Was ist eigentlich eine Kalkschulter?

Von der sogenannten Kalkschulter sind großteils Frauen zwischen 35 und 50 Jahren betroffen.

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Der Arm lässt sich noch nicht mal zum Kämmen der Haare heben. Nachts schmerzt die Schulter so sehr, dass man nur auf der anderen Seite liegen kann. Diese Symptome sprechen für eine sogenannte Kalkschulter. Am häufigsten sind Frauen zwischen 35 und 50 Jahren davon betroffen.

Kalkansammlung mit Folgen

Mit Verschleiß wie etwa bei einer Arthrose hat die Kalkschulter nichts zu tun. Vielmehr liegen dieser schmerzhaften Erkrankung Kalkansammlungen in einer Sehne der Schulter zugrunde. Die betroffenen Sehnen gehören zur sogenannten Rotatorenmanschette. Dies ist die Muskel- und Sehnengruppe, die das Schultergelenk umgibt. Sie ist für die Drehbewegungen der Schulter zuständig. Bewegungen über Kopf, aber auch nach hinten oder zur Seite können deshalb bei einer Kalkschulter äußerst schmerzhaft oder gar unmöglich werden.

Spontanheilung möglich

Wie es zu den Kalkablagerungen kommt, ist nicht ganz geklärt. Man vermutet lokale Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen als Ursache. Möglicherweise werden sie durch zu hohe Druckbelastungen ausgelöst. Die Kalkdepots entwickeln sich allmählich und verursachen anfänglich noch keine Beschwerden. Im weiteren Verlauf treten Schmerzen unter Belastung oder Bewegung auf, später auch in Ruhe. Manchmal lösen sich die Verkalkungen ganz von selbst auf. Das kann aber Monate dauern und ist meist mit heftigen Schmerzattacken verbunden.

Die Auflösung herbeiführen

Diagnostizieren lässt sich eine Kalkschulter mit Hilfe von Ultraschall und Röntgenuntersuchung. Zur Beschwerdelinderung werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Wichtig ist eine physiotherapeutische Behandlung. Gezielte Bewegung soll den Stoffwechsel in der Schulter anregen. Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, kann eine Stoßwellentherapie angewendet werden. Durch die Druckimpulse von außen werden zelluläre Reaktionen in Gang gesetzt, die die Kalkdepots im Idealfall auflösen. Bei großen Kalkansammlungen wird den Patienten aber manchmal zur Operation geraten.

Kalkschulter in Kürze

  • Nichtdegenerative Erkrankung der Schulter, bei der sich Kalkdepots in einer Sehne der Rotatorenmanschette bilden.
  • Betrifft vor allem Menschen im mittleren Lebensalter; zwei Drittel von ihnen sind Frauen.
  • Abhängig vom Ausmaß der Verkalkung entstehen erhebliche Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in der betroffenen Schulter.
  • Mitunter Spontanauflösung der Verkalkung, begleitet von heftigen Schmerzen; Behandlungsmöglichkeiten: schmerz- und entzündungshemmende Medikation, Physiotherapie, Stoßwellentherapie, Operation.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM); Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de