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Was ist eigentlich Dyspraxie?

Daniel Radcliffe berichtete bereits in mehreren Interviews, dass er an einer leichten Form von Dyspraxie leide, weshalb ihm einige motorische Tätigkeiten schon als Kind Schwierigkeiten bereiteten. Dazu gehörten Schreiben, Schuhe binden oder bestimmte koordinierte Bewegungen.
Dyspraxie, auch Entwicklungsdyspraxie genannt, ist eine lebenslange, meist im Kindesalter erstmals erkennbare neurologische Entwicklungsstörung, die das Erlernen, Planen und Ausführen von Bewegungen erschwert.
Ausprägung und Schweregrad der Dyspraxie variieren stark von Mensch zu Mensch. Der Alltag von Betroffenen ist jedoch häufig deutlich beeinträchtigt.
Formen und Ursachen der Dyspraxie
Im Allgemeinen werden drei Formen der Dyspraxie unterschieden:
Bei der motorischen Dyspraxie kann sich der Betroffene den Ablauf der gewünschten Handlung zwar genau vorstellen, doch er kann diese nicht oder nur erschwert in die Tat umsetzen.
Bei der ideatorischen Dyspraxie kann sich der Patient den Ablauf der Handlung nicht genau vor Augen führen. So verlieren zum Beispiel Kinder oft den Überblick bezüglich der Reihenfolge der Kleidungsstücke, die sie anziehen sollen.
Die verbale Dyspraxie ist durch eine Beeinträchtigung der Sprechbewegungen gekennzeichnet, die nicht auf geschädigte Sprechorgane oder kognitive Defizite zurückgehen.
Die Ursachen für dyspraktische Störungen sind bisher unbekannt, meist wird jedoch eine Reifungsstörung des Gehirns angenommen.
Muskelkraft, Beweglichkeit, Sinneswahrnehmung und Intelligenz sind bei Dyspraxie-Patienten normal ausgeprägt; nur das Planen und Zusammensetzen einzelner Bewegungsschritte fällt ihnen schwer.
Symptome der Dyspraxie
Schätzungen zur Häufigkeit dieser Störung liegen bei etwa fünf Prozent, wobei Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen.
Allgemeine Symptome können von einfacher motorischer Ungeschicklichkeit bis hin zu Sprach- und Lernschwierigkeiten und Komplikationen im Alltag reichen.
Typische Anzeichen sind Auffälligkeiten in der Feinmotorik, zum Beispiel beim Schreiben, Malen oder Greifen von Gegenständen. Zudem führen Betroffene alltägliche Tätigkeiten wie Essen, Anziehen oder Körperpflege oft langsam oder ungeschickt aus.
Des Weiteren haben sie Schwierigkeiten beim gleichzeitigen Bewegen beider Arme oder Beine, und unbeteiligte Gliedmaßen führen mitunter unwillkürliche Mitbewegungen aus.
Oftmals fällt die angestrebte Tätigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt schwer – wenn zum Beispiel ein Kind unter Beobachtung einen Stift aufheben soll –, kann aber später in einer entspannten Situation ohne Probleme ausgeführt werden.
In der Schule bindet die Dyspraxie oft viel intellektuelle Energie in kleinen Dingen, die nicht direkt zur Aufgabenbewältigung dienen, wie Buch aufschlagen, Stift aussuchen, oder Lineal anlegen.
Therapie der Dyspraxie
Die – noch nicht geklärten – Ursachen der Dyspraxie kann man (noch) nicht behandeln, allerdings können Ergo- und Physiotherapie die Grob- und Feinmotorik der Patienten deutlich verbessern und zu mehr Sicherheit im Alltag führen.
Probleme beim Essen und Trinken lassen sich durch eine gezielte mundmotorische Therapie, zum Beispiel beim Logopäden, beheben.
Dyspraxie besteht ein Leben lang und ist nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar. Eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Therapie wirken sich jedoch positiv auf den Verlauf aus und erhöhen die Lebensqualität.
Wichtig ist auch ein verständnisvolles und positives Umfeld, um den Therapieerfolg nicht durch ein herabgesetztes Selbstwertgefühl des Patienten zu gefährden. Quellen:
https://lifeswire.de/daniel-radcliffe-krankheit/
https://medlexi.de/Dyspraxie
https://flexikon.doccheck.com/de/Dyspraxie
Dyspraxie auf einen Blick:
Krankheitstyp: neurologische Entwicklungsstörung
Krankheitsbild: erschwertes Erlernen, Planen und Ausführen von Bewegungsabläufen
Ursache: möglicherweise Reifestörung des Gehirns
Symptome: verlangsamtes oder ungeschicktes Ausführen alltäglicher Tätigkeiten, Probleme beim gleichzeitigen Bewegen beider Arme oder Beine; mitunter Schwierigkeiten mit der Mimik und unwillkürliches Mitbewegen unbeteiligter Gliedmaßen
Therapie: Ergotherapie, Physiotherapie, eventuell logopädische Behandlung
Prognose: keine Heilung, aber gute Chancen auf verbesserte Grob- und Feinmotorik