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Impfstoffe angepasst: Wie heftig wird die Grippewelle?

Für bestimmte Personengruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine saisonale Influenza-Schutzimpfung. Diese sollte bestmöglich bis Mitte Dezember erfolgen, damit ein möglichst umfassender Schutz rechtzeitig wirksam wird.
Da sich Grippeviren laufend verändern, wird nach einer Grippesaison geprüft, wie wirksam die vorhandenen Impfstoffe sind und ob bzw. inwiefern diese für die folgende Influenzasaison angepasst werden müssen.
Grippesaison 2026/27: Impfstoffe wurden umfassend angepasst
Grundlage für diese Anpassungen sind Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Sie betrachten weltweit zirkulierende Varianten der Influenzaviren. Meist wird im Februar eine Prognose für die im folgenden Winter herrschenden Virusvarianten getroffen und infolgedessen modifizieren die Impfstoffhersteller ihre Vakzinen.
Für die Grippesaison 2026/2027 wurden alle drei in den Impfstoffen enthaltenen Stämme angepasst. Dies beruhe auf der veränderten Antigenität der zirkulierenden Viren – also der Erkennbarkeit der Viren durch die nach der Impfung gebildeten Antikörper, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Für die zirkulierenden Viren wurden deutliche antigenetische Unterschiede gegenüber den bisherigen Impfstoffreferenzviren beobachtet.
Verlauf einer Grippesaison im Vorhinein nicht abzusehen
Daraus lasse sich jedoch nicht primär schließen, dass wir eine viel stärkere Grippesaison bekommen, heißt es vom PEI. Mit der noch recht neuen Influenza-Variante, A(H3N2) der Subklade K, seien bereits im vergangenen Jahr viele Menschen in Kontakt gekommen.
Zudem sei der Grippeimpfstoff nun auch darauf angepasst worden. Im vergangenen Jahr habe es zwar eine ausgeprägte Grippesaison mit vielen Erkrankten und vollen Krankenhäusern gegeben, insgesamt sei die Saison aber nicht außergewöhnlich schwer verlaufen.
Der genaue Verlauf einer Grippesaison sei im Vorhinein nicht abzusehen, teilt das PEI mit. Der tatsächliche Impfschutz hänge davon ab, wie gut die Stammanpassung zum jeweiligen Zeitpunkt zu den tatsächlich zirkulierenden Virusstämmen passt.
Aber auch das Alter der geimpften Personen und frühere Influenzainfektionen oder -impfungen spielen eine Rolle. Der Impfschutz lässt mit der Zeit wieder nach, es hängt also auch vom Zeitpunkt der Grippeinfektion ab.
Aber auch weniger wirksame Impfstoffe verhindern viele Krankheitsfälle und Influenza-Erkrankungen verlaufen bei geimpften Personen typischerweise milder.
Zur Erinnerung: Wem wird eine Grippeimpfung empfohlen?
- alle Personen ab 60 Jahren
- alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Trimenon
- Personen mit einem Grundleiden (chronische Erkrankungen, z. B. Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Immunschwäche/HIV)
- Bewohner von Senioren- und/oder Pflegeheimen
- Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
- Personen, die häufigen direkten Kontakt zu z. B. Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln oder Robben haben
- Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal sowie Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr (auch Apothekenpersonal)
- Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können
Grippe: Impfquote in Risikogruppen zu gering
In der Saison 2024/25 waren laut dem Robert Koch-Institut (RKI) nur 34,5 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft, damit hatte mehr als die Hälfte dieser Gruppe keinen Impfschutz. Sander betont, die EU habe als Ziel eine Impfquote von 75 Prozent, Deutschland liege aber regelmäßig deutlich darunter. „Die Anpassung der Impfstoffe ist wichtig, aber vor allen Dingen brauchen wir eine bessere Impfquote.“
Andere Länder kommen auf höhere Impfquoten. Der EU-Durchschnitt lag in der Saison 2022/23 dem Statistischen Bundesamt zufolge bei 47 Prozent mit Bezug auf die Bevölkerung ab 65 Jahren. Quelle: dpa / mg