Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Donnerstag 09.04.2020

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Die Entwicklung der Corona-Krise ist, wie vielerorts betont, sehr dynamisch. Um Sie zeitnah mit apothekenrelevanten Neuigkeiten zu versorgen, fassen wir laufend die wichtigsten Kurzmeldungen zum Thema für Sie zusammen.

17:40 Uhr: Corona-Krise betont Wert der Apotheke vor Ort

In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Wort & Bild Verlags wurde untersucht, wie die Bevölkerung die Apotheken und ihre Leistungen in der derzeitigen Situation wahrnimmt. Für die Online-Umfrage wurden 1075 Interviews von Befragten im Alter zwischen 16 und 75 Jahren herangezogen. Die Befragung fand am 1. und 2. April 2020 statt.

Demnach schätzen 92 Prozent der Befragten sehr, dass die Apotheken in der momentanen Zeit die Nahversorgung ihrer Gesundheit aufrechterhalten. 91 Prozent sind froh, eine Apotheke in ihrer Nähe zu wissen, auf die sie sich verlassen können. Außerdem sind 89 Prozent den Mitarbeitern der Apotheke sehr dankbar, dass sie auch in schwierigen Zeiten mit Rat und Tat bereitstehen.

Quelle: daz.online/cm

16:40 Uhr PEI: Erste Blutplasma-Studie genehmigt

Das Paul-Ehrlich-Institut hat am gestrigen Mittwoch die Genehmigung einer ersten klinischen Prüfung mit COVID-19-Rekonvaleszentenplasma in Deutschland bekannt gegeben. „Dabei handelt es sich um Blutplasma von Personen, die eine Infektionskrankheit wie die SARS-CoV-2-Infektion erfolgreich überstanden haben und eine Immunität gegen den entsprechenden Erreger entwickelt haben“, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer Pressemitteilung. Anders als bei einer Impfung, bei der die geimpfte Person selbst die Antikörper entwickelt, würden hier somit schwer erkrankten Personen die Antikörper einer anderen Person verabreicht.

Zwar gebe es erste ermutigende Hinweise auf einen Nutzen bei der Anwendung von COVID-19-Rekonvaleszentenplasma an schwer an COVID-19 Erkrankten, aber ein Wirksamkeitsnachweis fehle noch. Daher brauche es kontrollierte klinische Prüfungen.

Quelle: daz.online/dm/sn

16:30 Uhr: RKI startet Antikörper-Studien

Um einen Überblick zu gewinnen, wie weit das neuartige Corona-Virus mittlerweile in der Bevölkerung verbreitet ist, startet das Robert Koch-Institut nun bundesweite Antikörper-Studien. Untersucht wird, ob sich im Blut der Studienteilnehmer Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen lassen. Diese Antikörper lassen sich frühestens ein bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisen. Entsprechende Labortests sind erst seit kurzem verfügbar.

Die Ergebnisse derartiger Studien seien „von großer Bedeutung, um den Verlauf und die Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können“, sagt RKI-Präsident Professor Lothar H. Wieler. Los geht es in Kürze mit Untersuchungen an Blutspendern und Menschen in einigen COVID-19-Ausbruchsgebieten. Längerfristig ist überdies eine bundesweite repräsentative Studie geplant.

Quelle: daz.online/ks/sn

13:40 Uhr: Coronaimpfstoff ab Frühsommer im Test

Das Pharmaunternehmen CureVac arbeitet weiter mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. „Wir sind voll im Plan mit unserem Impfstoffprojekt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag in Tübingen. Es werde seit Januar an einem Impfstoff geforscht. Im Frühsommer solle eine klinische Studie beginnen. „Im Juni, spätestens im Juli wollen wir mit rund 100 Personen starten.“ Erste Ergebnisse werden nach Angaben des Sprechers dann ein paar Wochen später erwartet. Sollten diese positiv sein, soll die nächste klinische Studie mit ein paar Tausend Versuchsteilnehmern erfolgen.

Quelle: dpa/sn

13:35 Uhr: Immunität hält für vermutlich sechs bis 18 Monate

In Düsseldorf wurden heute erster Zwischenergebnisse einer Feldstudie zur Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Heinsberg vorgestellt. Wie Hendrik Streeck, Leiter der Feldstudie, berichtete, sei bei 15 Prozent der untersuchten Bürger eine Infektion nachgewiesen worden. Bei diesen ersten, aber wissenschaftlich schon repräsentativen Zwischenergebnissen handele es sich um eine eher konservative Berechnung, betonte der Virologe. Demnach hätten 15 Prozent der Bürger in der Gemeinde nun auch eine Immunität gegen das Virus ausgebildet, sagte Streeck. Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben liege dort, bezogen auf die Gesamtzahl der Infizierten, bei 0,37 Prozent. Die in Deutschland derzeit von der amerikanischen Johns Hopkins University berechnete entsprechende Rate betrage 1,98 Prozent und liege damit um das Fünffache höher, sagte der Virologe.

Gunther Hartmann, Professor für Klinische Chemie und Pharmakologie an der Universität Bonn, berichtete außerdem, dass nach ersten vorsichtigen Einschätzungen davon auszugehen sei, dass der Schweregrad einer Corona-Infektion über Hygienemaßnahmen reduziert werden könnte. „Die Zahl der Erreger hat bei Erstinfektionen Einfluss auf den Schweregrad der Erkrankung.“ Daher sei es besonders wichtig auf Hygiene-Maßnahmen wie gründliches Händewaschen zu achten. Derzeit sei außerdem davon ausgehen, dass die Immunität nach einer Coronavirus-Infektion etwa sechs bis 18 Monate anhalte, sagte Hartmann.

