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Mehr Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder

Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet in einer aktuellen Pressemeldung über die Zahl der Eingliederungshilfen für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige mit sogenannter seelischer Behinderung im Jahr 2024 und beschreibt die Entwicklung der letzten zehn Jahre.
Zu den Betroffenen zählen unter anderem junge Menschen mit seelischen Problemen und Entwicklungsauffälligkeiten. Sie wurden mit Beratungs- und Therapieangeboten, aber auch Kita- und Schulbegleitungen gefördert, die ihnen die Teilhabe am sozialen Leben erleichtern sollen.
Auch Integrationsassistenzen, also die Begleitung von Förderschülern, die an reguläre Schulen wechseln, gehören dazu. Die Zahl dieser Integrationsschüler hat in vergangenen zehn Jahren um 77 Prozent zugenommen.
Sowohl die Zahl der Betroffenen als auch die Zahl der Eingliederungshilfen und die damit zusammenhängenden Kosten sind stark gestiegen.
Eingliederungshilfen haben stark zugenommen
Im Jahr 2024 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe gut 174.000 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen gewährt. Das waren mehr als doppelt so viele (+115 Prozent) wie im Jahr 2014 (knapp 80.800).
Die Ursachen für die Einleitung neuer Hilfen im Jahr 2024 waren vielfältig, und häufig wurden mehrfache Gründe genannt:
- 69 Prozent entfielen auf seelische Probleme wie Ängste und suizidale Tendenzen sowie Entwicklungsverzögerungen.
- 53 Prozent machten schulische oder berufliche Probleme aus, etwa bei ADHS, Hyperaktivität oder schulvermeidendem Verhalten.
- Hinzu kamen mit 36 Prozent Auffälligkeiten im Sozialverhalten wie Isolation, Drogenkonsum oder Aggressivität.
Im Schnitt dauerten die Eingliederungshilfen 23 Monate. Sie wurden zu 87 Prozent Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren gewährt. Jüngere Kinder und junge Erwachsene waren mit zwei beziehungsweise elf Prozent nur selten betroffen.
Mit 70 Prozent erhielten deutlich mehr Jungen als Mädchen diese Maßnahmen.
Eingliederungshilfen kosteten 3,5 Milliarden Euro
Die Kosten für Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen haben sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdreifacht:
Die Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden in diesem Bereich beliefen sich 2024 allein für minderjährige Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auf 3,5 Milliarden Euro; 2014 waren es noch gut 1,1 Milliarden Euro gewesen.
Das ist ein höherer Anstieg, als die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt verzeichnete: Die Ausgaben für diesen Bereich, der auch Kindertagesbetreuung, Hilfen zur Erziehung, sozialpädagogische Familienhilfe sowie Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit umfasst, waren „nur“ um 108 Prozent auf 78,8 Milliarden gestiegen. Quellen:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_N062_221.html
https://www.aerzteblatt.de/news/zahl-der-eingliederungshilfen-fur-junge-menschen-mit-seelischer-behinderung-verdoppelt-e470dafe-eb95-4918-829a-99931e6220ab