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Salmonella Strathcona – zuletzt hohe Fallzahlen in Deutschland

Salmonella Strathcona ist ein vormals sehr seltenes Serovar, das seit einigen Jahren saisonal vermehrt in Deutschland und anderen europäischen Ländern nachgewiesen wird.
Im Jahr 2011 wurde Salmonella Strathcona erstmals im Rahmen eines multinationalen Ausbruchs in Europa identifiziert. Seitdem werden europaweit – insbesondere ab dem Spätsommer – wiederholt Ausbrüche beobachtet, deren Umfang im Laufe der Jahre zugenommen hat.
Salmonella Strathcona in Bio-Tomaten gefunden
Zwischen 2011 und 2024 wurden in 17 europäischen Ländern, die ihre Daten zur Verfügung stellten, über 600 Ausbruchsfälle identifiziert.
Die Untersuchung der Daten zeigte, dass die große Mehrheit der sequenzierten Isolate über Jahre und Länder hinweg genetisch eng verwandt war. Das lässt auf eine gemeinsame Quelle schließen.
Diese wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit Ende 2025 von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) identifiziert: Sie wies einen Ausbruchsstamm in Bio-Cherrytomaten aus Sizilien nach.
Darüber hinaus fanden die italienischen Lebensmittelüberwachungsbehörden Salmonella Strathcona im Bewässerungswasser eines Tomatenproduzenten in Sizilien.
Zur Erinnerung: Was sind Salmonellen?
Salmonellen zählen weltweit zu den häufigsten Erregern von lebensmittelbedingten Erkrankungen.
Sie verursachen Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber, können aber auch schwerwiegende invasive Krankheitsverläufe auslösen.
Eine Infektion erfolgt überwiegend durch den Verzehr von mit Salmonellen verunreinigten tierischen oder pflanzlichen Lebensmitteln.
Salmonella Strathcona: Größter Ausbruch in Deutschland in der Saison 2025/26
Der bisher größte Salmonella-Strathcona-Ausbruch Deutschlands in der Saison 2025/26 umfasste insgesamt 116 Ausbruchsfälle, davon 100 bestätigte und 16 wahrscheinliche.
Als bestätigt sieht das Robert Koch-Institut (RKI) Erkrankungsfälle an, die zwischen Juni 2025 und März 2026 auftraten und bei denen durch Ganzgenomanalysen der Erregersequenzdaten der gleiche Ausbruchsstamm wie in den Vorjahren nachgewiesen wurde.
Als wahrscheinliche Fälle definierte das RKI solche, die über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) als Salmonellose-Meldefälle mit der Angabe „Salmonella Strathcona“ übermittelt wurden, für die jedoch kein Salmonellen-Isolat aus einer Patientenprobe zur Untersuchung vorlag.
Die Erkrankungen traten insbesondere zwischen August und Dezember 2025 auf. Bis auf Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bremen waren alle Bundesländer betroffen.
Die Hälfte der Erkrankten war zwischen 24 und 64 Jahre alt, das Durchschnittsalter betrug 39 Jahre. Frauen waren mit 66 von 116 Fällen etwas häufiger betroffen.
Für 80 der 116 Ausbruchsfälle (69 Prozent) lagen eindeutige Angaben zum Expositionsland vor – also dem Land, in dem die Infektion wahrscheinlich stattgefunden hat. Bei 48 davon (60 Prozent) war Deutschland angegeben. Von den 32 Fällen (40 Prozent) mit Infektion im Ausland wurde 27-mal (84 Prozent) Italien genannt.
Salmonellen-Infektion: Erneut Tomaten im Verdacht
Feintypisierung und Genomanalyse der bakteriellen Erreger erfolgten am Robert Koch-Institut.
Die untersuchten Salmonella-Strathcona-Isolate unterschieden sich in der Genomanalyse nur geringfügig und waren zudem eng mit den Isolaten früherer Ausbrüche verwandt.
Die epidemiologischen Untersuchungen liefern erneut Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Tomaten und dem Auftreten der Erkrankungen: Viele Personen waren in Italien exponiert. Zudem führten Rückverfolgungen der Lieferwege von in Deutschland gekauften Tomaten in mehreren Fällen nach Italien.
In den Befragungen, die das RKI mit etwa einem Viertel der Betroffenen durchführte, wurden keine weiteren Lebensmittel in so hohen Anteilen genannt wie Tomaten. Von den Befragten mit Exposition im Ausland berichteten nahezu alle über den Verzehr von diesem Gemüse in den drei Tagen vor Erkrankungsbeginn.
Saison 2026/27: Bereits erste Infektionen gemeldet
Auch in der Saison 2026/27 wurden erneut Salmonella-Strathcona-Erkrankungsfälle sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern identifiziert, deren Isolate molekular genetisch eng mit dem Ausbruchscluster der vergangenen Jahre verwandt sind.
Seit Juni 2026 zählt das RKI mit Datenstand vom 16.9.2026 bereits 39 Fälle zu diesem erneuten Ausbruchsgeschehen. Die derzeit laufenden Befragungen liefern wieder Hinweise auf Aufenthalte in Italien im Expositionszeitraum sowie auf den Verzehr von Tomaten. Quelle: RKI