Quelle: dpa/sn

12:50 Uhr: Möglicherweise Übertragung von Corona-Viren im Mutterleib

Eine Übertragung des Coronavirus auf Babys im Mutterleib ist Hinweisen von Wissenschaftlern der Universität Wuhan zufolge denkbar. Sie hatten unter allen rund 81 000 Infektionen, die bis Mitte März in China gemeldet wurden, vier infizierte Neugeborene ausfindig gemacht.

In allen vier Fällen traten bei den Babys nur leichte Symptome auf, bei denen keine Intensivpflege oder künstliche Beatmung erforderlich war. Die Mütter waren ebenfalls infiziert, drei davon zeigten unmittelbar vor der Geburt Symptome von Covid-19.

Alle Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Drei der Babys wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt, sondern isoliert. Zudem waren die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis sehr kurz. Die Forscher schreiben: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann.“ Allerdings könnten andere Übertragungswege auch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Quelle:dpa

11:33 Uhr: „Kein-kind-alleine-lassen“ – Hilfe-Website für von Gewalt bedrohten Kindern

Kontaktsperren und Isolation könnten in der Corona-Krise zu mehr Gewalt gegen Kinder führen, warnte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vor einigen Tagen. Um von Gewalt bedrohten Kindern nun schnellere Hilfe anzubieten und die Bürger zu mehr Wachsamkeit zu bewegen wurde eine neue Webseite des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung eingerichtet.

Auf www.kein-kind-alleine-lassen.de könnten sich Kinder und Jugendliche, die von familiärer oder sexueller Gewalt bedroht sind, Direkthilfe etwa per Chat holen, teilte der Missbrauchsbeauftragte, Johannes-Wilhelm Rörig, am heutigen Donnerstag mit. Dort fänden sie zudem eine anonyme Telefon-Hotline (0800-2255530) und die Kontaktdaten von Beratungsstellen. Die Aktion sei ein dringender „Appell an die Bevölkerung, in der aktuellen dramatischen Situation Kinder nicht aus den Augen zu verlieren“, so Rörig.

Zudem solle die Initiative Erwachsene zu Wachsamkeit bewegen. Auf der Seite stünden Flyer und Material zum Teilen in Sozialen Netzwerken bereit sowie Tipps, wie man sich bei einem Verdacht auf sexuelle und andere familiäre Gewalt im Umfeld verhalten sollte, hieß es weiter. Auch Apotheken können durch aufhängen der Flyer zur Aufklärung beitragen.

Quelle: dpa/sn

10:33 Uhr: Neuer Wirkstoff auf dem Radar: Ivermectin

Der gegen Parasiten wirkende Arzneistoff Ivermectin (z. B. Scabioral ®) zeigte in australischen Laboruntersuchungen auch Wirkungen gegen SARS-CoV-2. In einem Zellmodell eliminierte der Wirkstoff innerhalb 48 Stunden SARS-CoV-2 nahezu vollständig. Um die Wirksamkeit beim Menschen zu untersuchen, sind jedoch weitere präklinische Versuche und klinische Studien notwendig.

Quelle: daz.online/hb/sn

10:05 Uhr: Warum Deutschland im Vergleich eine niedrige Corona-Sterberate hat

Laut einem Bericht der „Welt“ vom 6. April liegt die coronabezogene Sterblichkeitsrate in Deutschland mit 1,5 Prozent deutlich niedriger als in anderen Ländern. Zum Vergleich zieht der Bericht die Sterblichkeitsraten von Italien (12 Prozent), Spanien, Frankreich und Großbritannien (je rund 10 Prozent), China (4 Prozent), den USA (2,5) und Südkorea (1,7 Prozent) heran. Diese Unterschiede fallen auch außerhalb Deutschlands auf, weshalb sich die „New York Times“ vergangenes Wochenende mit möglichen Erklärungsansätzen befasste. Folgende fünf Gründe wurden diskutiert:

  • Geringeres Durchschnittsalter der Infizierten durch Virus-Einschleppung mittels Skifahrer.
  • Mehr Tests als in anderen Ländern, wodurch mehr milde Verläufe in die Statistik einfließen und Infektionen früher erkannt werden.
  • Kostenlose Tests sorgen für breite Testung der Bevölkerung und auch Menschen ohne Symptome werden bei bestehenden Risikofaktoren getestet.
  • Gut ausgestattetes Gesundheitssystem, durch frühes Aufstocken von Intensivbetten und Beatmungsgeräten.
  • Transparenz der Maßnahmen: Kanzlerin Angela Merkel habe „klar, ruhig und regelmäßig kommuniziert“ und so eine hohe Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung erreicht.

Quelle:Welt/sn

07:45 Uhr: Neue Plattform bringt Freiwillige und Einsatzstellen zusammen

Freiwilligendienstleistende, die wegen Corona an ihren Einsatzstellen derzeit nicht tätig sein können, und gemeinwohlorientierte Einrichtungen, die deswegen gerade Hilfe benötigen, sollen zusammengebracht werden. „Freiwillige helfen jetzt" heißt die neue Online-Plattform aus dem Bundesfamilienministerium, die hier unbürokratisch einen Austausch ermöglichen soll.

Quelle: daz.online/ms

 

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