden Maßnahmen zur Kontrolle von Bluthochdruck empfehlen würde, wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie diese umsetzen würden?“
Die Abfrage betraf einerseits Medikamente und andererseits Lebensstilanpassungen.
Hypertonie: Bereitschaft zur Einnahme von Medikamenten ist größer
Die Umfrage ergab im Wesentlichen die folgenden statistisch signifikanten Ergebnisse:
In der Gesamtstichprobe stehen die wahrgenommenen Vorteile von Lebensstiländerungen in einem positiven Zusammenhang mit der Absicht, die Lebensweise anzupassen. In der Untergruppe der tatsächlichen Bluthochdruckpatienten ist dies nicht der Fall.
Wer bei sich eine Anfälligkeit für Bluthochdruck vermutet, ist weniger bereit, es mit einer Änderung des Lebensstils zu versuchen, als Menschen, die sich nicht für anfällig halten. Die Bereitschaft zu einer medikamentösen Therapie ist dagegen deutlich höher als in der Vergleichsgruppe.
Für Menschen mit einer bereits erfolgten Bluthochdruckdiagnose gilt: Die wahrgenommene Schwere der Hypertonie steht in positivem Zusammenhang mit der Absicht, Empfehlungen zur medikamentösen Behandlung zu befolgen, jedoch nicht mit der Absicht, Empfehlungen zu Lebensstiländerungen zu befolgen.
Patienten, die angaben, dass sich die Behandelnden zu wenig Zeit für sie nahmen oder es ablehnten, mit ihnen die Gesundheitsinformationen zu besprechen, die sie im Internet gelesen hatten, waren weniger bereit, sich an ärztliche Empfehlungen zu halten. Das betraf sowohl Medikamente als auch Lebensstiländerungen.
Studie zu Hypertonie: Lebensstiländerungen im Fokus
Das Deutsche Ärzteblatt betont angesichts der Studie noch einmal, wie sinnvoll es ist, auch Menschen mit diagnostizierter Hypertonie zu einer Lebensstilmodifikation zu motivieren:
Eine Gewichtsreduktion um fünf Prozent und eine Reduktion der Salzaufnahme könnten den systolischen Blutdruck jeweils um sechs bis acht mmHg senken. Das Vermeiden von Alkohol oder das Betreiben von Ausdauersport würden weitere vier bis sechs mmHg beitragen. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/hypertonie-betroffene-ziehen-medikamente-einem-veranderten-lebensstil-vor-815c41ee-9007-4113-8747-079572b38483?utm_medium=email&utm_source=CR&utm_campaign=NL-DAE_Tagesaktuelle-Nachrichten&utm_content=Mailing_20260831
- https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/HYPERTENSIONAHA.126.27210