Odermennig – adstringierend und antientzündlich

Auf mageren Wiesen, an Hecken und Wegrändern kann man derzeit eine hübsche gelb blühende Rosacee antreffen: den Odermennig (Agrimonia eupatoria). Über Jahrhunderte zählte er zu den wichtigsten Arzneipflanzen. Heute spielt die gerbstoffhaltige Krautdroge nur noch eine untergeordnete Rolle – bei Durchfall sowie Haut- und Schleimhautentzündungen. 

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Historisches Wundheilmittel

Der Odermennig war von der Antike an eine bedeutsame Heilpflanze, vor allem zur Wundheilung. Sogar bei Schlangenbissen und Geschwüren empfahlen ihn die Heilkundigen. Eingesetzt wurde die Pflanze auch bei der „roten Ruhr“, also bei heftigen Durchfällen. 

Bei Durchfall, Haut- und Schleimhautentzündung

Mittlerweile zählt dieses Rosengewächs zwar nicht mehr zu den viel zitierten Mitteln. Dennoch haben die heutigen phytotherapeutischen Einsatzgebiete von Odermennigkraut mit denen vergangener Zeiten erstaunliche Ähnlichkeiten. So ist Agrimoniae herba innerlich indiziert bei leichten, unspezifischen Durchfallerkrankungen sowie bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Äußerlich ist die Droge bei leichten, oberflächlichen Hautentzündungen angezeigt. Als wirksamkeitsbestimmend gelten vor allem die enthaltenen Gerbstoffe. Ihnen schreibt man adstringierende und antientzündliche Wirkungen zu. 

Die innerliche Anwendung von Odermennigkraut geschieht meist in Form von Tee (ca. 1,5 g pro Tasse, Tagesdosis 3 bis 6 g). Äußerlich empfehlen sich Umschläge mit einem 10-prozentigen Dekokt.

Charakteristischer Drogenbestandteil

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Der Gemeine Odermennig (Agrimonia eupatoria) ist eine auffallend schlanke Pflanze. An dem 30 bis 100 Zentimeter hohen Stängel sitzen wechselständig dekorativ gefiederte Blätter. Am oberen Teil des Stängels formen viele kleine goldgelbe Blüten eine lange ährenförmige Traube. Die sich nach der Blüte bildenden Früchte sind von einem Kelchbecher umgeben, an dessen Rand hakig gekrümmte Borsten sitzen. Vereinzelt finden sich diese charakteristischen kegelförmigen Früchte auch in der Schnittdroge Agrimoniae herba.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de